Henderson Island liegt mitten im Südpazifik zwischen Chile im Osten und Australien im Westen, gehört zu den Pitcairninseln. Im Süd-Westen des Eilands stehst du an einer Steilküste, im Nord-Osten könntest du dein Handtuch auf weißem Sand ausbreiten und würdest auf das wunderschöne blaue Meer blicken. Vor allem aber hättest du deine Ruhe – die Insel ist nämlich unbewohnt.

Allerdings lässt sich diese Geschichte nur im Konjunktiv erzählen. Zum einen lässt sich das UNESCO-Welterbe sehr schwer erreichen. Zum anderen (und das ist die viel schlimmere Wahrheit!) versinkt das kleine Paradies im Müll.

Jennifer Lavers von der University of Tasmania hat die Insel untersucht und kommt zu einem verherrenden Ergebnis. Die Insel ist der am meisten verschmutzte Ort auf der ganzen Welt!

Nicht nur, dass der eigentliche Traum-Strand mit Plastikmüll übersäht ist – auch bis zu zehn Metern Tiefe in der Erde fand die Forscherin noch Müll. Sie schätzt, dass insgesamt 17 Tonnen Müll auf Henderson Island herumliegen oder vergraben sind. 

„Dass Tiere in dem Abfall leben, sollten wir nicht länger tolerieren“

Tiere nisten sich in den Dosen und Tonnen aus Plastik ein. „Dass Tiere in dem Abfall leben, sollte wir nicht länger tolerieren“, sagte Laver der englischen Daily Mail.  

Was ist der Grund dafür, dass eine Insel, die weit, weit weg von jeglicher Zivilisation ist, droht als Müllkippe im Meer zu versinken? Vermutlich der sogenannte Südpazifik-Wirbel. Kurz erklärt: Das ist eine Meeresströmung zwischen Australien und Südamerika. Dank des Sogs der Strömung gilt der Wirbel auch als Müllstrudel, denn er zieht den Müll des Meeres an. Henderson Island liegt genau am Rand dessen. Auf diese Weise werden die Tonnen an Müll höchstwahrscheinlich dort angeschwemmt. 

Diese Grafik des Bundesumweltamts zeigt, wie lange es dauert bis Müll abgebaut ist.
Diese Grafik des Bundesumweltamts zeigt, wie lange es dauert bis Müll abgebaut ist. Foto: Bundesumweltamt

Das Problem ist, dass es nach Angaben des Umweltbundesamtes zwei Jahrzehnte dauert bis eine Plastiktüte abgebaut ist. Ein Getränkehalter aus Plastik soll erst nach 400 Jahren abgebaut sein. Zum Vergleich: Eine Tageszeitung ist innerhalb von sechs Wochen passé.

Alice Forrest war 2015 im Auftrag der University of Tasmania auf der Insel. Mitgebracht hat sie ein Video, dass die ganze Dramatik zeigt: 

Auf ihrer Internetseite macht sie deutlich, wie leicht es wäre Plastikmüll zu vermeiden. So zeigt sie Schülern, wie aus alten T-Shirts Taschen werden. Außerdem fertigt sie Surfbretter aus Holz an und näht Taschen.