Südafrika-Urlaub: Lodges & Weinberge | reisereporter.de

Südafrika: Ein Land voller Möglichkeiten

Südafrika ist ein Land, in dem die Welten aufeinanderprallen. Das kann hier und da erschrecken. reisereporterin Franziska Horstmann jedoch hat es einfach fasziniert. 

Giraffe in Südafrika
Komplett entspannt: Die Giraffen lassen sich von den Touristen nicht aus der Ruhe bringen.

Foto: Franziska Horstmann

Der Tag beginnt mit dem schrillen Dröhnen meines Weckers um 5 Uhr morgens. Das trifft mich hart, besonders im Urlaub. Aber wie sich zeigen wird, lohnt sich die Entscheidung, gegen mein inneres Bedürfnis anzukämpfen, mir noch einmal die Bettdecke über den Kopf ziehen zu wollen. Ein morgendlicher Fußmarsch durch den Busch der Pezulu Tree House Lodge in der südafrikanischen Region Gauteng und Mpumalanga (nahe des Krüger-Nationalparks) steht an.

Der Wildführer begrüßt seine Gäste, die ihn alle noch aus sehr kleinen Äuglein müde anblinzeln, mit einem fröhlichen Lächeln. Ich scheine mit meiner tiefen Müdigkeit nicht allein zu sein und frage mich, wie man um diese Zeit schon so fröhlich sein kann. Es dämmert langsam und am Himmel zeigen sich kleine, pinkfarbene Wölkchen, die einen wunderbaren Sonnenaufgang und einen strahlenden Tag versprechen. Immerhin – das sieht vielversprechend aus.

Giftige Schlangen? Oh ja!

Wir stapfen los. Unser Wildführer erklärt mit ruhiger Stimme die Besonderheiten von Flora und Fauna. Ein Gast fragt, ob es in diesem Teil des Landes viele gefährliche Schlangen gäbe. Die Antwort ist eindeutig: ja! Sehr gefährliche sogar. Eine dieser Schlangen ist die Puffotter, eine Schlange aus der Familie der Vipern, deren giftiger Biss das Gewebe ihres Opfers zerstört. Keine schöne Vorstellung.

Ein Blick auf meine Mitwanderer bestätigt mein Unbehagen. Auf allen Armen zeigt sich leichte Gänsehaut. Der Gedanke, auf so eine Schlange zu treffen, ist schon unheimlich. Wir werden aber gleich beruhigt: 90 Prozent der Menschen, die an Schlangenbissen sterben, seien diejenigen, die die Schlangen jagen, meint unser Wildführer. 

Beruhigt setzen wir unseren Weg fort, bis wir an einem monströs wirkenden Termitenhügel ankommen. Der Wildführer steckt einen Stock in ein kleines Loch des Hügels, rührt ein wenig in dem Bau herum und zieht den Stock wieder heraus. Ein paar Termiten krabbeln darauf herum, die uns sogleich als besonders eiweißhaltig zum Frühstück angepriesen werden. Mir verschlägt es spontan den Appetit. Auch die anderen können sich nicht überwinden. Glück im Unglück für die kleinen Krabbler.

Als wir auf dem Rückweg um eine Ecke biegen, bleiben wir ruckartig stehen. Zwei Giraffen schreiten anmutig über den Weg, keine fünf Meter von uns entfernt. Der Anblick ist atembraubend. Es hat uns allen die Sprache verschlagen. Fasziniert beobachten wir die Tiere, die uns so nahekommen, und schauen zu, wie sie mit ihren langen Zungen ein paar Blätter von den Bäumen zupfen und gemächlich kauen. Der Anblick dieser eleganten Tiere, die sich durch uns kein bisschen stören lassen, ist so schön, dass wir, nachdem die Giraffen weitergezogen sind, ganz still, ja fast andächtig zur Lodge zurückkehren.

Farmleben in Südafrika: Straußenküken und Schafweiden

Weiter im Süden des Landes kann man in der Nähe der Stadt Heidelberg auf der Skeiding Guest Farm südafrikanische Landluft schnuppern. Das Gelände der Farm umfasst etwa 1.200 Hektar, auf denen sich Strauße, Schafe, Rinder und einige Hunde tummeln. Das Farmgebäude liegt auf dem Gipfel eines Hügels, wodurch sich mir ein atemberaubender Blick über die endlose Weite der Felder und Weiden bietet. Ich merke sofort, wie sich in mir alles entspannt und ruhig wird. Herrlich. 

Farmer Neels schlägt mir für den nächsten Morgen eine Farmtour mit dem Pick-up vor. Wieder früh aufstehen. Das kostet mich Überwindung. Aber schon als ich am Morgen zusammen mit einem der Hunde auf die Ladefläche des Pickup klettere und mir der frische Wind um die Nase weht, bekomme ich den Verdacht, dass sich die Überwindung wieder gelohnt hat. 

Futterneid unter Vogelsträußen

Die Fahrt geht zuerst zu einer der Straußenweiden. Die Vögel warten bereits ungeduldig auf ihr Futter und scharren im Sand. Ich steige vom Pick-up und schaue Neels dabei zu, wie er einen Haufen Körner aus den mitgebrachten Säcken schüttet. Die Strauße picken drauf los. Ab und zu hebt einer von ihnen den Kopf und wirft einen Blick in meine Richtung. Irgendwie fühlen sich die Blicke misstrauisch an. Vermutlich Futterneid. Da heißt es lieber wieder Sicherheitsabstand auf dem Pickup einnehmen.

Weiter geht es zu einer der Schafweiden. Eine Karakal, eine mittelgroße Katze, die aufgrund ihrer optischen Ähnlichkeit zu Luchsen manchmal auch Wüstenluchs genannt wird, macht dem Farmer Sorgen. Das Tier reißt in der Nacht die Lämmer. Tatsächlich sehen wir auf der Weide dann einige gerissene Jungtiere liegen. Der Anblick ist bedrückend. Um dem Spuk ein Ende zu bereiten, hat der Farmer eine Falle aufgestellt. Wir fahren hin, um zu schauen, ob er erfolgreich war, aber der Karakal war wohl zu schlau, um sich erwischen zu lassen. 

Schafherde auf der Skeiding Guest Farm
Mit dem Pickup durch die Ländereien der Skeiding Guest Farm. Foto: Franziska Horstmann

Wir fahren weiter und inspizieren die anderen Weiden. Es scheint soweit alles in Ordnung zu sein. Eine kleine Horde von Straußenküken, die aufgeregt um die Beine ihrer Mutter laufen, kreuzt unseren Weg. Ein Wirbelwind aus puscheligen kleinen Federkugeln auf Stelzenbeinchen. Ein herrliches Gewusel. Wir scheinen den Küken aber nicht ganz geheuer zu sein, also lassen wir sie wieder in Ruhe und fahren langsam zurück zur Farm. Und mittlerweile ist auch meine Müdigkeit komplett verschwunden.

Sportlich durch die Weinberge

In der Region um Stellenbosch und Franschhoek werden unzählige Erlebnisse rund um den Wein angeboten. Die Möglichkeiten sind endlos, etliche Weingüter bieten Verkostungen an. Ich entscheide mich schließlich dafür, mit einem Fahrrad durch die Weinberge zu sausen.

Treffpunkt und Start der Radel- und Weinverkostungstour ist das Asara Wine Estate & Hotel. Das Anwesen bietet von seiner Terrasse aus einen himmlischen Blick über grüne Wiesen und Weinberge. Ich habe das plötzliche Bedürfnis, mich auf eines der gemütlich aussehenden Sofas auf der Terrasse plumpsen zu lassen, die Füße hochzulegen und einen der in den Karaffen leuchtenden Weine zu probieren. Aber weit gefehlt. Stattdessen darf ich mir einen passenden Helm aussuchen und mich auf ein Fahrrad schwingen. Ab geht es.

Auf einem holprigen Weg rasen wir den Hügel hinunter. Für einen Moment befürchte ich, schon zu Beginn des Ausflugs im Sand zu landen. Aber auch ich komme an der Hauptstraße an, der wir ein kleines Stück folgen. Entspanntes Radeln. Hatte ich gedacht. Dann aber geht es seitlich ab auf einen Kiesweg, der sich unerbittlich den nächsten Hügel hinauf windet. Ich kämpfe gegen Sand und Kieselgeröll an. Gar nicht so einfach. Mittlerweile ist von allen angestrengtes Schnaufen zu hören. Die Anstrengung wird jedoch belohnt. Erste Etappe ist die Skilpadvlei-Weinfarm, auf der wir uns im Schatten ausruhen und einige ausgesuchte Weine probieren dürfen. 

Kaum erholt, radeln wir auch schon weiter. Nun geht es zwischen den Reihen mit Weinstöcken entlang. An einigen hängen sogar noch Trauben, obwohl die Haupterntezeit schon vorbei ist. Wir dürfen vom Fahrrad steigen und ein bisschen naschen. Die übrig geblieben Trauben sehen zwar schon ein wenig schrumpelig aus, schmecken aber herrlich süß und sind noch erstaunlich saftig. Ein Genuss nach der Anstrengung in der prallen Sonne. Ich bunkere ein paar für den Rückweg. Vorsichtshalber. Man weiß ja nie, wie anstrengend es wird.

Weinreben in Südafrika
Mühsame Anreise, aber es lohnt sich: Auf Kieselwegen ging es zu den Weinbergen. Foto: Franziska Horstmann

Mit einem weiteren Abstecher über die Lovane-Weinboutique geht es nun wieder zurück zum Asara Wine Estate, dem Ausgangspunkt der Tour, wo wir die letzte Verkostung vornehmen. Die Weingebiete mit dem Fahrrad zu erkunden, lohnt sich. Aber Achtung: Bei der Buchung sollte darauf geachtet werden, welches „Level“ der Fahrradtour gewählt wird, da unterschiedlich anstrengende Touren angeboten werden.

Fest steht: Südafrika lohnt sich

Wer Lust auf einen abwechslungsreichen und spannenden Urlaub mit vielen unterschiedlichen Eindrücken und Erlebnissen hat, der sollte Südafrika unbedingt als eine Möglichkeit in Erwägung ziehen. Es wird in jedem Fall eine aufregende und beeindruckende Erfahrung werden.

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Die Autorin
Franziska Horstmann, tummelt sich hauptberuflich in den Paragraphenwäldern, nutzt aber jede Gelegenheit, den Duft der weiten Welt zu schnuppern. Schon während der Schulzeit hat sie ... mehr
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