Einzigartige Erlebnisse verspricht Jamaikas Tourismusminister Edmund Bartlett mit seiner Cannabis-Offensive. Als neues Geschäftsfeld für den Tourismus in dem Land will der Minister Medizintourismus fördern. Als Vorbilder dienen Amsterdam und Colorado, wie Bartlett der Travel Pulse sagte. Im Klartext: Kiffen gegen Schmerzen soll auf Jamaika noch in diesem Jahr legalisiert werden. 

Allerdings legt Bartlett den Begriff Medizintourismus sehr weit aus. So falle auch Wellness darunter. Und der Minister weiß auch schon genau, in welcher Region Kiffer künftig glücklich werden: Die südwestliche Küste sei ideal dafür – also darf auch in Kingston gekifft werden. Das sagte er dem Jamaica Gleaner. Bis zum Jahr 2021 will Bartlett die jährlichen Besuchszahlen auf fünf Millionen Touristen erhöhen und damit einen Umsatz von fünf Milliarden US-Dollar generieren (etwa 4,5 Milliarden Euro). Bis Ende 2017 soll das Programm umgesetzt sein.

Warum das Land erst jetzt auf etwas setzt, wofür es quasi seit immer und dank Bob Marley bekannt ist, hängt wohl damit zusammen, dass sich der Tourismus in den umliegenden Ländern wie der Dominikanischen Republik besser entwickelt hat als in Jamaika. Und auch der Vorbild-Bundesstaat Colorado verzeichnet einen Anstieg der Tourismuszahlen sowie weniger Kriminalität im Zusammenhang mit Cannabis.

Schon vor rund zwei Jahren lockerte Jamaika die Gesetze zum Cannabis-Konsum. 57 Gramm dürfen Konsumenten besitzen.