Die riesigen weißen Hände, die aus dem Canal Grande in Venedig ragen, scheinen die Wände des Ca' Sagredo Hotels zu stützen. Oder ziehen die Hände das Gebäude etwa ins Wasser? Je nach Blickwinkel könnte beides der Fall sein.

Fest steht zumindest: Der italienische Künstler Lorenzo Quinn hat die Skulptur namens „Support“ absichtlich in dieser Doppeldeutigkeit erschaffen. 

„Die Hand hat so viel Kraft: die Kraft zu lieben, zu hassen, zu schaffen, zu zerstören“, sagt Lorenzo Quinn der Halcyon Gallery. Hände haben sowohl die Fähigkeit, die Welt zu retten, als auch, sie zu zerstören. 

Die Botschaft: Der Mensch hat sowohl die Fähigkeit, die Welt zu zerstören, als auch die Kraft, sie zu retten.

Und wo könnte diese Skulptur passender installiert sein als in Venedig? Nur wenige andere Städte auf der Welt sind so bedroht vom Klimawandel wie die wohl romantischste Stadt in Italien. Wenn die Erderwärmung weiter voranschreitet, dann könnte Venedig in weniger als 100 Jahren untergegangen sein. 

„Venedig ist eine schwimmende Kunststadt, die seit Jahrhunderten Kulturen inspiriert. Damit das so bleibt, braucht sie die Unterstützung unserer Generation und der künftigen“, so Quinn.

Die Skulptur wurde anlässlich der diesjährigen Biennale in Venedig (13. Mai bis 26. November 2017) angebracht.