Mehr Luxus geht nicht: Miete dir eine Trauminsel

Weißer Sand, türkisfarbenes Meer und eine eigene Insel: Auf Thanda Island vor der Küste Tansanias genießen Reisende auf der Suche nach Luxus ihr ganz persönliches Paradies – wenn sie es sich leisten können. Schlapper Preis: 10.000 Dollar pro Nacht.

Ein Schatz im türkisblauen Indischen Ozean: die Privatinsel Thanda Island von oben.
Ein Schatz im türkisblauen Indischen Ozean: die Privatinsel Thanda Island von oben.

Foto: Schaffelhuber Communcations

Wie hebt sich ein Milliardär von all den anderen Reichen ab? Kaviar, goldene Rolex oder ein Bentley? So richtig exklusiv ist das ja nicht. Abgeschiedenheit, die er mit niemandem teilen muss  – das ist der neue Luxus. Wenn er dann noch das Gefühl hat, Gutes zu tun, umso besser.

Genau diese Ansprüche bedient Thanda Island, eine Privatinsel vor der Küste Tansanias, die Platz für bis zu zehn Erwachsene und neun Kinder bietet und die gemietet werden kann.

2006 entdeckte das vermögende schwedische Philanthropen- und Investorenpaar Christin und Dan Olofsson 25 Kilometer vor der Küste Tansanias das acht Hektar große Eiland. Die Olofssons, die in Südafrika ein Safari-Resort besitzen, waren auf der Suche nach einem privaten Luxusrefugium als Rückzugsort für ihre Familie mit drei Kindern und acht Enkelkindern.

Die Villa mit großer Terrasse ist dem Feriensitz der Kennedys nachempfunden
Die Villa mit großer Terrasse ist dem Feriensitz der Kennedys nachempfunden Foto: Britta Matzen

Ihr Inselparadies fanden sie südlich von Sansibar – weißer Sand, türkisblaues Meer, in dem man baden und schnorcheln kann. Nach zehn Jahren, zähen Verhandlungen mit der Regierung und sehr hohen Investitionen war 2016 die Traum-Residenz fertiggestellt. Zunächst wollten die Olofssons Thanda Island nur privat nutzen. Doch dann fiel ihnen auf, dass sie dafür zu wenig Zeit haben würden. Deshalb kann man die komplette Insel exklusiv buchen. Vorausgesetzt, man hat das nötige Kleingeld dafür. 10.000 Dollar kostet das Luxus-Domizil pro Nacht. 

„Man macht sich kein Bild, wie viel Arbeit es war, Thanda Island so zu gestalten, wie es heute ist“, sagt der italienische Hotelchef Oscar Bertozzi Pucci. „Jede Schraube, jede Fliese, jedes Möbelstück musste mit der Dhau, dem traditionellen Boot der Einheimischen, auf die Insel transportiert werden. Containerschiffe können hier nicht anlegen, weil wir uns auf einem Korallenriff befinden.“

Außer den 400 Palmen seien der weiße Steinway-Flügel, das überdimensionale Aquarium im Wohnzimmer sowie der gläserne Infinity-Pool die größten Herausforderungen gewesen.

Steward Ubwa sorgt dafür, dass es den Gästen an nichts mangelt.
Steward Ubwa sorgt dafür, dass es den Gästen an nichts mangelt. Foto: Britta Matzen

Auf Annehmlichkeiten müssen Gäste nicht verzichten. Das elegante Haupthaus aus weißem Holz ist John F. Kennedys Feriensitz auf Cape Cod nachempfunden. Fünf Suiten sind über eine ausladende Veranda miteinander verbunden.

Es gibt ein Wohn- und ein Esszimmer, eine Bibliothek, die mit der Ernest-Hemingway-Sammlung des Hausherrn ausgestattet ist, einen Fitness-Raum, einen Tennisplatz, ein mit Jetskis und Stand-up-Paddling-Equipment ausgerüstetes Bootshaus, einen gläsernen Pool, zwei „Bandas“ genannte tansanische Holzhütten mit Palmwedeldächern und einen Panic-Room. „Für den Notfall. Bei Alarm ist in spätestens 45 Minuten die Polizei hier“, sagt Guestrelation-Managerin Antigone Meda.

Eingerichtet haben die Hausherren ihr Anwesen selbst. Das Ergebnis ist ein ungezwungener und stilvoller Wohlfühl-Chic, der mit handverlesenen Kostbarkeiten aus Schweden und Afrika ausgestattet ist.

Hinter den Kulissen sorgen die Mitarbeiter mit viel Technik und Know-how dafür, dass alles einwandfrei funktioniert – und zwar im Einklang mit der Natur. Denn Nachhaltigkeit wird auf Thanda großgeschrieben. „Wir haben auf der Insel die größte private Solaranlage Tansanias. 490 Quadratmeter messen unsere Solarmodule“, sagt der Technische Leiter Johan Jordaan.  

Kulinarische Leckereien auf Thanda Islands

Außerdem wird einer der ältesten Träume der Menschheit wahr gemacht: Die Mitarbeiter verwandeln Meerwasser in Süßwasser. „20 Liter können wir in der Stunde produzieren“, sagt Jordaan. Das Abflusswasser aus Dusche und WC werde gereinigt und für die Bewässerung des Gartens verwendet.

Christin und Dan Olofsson sind auch in diversen Sozialprojekten engagiert. Sie unterstützen den einheimischen Nachwuchs in der Schule, sie fördern Programme, die die Lebensbedingungen der Bevölkerung verbessern, und sie setzen sich für den Erhalt der gefährdeten Meeresbewohner wie Schildkröten, Delfine oder Walhaie ein. Zudem kommen viele der Angestellten von den benachbarten Inseln.

Auch kulinarisch bleiben auf Thanda Island keine Wünsche offen. Die südafrikanische Küchenchefin Melissa Macdonald zaubert mit ihrem Team täglich die köstlichsten Genüsse. „Womit kann ich euch heute Abend eine Freude machen? Wie wär’s mit Lobster?“ Wenig später sitzen wir mit der 32-Jährigen im Speedboot nach Mafia Island, um einzukaufen. 

Muschel auf Thanda Islands
Thanda Island ist umgeben von einem Korallenriff. Hier findest du die schönsten Muscheln und Seesterne, die du aber alle nicht mitnehmen darfst. Foto: Britta Matzen

Nachdem Melissa in Kilindoni ein paar prächtige Hummer gekauft hat, geht’s weiter zum Markt, wo es exotisch nach Gewürzen und Früchten duftet. Über allem schwebt der Staub, der bei jedem Schritt von der Straße aufsteigt. Wir sind die einzigen Touristen zwischen lachenden Kindern auf Fahrrädern, barfüßigen Frauen in bunten Wickelkleidern und Männern in knielangen Hemden mit bestickter Kofia auf dem Kopf. Die Bevölkerung ist überwiegend muslimisch.

Fremde kommen nur selten her. Wenn ihr fotografieren wollt, müsst ihr die Leute vorher fragen“, rät Melissa, während sie mit einem Obsthändler über Mangos verhandelt.

Dinner am Strand der Privatinsel

Am Abend ist die Tafel für uns am Strand unserer Privatinsel gedeckt. Fackeln leuchten den Weg. Melissa hat ein köstliches Mahl zubereitet, das uns Ubwa und David servieren: Salat von grüner Papaya, Pasta mit Hummer und zum Abschluss Orangen-Schokoladen-Soufflé. Himmlisch. „Noch ein Glas Champagner, Ma’am?“, fragt Ubwa. Ach ja, warum nicht.

Über uns leuchten die Sterne, sanft schlagen die Wellen, und plötzlich beginnt das Meer zu glitzern. Sinnestäuschung oder zu viel Schampus? „Das ist Meeresleuchten. Mikroskopisch kleine Organismen erzeugen das Funkeln“, erklärt Oscar. Was für ein Naturschauspiel. Die Lichtblitze sind überall. Im Sand, im Wasser, im Himmel, in unseren Händen – einfach magisch.

Am nächsten Tag wollen wir die Unterwasserwelt erkunden. Dazu fahren wir auf die Nachbarinsel zum Mafia Island Diving Center. „Wir sind hier mitten im 822 Quadratkilometer großen Marine Park, einem der größten Schutzgebiete im Indischen Ozean“, berichtet Tauchlehrer David von Helldorf. Dynamitfischen und gewerbliches Fischen seien hier verboten. „Aber viele Inselbewohner leben vom Fischfang. Deshalb versuchen wir eine Balance zu finden zwischen Naturschutz und den Bedürfnissen der Einheimischen.“

Einheimische Fischer sind mit der traditionellen Dhau unterwegs.
Einheimische Fischer sind mit der traditionellen Dhau unterwegs. Foto: Britta Matzen

Mit der Dhau fahren wir hinaus zu einem Riff. „Mehr als 400 Fischarten leben hier, und dutzende verschiedene Korallen“, sagt der 40-jährige Belgier, bevor es in die Tiefe geht. Eine Stunde später sind alle überglücklich. Mantas, Riffhaie und Fische mit Punkten und grünen Augen haben wir entdeckt. „Beim nächsten Mal trefft ihr bestimmt auf eine Meeresschildkröte“, meint unser Tauchlehrer, als wir anschließend auf einer Sandbank picknicken. Schade nur, dass wir am Tag darauf abreisen müssen. „Dann müsst ihr eben wiederkommen“, sagt David. Schön wär’s. 

Kommentare
Erhalte täglich Reisegeschichten, folge uns auf Facebook:
Die Autorin
Britta Matzen war immer schon eine Weltenbummlerin. Die Redakteurin der Lübecker Nachrichten lebte während des Studiums in Kalifornien und Italien und stillt heute ihr Fernweh, ind ... mehr
Reisereporter
Reiseportal
+ Folgen
#Trending
Zur
Startseite