Lissabon: 10 Tipps fürs Wochenende | reisereporter.de

10 Tipps für ein Wochenende in Lissabon

Verwinkelte Gassen, der Klang von Fado und der Duft von frisch gebackenen Pastel de Natas: Lissabon hat sich über die Jahre seinen authentischen Charme bewahrt. Zehn Tipps für einen Wochenend-Trip in die portugiesische Hauptstadt.

Das farbenfrohe Stadtbild von Lissabon.
Das farbenfrohe Stadtbild von Lissabon.

Foto: pixabay/skitterphoto

1. Pastel de Natas in Belém essen

Die Portugiesen sind nicht gerade wegen ihrer Frühstückskultur bekannt. Ein starker Espresso (Bica) oder ein Milchkaffee (Galão) reichen aus, um in den Tag zu starten. Schwer nachvollziehbar. Allerorts riecht es nach frisch gebackenen Pastel de Natas. Die Törtchen (bestehend aus Blätterteig, Vanillepudding und Zimt) werden nahezu an jeder Straßenecke für einen Euro angeboten. Nach dem Originalrezept des Hieronymus-Klosters in Belém verkauft jedoch nur noch das Café Fábrica dos Pastéis de Belém die süße Versuchung – 20.000 Stück pro Tag, sieben Tage die Woche. Unwiderstehlich lecker.

Pastels de Natas in Belém
Das Original: die Pastels de Natas in Belém. Foto: Tanja Köhler

2. Blick auf die Dächer von Lissabon

Picknickdecke einpacken und  zum Parque Eduardo VII. fahren: Die 25,8 Hektar große Grünfläche auf einer Anhöhe ist einer der beliebtesten Aussichtspunkte Lissabons. Von dort schweift der Blick über das Denkmal des Marquês de Pombal runter zum Tejo. Links der Stadtteil Alfama, rechts das Bairro Alto und hinter einem das Denkmal zur Nelkenrevolution.

Alternativ: Die Festungsanlage Castelo de São Jorge am frühen Vormittag besichtigen, denn ab 10.30 Uhr bildet sich eine lange Schlange vor dem Eingang. Die Burg wurde von den Mauren gebaut und 1755 von einem starken Erdbeben zerstört. Von der Aussichtsplattform bietet sich ein weiter Blick über die Stadt bis zur Atlantikmündung. Angst vor Pfauen sollte man nicht haben – die zutraulichen Tiere gehen in der Anlage gerne einmal auf Tuchfühlung. 

3. Saudade und Fado in Alfama erleben

Kaum ein anderer Stadtteil spiegelt die Geschichte Lissabons besser als Alfama: Einst Wohnviertel der Fischer, hat sich der maurisch geprägte Stadtteil mit seinen verschachtelten, bunten Häusern zum Herzstück von Lissabon entwickelt. Aus den kleinen Restaurants und Bars schallt nachts melancholischer Fado. Er handelt von unglücklicher Liebe, vergangenen Zeiten, sozialen Missständen und Saudade – den für Lissabon stehenden Weltschmerz. Beim Schlendern durch das Labyrinth aus verwinkelten Gassen und engen Treppen kann man dieses gemischte Gefühl von Sehnsucht, Wehmut und Fernweh gut nachempfinden. 

 

4. Für einen Bacalhau zur Polizei

Die Lissabonner werfen auch inmitten des Touristentrubels von Alfama fangfrischen Fisch auf den Grill. Gegenüber des Fado-Museums bekommt dann auch jedermann portugiesische Hausmannskost auf die Teller: das Nationalgericht Bacalhau (Stockfisch), gegrillter Oktopus, Cataplana (Fischeintopf) und gegrillte Sardinen. 

Wer den besten Bacalhau Lissabons essen möchte, sollte die Altstadt verlassen. Im Restaurant „O Polícia“ (übersetzt: „die Polizei“) gibt es neben der gegrillten Variante auch einen Bacalhau aus dem Ofen. Da das Restaurant bei den Lissabonnern sehr beliebt ist, sollte ein Tisch reserviert werden. 

O Polícia | Rua Marquês Sá da Bandeira 112 | erreichbar mit der blauen und roten Metro-Linie, Haltestelle São Sebastião | täglich geöffnet von 12 bis 15 Uhr und von 19 bis 22 Uhr

Der beste Bacalhau Lissabons im „O Polícia“.
Der beste Bacalhau Lissabons im „O Polícia“. Foto: Tanja Köhler

5. Ozenarium und Expo-Gelände: Das neue Lissabon

Modern zeigt sich das Expo-Gelände am Tejo-Ufer: Futuristische Hochhäuser säumen den Park der Nationen, der „Vasco da Gama“-Turm ragt in die Höhe und eine 17 Kilometer lange Brücke überspannt den Fluss. Zwischen den Pavillons – die mittlerweile Callcenter, Start-Ups und ein Casino nutzen – steht das über die Landesgrenzen hinaus bekannte Ozeanarium. Es ist das zweitgrößte Aquarium der Welt und zeigt die Vielfalt maritimer Lebewesen. Wer lieber hoch hinaus möchte: Eine Seilbahn führt noch immer über das Gelände der Weltausstellung von 1998.

Oceanário de Lisboa | Esplanada Dom Carlos I | täglich geöffnet von 10 bis 20 Uhr

6. Feiern im Bairro Alto

Das Bairro Alto, die Oberstadt von Lissabon, hat zwei Gesichter: Vormittags ein beschauliches Viertel, in dem Hausfrauen in Kittel ihre Einkäufe vom Wochenmarkt nach Hause schleppen. Spätnachmittags bis tief in die Nacht: ein In-Viertel mit Designerboutiquen, typisch portugiesischen Bars und unglaublich vielen Clubs. 

Ab Mitternacht wird es richtig eng in den parallel verlaufenden Gassen des Bairro Alto. Zum Tanzen zieht es die Einheimischen und Touristen ins A Capela und ins Fragil. Am Besten an der Metro-Station Baixa-Chiado (blaue und grüne Linie) aussteigen. Nach Jahren exzessiven Feierns ist mittlerweile um 2 Uhr Schluss. 

7. Ans andere Tejo-Ufer

Die Umgebung von Lissabon ist reizvoll - wieso also nicht einmal das Tejo-Ufer wechseln? Vom Bahnhof Cais do Sodré legt eine Fähre nach Cacilhas ab. Nach der Überfahrt warten dort kleine Restaurants auf dich. Wer an einem heißen Tag lieber im Atlantik baden möchte, der sollte besser in den Zug nach Cascais und Estoril steigen. Die Fahrt in die Badeorte ist für Inhaber der Lissabon-Card inklusive. 

 

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8. Einmal ins Gulbenkian-Museum

Wer Kunst mag, liebt das Gulbenkian-Museum: Die Stiftung besitzt eine einzigartige Sammlung, die in 17 Sälen gezeigt wird. Sie umfasst zeitgenössische Kunst, bis zu 4.000 Jahre alte ägyptische Statuetten und orientalisches Kunsthandwerk. Sehenswert ist zudem der Park, der das Museum umschließt. Bei der Freilichtbühne werden regelmäßig offene Meditationen angeboten.

Museu Calouste Gulbenkian | Av. de Berna 45a | Mittwoch bis Montag von 10 bis 18 Uhr

9. Rein ins Leben, raus aus der Straßenbahnlinie 28

Vom Bairro Alto ruckelt und schlängelt sich Lissabons beliebteste Straßenbahnlinie 28 Richtung Alfama. Platzangst sollte keiner der Fahrgäste haben. Hier stehen alle dicht aneinander gedrängt – wie in einer Sardinenschachtel. Also besser in der Unterstadt Chiado aussteigen und vom Handelsplatz über den Triumphbogen zum Rossio-Platz bummeln. Viele kleine Cafés säumen den Platz, an dem früher die Bahnreisenden ankamen. Während des Salazar-Regimes war er bei Agenten beliebt. Sie tauschten hier ihre Informationen aus. Vom Rossio-Platz sind es auch nur noch ein paar Schritte zur Avenida da Liberdade – Lissabons teuerster Einkaufsmeile. Kreditkarte also nicht vergessen.

10. Es müssen Sardinen sein

Egal ob frisch auf den Teller oder in Olivenöl konserviert: Ein Leben ohne Sardinen ist für Lissabonner undenkbar. In den Supermärkten reihen sich die bunt bedruckten Fischkonserven meist auf mehreren Metern. Und auch rund um den Rossio-Platz ist das Gourmetprodukt in mehreren Läden zu finden. Sardinendosen mit alten Motiven gibt es jedoch kaum noch. Beliebte Mitbringsel sind modernere Motive mit Jahreszahlen-Aufdruck. 

/sardine/

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