Alexander „Honey“ Keen berichtet aus Marrakesch

Im Dschungelcamp hatte er einen zu dicken Hals, bei der Nation sorgt er regelmäßig für selbigen: Alexander „Honey“ Keen, selbsternanntes Model, versucht sich derzeit als TV-Moderator. Klappt nicht so richtig. Jetzt der nächste logische Schritt: Er schreibt einen Gast-Beitrag für uns ...

Alexander „Honey“ Keen berichtet aus Marrakesch.
Alexander „Honey“ Keen (34, oben) berichtet für uns aus Marrakesch.

Foto: Renato Leo

„Die Europäer haben die Uhren, wir haben die Zeit“, sagt ein afrikanisches Sprichwort. Weise, wahr und genau wonach ich mich sehnte nach recht anstrengenden Terminen in den vergangenen Wochen. Durchatmen – das geht in Marokko ganz hervorragend. Während ihr in der Wüste oder am Meer entspannen könnt, erwartet euch in Marrakesch die volle Ladung Gerüche, Geräusche und Farben.

In einer Stadt wie Marrakesch ist eine Sache enorm wichtig: Ein einladender Rückzugsort als Ausgleich zum wuseligen Treiben in den Straßen und auf den Märkten. Ein besonderes Highlight sind die Riads – traditionelle Häuser mitten in der Medina, welche immer über einen Innenhof verfügen und mittlerweile oftmals zu kleinen Hotels umgebaut worden sind.

Auf der Dachterasse des „Riad Llena“ könnt ihr euch beispielsweise eine Badewanne einlassen. Im Innenhof des „Riad Magi“ Orangen pflücken und das Dach des „El Faran“ mit seinen weißen Paravents für private Feierlichkeiten mieten. Einzigartig ist auch der Concierge-Service, der euch auf Wunsch einen qualifizierten Cityguide stellt.

Wer hingegen ein klassisches Hotel bevorzugt und trotzdem wert auf Authentizität legt, dem empfehle ich das „Les Jardins de Agdal“ mit einem schönen Pool und einem tollen begrünten Innenhof.

Erholen vom Marktgeschrei lässt es sich am besten in einem Hamam. Hier könnt ihr euch nach traditionellem Gebrauch massieren lassen. Mein Tipp: das „Les Bains de Marrakech“.

Ein Haman-Besuch macht hungrig und ich liiiiiebe essen, das trifft sich in Marrakesch besonders gut, denn hier lässt es sich lecker, gesund und vor allem sehr günstig essen. Unbedingt das traditionelle Gericht „Tajine“ ausprobieren, welches in einem zylinderförmigen Gefäß stundenlang geschmort und mit Fleisch wie Lamm oder Taube zubereitet wird.

„Honey“ mit Herz-Henna-Tattoo.
Stilecht: „Honey“ mit Herz-Henna-Tattoo. Foto: Renato Leo

Auf dem Platz „Djamaa al Fna“ gibt es unzählige Restaurants und Stände, die das marokkanische Nationalgericht für wenig Geld frisch zubereiten. Wer wissen möchte, wie sich eine „Tajine“ auch daheim zubereiten lässt, sollte unbedingt einen Kochkurs im neueröffneten „Lotus Chef“ buchen! In einem Riad wie aus 1000 und einer Nacht wird man in kleinen Gruppen nicht nur in die wunderbare marokkanische Küche eingeführt, man kann sich dort auch Henna-Tattoos auf Hand und Füße zaubern lassen.

Frisch gestärkt vom Mittagessen, empfehle ich einen Verdauungsspaziergang im schönsten botanischen Garten der Stadt – dem Jardin Majorelle. Anfang der 1980er-Jahre vom Modedesigner Yves Saint Laurent gekauft und neu kultiviert, sagte Laurent über seinen Jardin: „Ich träume oft von diesen Farben“. So wird es wohl jedem ergehen, der in dieses Pflanzen-Paradies (angeblich mehr als 300 Arten) eintaucht, ein wahrhaft himmlischer Ort.

Berühmt ist Marrakesch vor allem für seine Altstadt „Medina“, in welcher die legendären Märkte, genannt Souks, zu finden sind. Hinter der orange-roten Stadtmauer, die Medina umgibt, befindet sich eine andere Welt: überall schmale, verwinkelte Gassen, Stadttore und kleine Plätze.

Von Lederhändlern, über Gewürze, Kleidung, Silberwaren, Gemüse und Obst gibt es auf den Basaren alles zu kaufen, was das Herz begehrt. Doch Achtung: Feilschen ist hier alles! Handeln gehört in Marrakesch dazu und meist lässt sich der Preis noch um mehr als 50 Prozent reduzieren. Das gilt übrigens auch für Taxifahrten, deren Preise VOR Fahrtantritt verhandelt werden.

Vorsicht: Es verläuft sich sehr leicht im Gassen-Labyrinth der Medina. Aber keine Panik, einfach nach dem zentralen Marktplatz „Djamaa al Fna“ fragen. Der Platz ist Basar und Bühne zugleich: Hier treten Feuerschlucker und Akrobaten auf, Schlangenbeschwörer sind hier ebenso zu finden wie Essenstände. Mein Tipp: Die Stände dort mit frisch gepressten Säften für umgerechnet nicht einmal 50 Cent ausprobieren.

Ein Ausblick, der „Honey“ begeistert.
Ein Ausblick, der „Honey“ begeistert. Foto: Renato Leo

Auch lohnt es sich, dem Marktplatz abends einen Besuch abzustatten und sich von dem orientalischen Flair mitreißen lassen: Auf der Dachterrasse chillen, Minztee trinken ... Aber Achtung, unbedingt ungesüßt bestellen, wenn man keinen Zuckerschock erleiden möchte! Den ganzen Marktplatz von oben beobachten lässt es sich besonders gut im „Café de France“ – traumhafte Sonnenuntergänge inklusive.

„Die Europäer haben die Uhren, wir haben die Zeit“ – nirgends trifft das so gut zu wie auf einen Aufenthalt in Marrakesch. Also nehmt euch die Zeit und entschleunigt. Umso mehr ihr erfahrt, umso mehr werdet ihr über Marokko wissen wollen. Das Land hat so viele Schichten und Geschichten, geographisch wie auch kulturell und politisch. Und es lohnt sich, mal nicht das Smartphone oder die Uhr den Takt vorgeben, sondern sich einfach durch die „Perle des Orients“ treiben zu lassen.

❤ Euer Honey

Honey's Marrakesch-Eindrücke im Video:

 

 

 

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