„Eine Reise ist wie ein Trunk aus der Quelle des Lebens.“ sagte schon der Lyriker Friedrich Hebbel über das Reisen. Das weiß ich (beschämend, aber wahr) leider nicht, weil ich gerade mein Literaturstudium abgeschlossen habe, sondern weil meine Mutter dies im Abschiedsbrief zitierte, den ich im Flieger unter Tränen las, als ich auf meine sechsmonatige Weltreise aufbrach.

Lange ist der Traum einer solchen Reise in meinem Kopf gereift, immer wieder habe ich potentielle Ziele gegoogelt und, wenn ich von einem kürzeren Trip zurückkam, überlegt, wie es wohl wäre, einfach den Rucksack zu packen, aufzubrechen und zu wissen: So schnell kommt man nicht mehr wieder.

Dass sich dieser Traum nun für mich erfüllen würde, konnte ich selbst kaum glauben, und obwohl alle Flüge gebucht waren, die Wohnung untervermietet, die Abschiedsparty gefeiert und alles gepackt und geplant war, fühlte sich der Gedanke absolut surreal für mich an – ein ganzes halbes Jahr lang, nur meine Reisegitarre und ich, einmal um die Welt. 

 

Seit zwei Monaten bin ich nun unterwegs, die Abschiedstränen sind in der tropischen Sonne getrocknet und ich bin angekommen im realen Alltag einer Weltenbummlerin, Backpackerin, Vagabundin. Sieben Länder stehen insgesamt auf dem Plan: Sri Lanka, Indonesien, Philippinen, USA, England, Nicaragua und Guadeloupe.

Sri Lanka war ein perfekter Einstieg. Denn das Land hat so unglaublich viel zu bieten, ist so laut, bunt und vielfältig...

Sri Lanka war ein perfekter Einstieg. Denn das Land hat so unglaublich viel zu bieten, ist so laut, bunt und vielfältig, dass man gar nicht anders kann, als sich voll und ganz darauf einzulassen. Ich bin beim Surfen Wasserschildkröten begegnet, habe wilden Elefanten beim Fressen zugeschaut, selber zu viel Rice and Curry gegessen. Ich bin jetzt noch begeistert, wie selbstverständlich die verschiedensten Religionen nebeneinander existieren und absolut erstaunt, wie gut und günstig man in diesem Land mit dem Zug voran kommt (der ist zwar langsam, aber dem Straßenverkehr vorziehen, denn der ist wirklich gewöhnungsbedürftig!).

Insgesamt drei Wochen verbrachte ich zum Surfen an der Südküste, die nicht nur gute Wellen zu bieten hat, sondern auch leere Traumstrände, denn der Tourismus kommt nach dem Tsunami und dem Ende des Bürgerkriegs erst langsam ins Rollen – bisher trauen sich vor allem Backpacker und Surfer ins Land (mal abgesehen von den typischen Reisebustouren).

Was für ein Glück für uns, so erlebt man noch eine total authentische Version von einem Land, das nicht mit Schönheit und Herzlichkeit geizt.  

Beides habe ich dann auch auf meiner achttägigen Tour durch Sri Lankas Inland erlebt: Beim Wandern auf den 'Little Adam's Peak' im Bergdörfchen Ella, im Tempel des heiligen Zahns in Kandy, auf der Fahrt mit dem Langstrecken-Tuk-Tuk nach Sigiriya, bei der Besteigung des 'Pidurangala Rock' (mein persönliches Highlight) oder während der Radtour durch Polonaruwas berühmte Ruinen (tatsächlich nicht ohne Grund UNESCO Weltkulturerbe).

 Packt euren imaginären Rucksack und kommt mit mir um die Welt!

Nach dem Monat Sri Lanka bin ich sicher: Hebbel hatte Recht! So lebendig habe ich mich lange nicht gefühlt und Lebensfreude steckt an. Deshalb freue ich mich, euch ab jetzt mit auf meine Reise zu nehmen, um euch ein bisschen davon abzugeben. Packt euren imaginären Rucksack und kommt mit mir um die Welt!

Eure Leo