Unbekannte Inseln: Tipps für Urlaub | reisereporter.de

Tipps für Inselurlaub: Es muss nicht immer Malle sein

Du hast keine Lust, Handtuch an Handtuch mit anderen Touris am Strand zu liegen? Dann vergiss Mallorca, Gran Canaria oder Kreta. Hier kommen unsere Geheimtipps für den Inselurlaub in Europa.

Idylle pur: Blick auf den gleichnamigen Hauptort auf der Insel Kastelorizo.
Idylle pur: Blick auf den gleichnamigen Hauptort auf der Insel Kastelorizo.

Foto: imago/Greece Invision

Die Anreise zu diesen Inseln ist zwar länger als zu den Touristen-Hotspots, aber dafür ist es dort nicht so voll. Das steigert die Entspannung ungemein. Und du lernst an diesen Orten das „echte“ Land viel besser kennen als in Touri-Hochburgen.

Porto Santo in Portugal

Die portugiesische Insel Porto Santo liegt im Atlantischen Ozean vor der afrikanischen Küste. Das Highlight: der neun Kilometer lange Traumstrand – es heißt, der feine vulkanische Sand soll sogar heilende Wirkung haben. Auf der Insel gibt es nur wenige Hotels und Restaurants, sodass es hier noch deutlich ruhiger ist als auf der gut 40 Kilometer entfernten Insel Madeira. 

Die Insel ist geprägt vom trockenen afrikanischen Klima. Du kannst dort an Steilküsten wandern, golfen, reiten, tauchen und fischen. Und du begibst dich auf die Spuren von Christoph Kolumbus – der lebte nämlich einst einige Jahre lang im Hauptort Vila Baleira.

Anreise: Du kommst ab dem Sommer 2017 direkt mit dem Flugzeug ab Düsseldorf nach Porto Santo. 

Segelboot vor der Küste von Porto Santo in Portugal
Porto Santo, die entspannte kleine Schwester von Madeira. Foto: imago/robertharding

Kastelorizo & Kythira in Griechenland

Kreta, Rhodos, Korfu: Beim Inselurlaub in Griechenland sind deutsche Touristen Gewohnheitstiere. Dabei gibt es in dem Land sage und schreibe 6.000 Inseln, 227 sind unbewohnt. Diese unbekannteren Orte sind ideal für einen entspannten Urlaub.

Kastelorizo in der Südlichen Ägäais ist so eine Insel: Klein, abgelegen und mit romantischem Hafen. Die längste Inselseite misst sechs Kilometer. Sie liegt nur drei Kilometer vor der türkischen Insel, gehört aber zu Griechenland. Noch vor rund 20 Jahren war der Hauptort von Kastelorizo wie ausgestorben. Doch seither wurden die zerfallenen Gebäude restauriert.

Anreise: Kleine Maschinen können auf einer knapp 800 Meter langen Landebahn landen. Um auf die Insel zu gelangen, musst du erst nach Rhodos fliegen und dort umsteigen. Hier hast du die Möglichkeit, auch mit der Fähre aus Rhodos überzusetzen, das dauert etwa fünf Stunden.

Blick von einem Fischerboot im Hafen von Kastelorizo in Griechenland
Blick von einem Fischerboot im Hafen von Kastelorizo, einer recht unbekannten Insel in Griechenland. Foto: imago/Westend61

Auch die Insel Kythira ist eher unbekannt bei Touristen. Sie ist etwas für den romantischen Urlaub zu zweit. Der Legende nach entstieg die griechische Liebesgöttin Aphrodite auf der Insel den Fluten. Die Insel liegt vor der Südostspitze der Pelepones, es gibt dort viele kleine Badebuchten. Zudem ist die Höhle von Agia Sofia einen Besuch wert.

Anreise: Du kommst mit dem Flugzeug aus Athen innerhalb von 35 Minuten nach Kythira. Mit dem Schiff setzt du von Gythio, Piraeus, Kissamos (auf Kreta) oder Neapoli über.

Tägliches Leben in den wunderschönen Gassen von Kythira in Griechenland.
Tägliches Leben in den wunderschönen Gassen von Kythira in Griechenland. Foto: imago/Invision

Dugi Otok in Kroatien

Die kroatische Insel Dugi Otok liegt vor Zadar und ist im Vergleich zu Krk, Rab, Cres und Losij noch realtiv ubekannt. Ein Glück für Urlauber, die lieber Ruhe haben wollen. Denn Dugi Otok besticht mit malerischen Dörfern, versteckten Buchten und Stränden. 

Die Bucht Telascica bietet zum Beispiel einen idyllischen Blick auf sechs Inselchen, der Strand Sakarun hat das Prädikat Traumstrand wirklich verdient: weißer Sand, Blick auf einen Leuchttum, Pinienbäume spenden Schatten. Auch für Segler ist die Insel ein Paradies, die vielen wind- und wellengeschützten Buchten eignen sich gut zum Ankern.  

Anreise: Dugi Otok hat keinen Flughafen. Du musst also mit der Fähre oder dem eigenen Boot anreisen. Du kannst mit dem Auto nach Zadar fahren oder dorthin fliegen (von Stuttgart, Berlin oder Köln-Bonn) und dann per Schiff auf die Insel. Der öffentliche Nahverkehr auf Dugi Otok ist eingeschränkt, daher ist ein Auto empfehlenswert.

Boote im Hafen von Sali, dem Hauptort auf der kroatischen Insel Dugi Otok.
Boote im Hafen von Sali, dem Hauptort auf der kroatischen Insel Dugi Otok. Foto: imago/CTK Photo

Monte Isola in Italien

Monte Isola liegt im See „Lago d’Iseo“ in der italienischen Provinz Lombardei. Sie ist die größte Insel in einem südeuropäischen Binnengewässer. Alte Boote, historische Häuser mit Veranden und Arkanden in den zehn Inseldörfern machen sie zu einem idyllischen Fleckchen Erde. Die Italiener leben dort noch Traditionen und vor allem in ruhigem Tempo.

Die Insel ist autofrei – es verkehren dort aber Busse. Am schönsten ist es, wenn du sie zu Fuß oder mit dem Fahhrad erkundest. Sehenswert sind das Schloss „Rocca von Sensole“ und die Wallfahrtskirche der Madonna della Ceriola auf der Bergspitze in 450 Metern Höhe. 

Ein Künstler sorgte im Jahr 2016 dafür, dass die Insel ins Blickfeld der Öffentlichkeit geriet: Christo installierte dort das Kunstprojekt „The Floating Piers“: Besucher konnten eine Zeit lang auf orangefarbenen schwimmenden Stegen von Sulzano bis zur Insel flanieren.

Anreise: Nur zu Fuß geht's inzwischen nicht mehr. Du kommst mit der Fähre innerhalb weniger Minuten vom Festland nach Monte Isola. Zum Iseosee kommst du gut mit der Bahn, zum Beispiel ab München mit Umstieg in Verona und Brescia. Direktflüge aus Deutschland gibt es nur bis Verona und Bergamo. Von dort sind es etwa eineinhalb Stunden bis zum See.

Blick auf Monte Isola im Iseo-See von Sulzano in Italian
Monte Isola ist die größte Insel in einem südeuropäischen Binnengewässer. Foto: imago/robertharding

Hiiumaa in Estland

Im Winter kannst du, wenn's richtig kalt ist, auf einer Eisstraße auf die Insel fahren, im Sommer in Seen und im Meer baden. Hiiumaa liegt westlich von Estlands Hauptstadt Tallinn, und die Insel lebt vor allem von der kontrastreichen Landschaft: Etwa 60 Prozent der Insel sind mit Wald bedeckt – mit Kiefern, Fichten und Laubbäume. Dazu Wacholderhaine, Sümpfe, Seen und an der Küste Sanddünen sowie der Badestrand des Dorfes Luidja.

Ein tolles Bild geben die historischen Leuchttürme ab. Unter anderem steht auf der Insel der „Köpu tuletorn“, der mehr als 500 Jahre alt und immer noch in Betrieb ist. Du brauchst noch einen Grund für die Reise? Hiiumaa hat die meisten Sonnentage Estlands.

Anreise: Von Tallinn aus kannst du nach Kärdla, der Inselhauptstadt, fliegen. Das dauert 30 Minuten. Du kannst auch die Fähre nehmen. Nach Tallinn gibt es Direktflüge aus Bremen, Düsseldorf, Berlin, Frankfurt, Hamburg und München.

Leuchtturm am Ende der Insel Hiiumaa in Estland.
Hier kannst du Einsamkeit erleben: Leuchtturm am Ende der Insel Hiiumaa in Estland. Foto: imago/Bluegreen Pictures

El Hierro in Spanien

El Hierro galt als Ende der Welt, bevor Christoph Kolumbus Amerika entdeckte. Die Kanareninsel ist Unesco-Biosphärenreservat und etwas für echte Individualisten und Sportler. Sie ist mit ihren mehr als 800 Vulkanen, schroffen Küsten, Klippen und Lagunen exotisch und ursprünglich. Einen fantastischen Ausblick hast du vom Aussichtspunkt Mirador de la Peña mit seinem fantastischen Ausblick auf das El-Golfo-Tal. Taucher können vor der Küste auf Mantas, Schildkröte und Wale treffen. 

Anreise: Du erreichst El Hierro von Teneriffa oder Gran Canaria aus mit dem Flugzeug, zudem gibt's eine Fährverbindung von Teneriffa.

Der Mirador de la Peña auf der Kanareninsel El Hierro im Sonnenuntergang.
Der Mirador de la Peña auf der Kanareninsel El Hierro im Sonnenuntergang. Foto: imago/robertharding

Die Kanalinsel Jersey

Auf Jersey ist das Meer nie weiter als zehn Minuten entfernt. Hotel-Hochhäuser und Touristennepp suchst du hier (zum Glück) vergebens. Auf der Kanalinsel dominiert, abgesehen vom Trubel in der Hauptstadt St. Helier, beschauliche dörfliche Idylle. 

Die Insel hat fünf Gesichter: Im Norden der Insel gibt es Steilklippen, im Westen einen langen Sandstrand (beliebt bei Surfern), im Süden Badestrände, im Osten kleine Ortschaften und Klippenlandschaft, im Inselinneren sind Wanderer und Radfahrer auf dem „Green Lanes“ unterwegs.

Anreise: Es gibt  zwischen April und Oktober Direktflüge von einigen deutschen Flughäfen – samstags ab Düsseldorf, Berlin, München, Hannover und Stuttgart. Ansonsten musst du in Großbritannien umsteigen. Du kannst auch mit der Fähre aus Poole und Portsmouth in Großbritannien oder aus St. Malo, Granville und Carteret in Frankreich anreisen.

Die Stadt Mont Orgueil und das Schloss auf der Kanalinsel Jersey
Idyllisch: Die Stadt Mont Orgueil und das Schloss auf der Kanalinsel Jersey. Foto: imago/robertharding

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