Köln kurios: Grüne Brücken und Konzerte im Kanal

Köln ist toll. Und wirklich ganz speziell. Für diese sechs Besonderheiten wirst du die Stadt lieben:

Rheinboulevard, Rhein, Dom und Brücken: Das ist Köln.
Rheinboulevard, Rhein, Dom und Hohenzollernbrücke: Das ist Köln.

Foto: imago/blickwinkel

Darum sind die Kölner Brücken grün

Jeder, der mit dem Zug in Köln einfährt, kennt sie: Die Kölner Rheinbrücken. Und die von der Stadt unterhaltenen sind alle grün. Warum eigentlich? Der Grund ist Konrad Adenauer. Der erste Bundeskanzler Deutschlands (1949 bis 1963) wünschte sich im Jahr 1928, damals war er noch Oberbürgermeister von Köln, dass die neugebaute Mülheimer Brücke einen patinagrünen Anstrich bekommt, verrät eine Sprecherin der Stadt Köln dem reisereporter. Diese Farbe entsteht zum Beispiel auf verwittertem Kupfer. Der Wunsch wurde ihm erfüllt. Seitdem werden alle städtischen Brücken – Severinsbrücke, Deutzer Brücke, Zoobrücke und Mülheimer Brücke – in dem Ton gestrichen. Der heißt sogar inzwischen Kölner Brückengrün.

Versuche von Architekten, den Brücken eine andere Farbe zu geben, scheiterten alle an der Politik. Zum Beispiel wollte Gerd Lohmer die Zoobrücke im Kontrast zum begrünten Ufer blau streichen lassen. Nur die 1980 fertig gestellte Erweiterung der Deutzer Brücke hat keinen grünen Anstrich, weil ein Schutzanstrich auf Beton nicht sinnvoll ist.

Heute stehen alle Rheinbrücken, außer der Zoobrücke, unter Denkmalschutz. Allein deshalb ist es nahezu unmöglich, eine andere Farbe zu verwenden. Das Kölner Brückengrün gilt außerdem als besonders lichtbeständig und wetterfest. Übrigens: Der Landesbetrieb Straßenbau NRW als Eigentümer der Rodenkirchener Autobahnbrücke verwendet den Grünton ebenfalls.

Die beiden Eisenbahnbrücken, Hohenzollern- und Südbrücke gehören der Deutschen Bahn. Sie sind zwar auch grün gestrichen, aber nicht im originalen Kölner Brückengrün.

Kronleuchtersaal in der Kölner Kanalisation

Ein Kronleuchtersaal im Kanalschacht. Das klingt nach einem Aprilscherz, aber in Köln gibt es das wirklich. Er liegt östlich des Ebertplatzes sieben Meter unter der Erde. Regelmäßig finden dort Führungen und sogar Konzerte statt. Rechts spielt die Musik, links fließt das Abwasser… Damit sich die Zuhörer auf die Musik und nicht auf den sehr speziellen Geruch konzentrieren, gibt’s für alle Pfefferminz-Sträußchen. Der besondere Klang soll’s wert sein.

Die zwei Kronleuchter hängen übrigens dort, weil Kaiser Wilhelm II. zur Einweihung im Jahr 1890 eingeladen war. Der Saal ist nämlich Teil der Modernisierung der Kölner Kanalisation. 

 

Kölsch ist nicht gleich Kölsch

Ein Kölner würde niemals guten Gewissens ein Düsseldorfer Alt trinken, so viel ist sicher. Muss er auch nicht, die Auswahl an stadteigenen Biersorten ist groß genug. Denn: Kölsch ist nicht gleich Kölsch. Insgesamt gibt's 24 Biersorten, die sich so nennen dürfen.

Welche Kriterien erfüllt sein müssen, ist in der Kölsch-Konvention geregelt. Kölsch darf nämlich nur dort gebraut werden, wo auch Kölsch gesprochen wird – in der Stadt und einigen Brauereien in der Umgebung. Außerdem wird es nach dem Reinheitsgebot von 1516 gebraut. Übrigens, eine solche Konvention gibt's außer fürs Kölsch nur für Champagner und Bordeaux.

Kölsch ist ein obergäriges, helles, hochvergorenes und hopfenbetontes Vollbier. So weit, so gut. Wenn du jetzt aber glaubst, dass die 25 Sorten alle gleich schmecken, weit gefehlt. „Der Kölner wählt seine Kneipe gerne mal danach aus, welches Kölsch dort ausgeschenkt wird“, sagt Claudia Neumann, Sprecherin von KölnTourismus. Das Früh Kölsch hat seine Liebhaber, ebenso das Dom Kölsch, Mühlen Kölsch, Gaffel Kölsch oder Peters Kölsch. Prost!

Und Kölnisch Wasser ist nicht gleich Kölnisch Wasser

Das Kölnisch Wasser ist mehr als 300 Jahre alt. Und nein, damit meinen wir nicht 4711. Das Original ist nach seinem Erfinder Johann Maria Farina benannt: „Farina Orginal Eau de Cologne“. Der italienische Parfümeur nannte es zu Ehren seiner Wahlheimat Köln so. Er entwickelte es im Jahr 1709 aus Ölen von Orange, Zitrone, Limette, Mandarine, Pampelmuse, Bergamotte und Zeder. Das Parfüm soll sich schon Napoleon jeden Morgen auf den Körper gesprüht haben. Die Firma ist noch heute in Familienhand und stellt es nach unverändertem Rezept her. 

In Deutschland noch bekannter ist aber das „Echt Kölnisch Wasser 4711“. Das wurde seit Ende des 18. Jahrhunderts von Wilhelm Mülhens in Köln hergestellt. 4711 ist der Name der ehemaligen Hausnummer des Stammhauses seiner Firma in der Glockengasse. Zunächst firmierte Mülhens Unternehmen unter dem Namen „Franz Maria Farina, Glockengasse 4711, Cöln“. Nach etlichen Jahren Rechtsstreit wurde es ihm aber 1881 vom Oberlandesgericht endgültig untersagt, „Farina“ im Markennamen zu verwenden.

Kallendresser und Jabbek

Für verrückte Figuren haben die Kölner ein Händchen. Am Alter Markt streckt zum Beispiel der Kallendresser den Betrachtern seinen nackten Hintern von einem Haus entgegen. Kallendresser ist kölsch und bezeichnet einen Menschen, der seine Notdurft in eine Regenrinne verrichtet. Zur Entstehung der Skultpur gibt es zwei Geschichten.

Die erste: Den Politikern im Rathaus direkt gegenüber sollte so deutliche Kritik gesendet werden. Die zweite: Nachbarschaftsstreit. Einer habe laut bei offenem Fenster Tuba geübt. Der Nachbar von oben habe sich sehr gestört gefühlt und eines Tages dem Mann von unten die Tuba sehr gezielt von oben mit Exkrementen verstopft. 

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Schräg gegenüber des Kallendressers, am Kölner Rathausturm, gibt es eine weitere kuriose Skulptur, den Jabbek. Das ist ein Holzfigurenkopf, der zu jeder vollen Stunde die Zunge herausstreckt. 

Bienen am Kölner Dom

Wer auf die Südseite des Domes geht und an der Ballustrade nach oben schaut, sieht Bienen. Mehrere Bienenstöcke wurden dort seit dem Jahr 2013 angebracht. „Inzwischen haben wir vier Bienenvölker am Dom, die in der Innenstadt offensichtlich reichlich Pollen und Nektar finden“, erzählt Matthial Deml, Sprecher der Dombauhütte Köln, dem reisereporter.

Im Sommer seien fast 200.000 Bienen am Dom im Einsatz. Betreut werden die Tiere „von unserem Dachdecker Joachim Kurowski“. Kaufen können Leckermäuler den Honig aber nicht. „Er dient ausschließlich dem Eigenbedarf der Kölner Dombauhütte, zum Beispiel als Geschenk“, sagt Deml. 

 

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Die Autorin
Maike Geißler ist Redakteurin, Afrika-Fan, Abenteuer-Suchende. Seit sie zwei Monate in Namibia für eine Zeitung gearbeitet hat, ist Fernweh ihr ständiger Begleiter. Hat keine Lust ... mehr
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