Passkontrolle: Das wird gecheckt | reisereporter.de

Passkontrolle: Das checken die Grenzpolizisten

Warum dauert die Passkontrolle am Flughafen bei manchen so lange? Und warum gucken die Grenzpolizisten eigentlich so grimmig? Der reisereporter hat nachgefragt.

Frau mit Reisepass am Flughafen
Frau mit Reisepass. Was prüfen die Grenzpolizisten eigentlich bei der Kontrolle?

Foto: imago/blickwinkel

Wenn du Urlaub in einem der 26 Mitgliedsländer des Schengenraums machst, ist alles easy: Dann steht keine Passkontrolle am Flughafen an.

Wenn du aber außerhalb des Schengen-Raums in die USA, nach Afrika, Asien oder auch nach Großbritannien reisen willst, dann kommst du bei der Ein- und Ausreise nicht an der Passkontrolle vorbei.

Albert Poerschke, Pressesprecher der Bundespolizei am Flughafen München, hat dem reisereporter wichtige Infos und auch die ein oder andere kuriose Anekdote verraten.

Was checken die Grenzpolizisten?

Die Beamten der Bundespolizei prüfen folgendes: Ist der Reisepass echt? Ist er gültig? Ist derjenige, der den Pass vorlegt, auch dessen Besitzer?

Seit dem 7. April 2017 wird noch eine Sache mehr geprüft, Grundlage ist eine Neuerung im Schengener Grenzkodex: „Die Kollegen müssen auch bei jedem EU-Bürger beim Überschreiten der Schengen-Außengrenze die Daten im polizeilichen Fahndungssystem überprüfen.“ Vor der Neuerung wurde diese Überprüfung nur bei Nicht-EU-Bürgern durchgeführt.

Das heißt: Wenn du zum Beispiel eine Reise nach Marokko oder einen Städtetrip nach London machst, wird vor dem Abflug am Flughafen in Deutschland überprüft, ob nach dir gefahndet wird. Diese Fahndungsabfrage dauere wenige Sekunden, so Poerschke.

Gucken eigentlich alle Grenzpolizisten grimmig?

Poerschke lacht: „Ich verstehe die Frage... Der Eindruck mag vielleicht daher kommen, dass die Arbeit hohe Konzentration und eine gewisse Neutralität dem Reisenden gegenüber erfordert. Das kann vielleicht als grimmig gedeutet werden.“ 

Wird der Passagier zum gläsernen Menschen?

Nein. Poerschke räumt mit einem Vorurteil, wie er sagt, auf: „Der Passagier wird bei der Kontrolle für uns nicht zum gläsernen Menschen. Wir können weder feststellen, wie hoch sein Kontostand ist, noch wohin er zuletzt gereist ist und wer die Reisebegleitung ist.“ Es werde neben der Fahndungsabfrage lediglich der Pass überprüft.

Dabei sehen die Beamten Informationen wie Geburtsdatum und Pass-Gültigkeit. Die Adresse sehen sie nur, wenn sie im Personalausweis steht. Bei einem Pass mit elektronischen Chip können zudem die hinterlegten Daten, zum Beispiel das Passbild, aufgerufen werden. 

Warum dauert die Kontrolle manchmal länger?

Bei Reisenden, die nicht aus dem Schengenraum sind, nehme die Kontrolle mehr Zeit in Anspruch, so Poerschke. Der Grund: Es muss mehr kontrolliert werden. „Die Polizisten prüfen zusätzlich, ob eine Visumspflicht besteht. Wenn ja, wird geschaut, ob das Visum echt und gültig ist.“ Zudem werde der Zweck der Einreise erfragt, die Dauer des Aufenthaltes und die Barmittel des Reisenden werden geprüft.

Auch das Verhalten des Passagiers kann zur Länge der Kontrolle beitragen. Wenn jemand auffällig nervös ist, könnte zum Beispiel schon einmal die Nachfrage kommen: „Geht es Ihnen nicht gut?“ Generell erkenne ein Grenzpolizist aber schnell, ob ein Mensch vielleicht nur Flugangst habe. „Außerdem wissen wir Polizisten ja auch, dass Uniformen generell Nervosität auslösen können.“

Wenn mit dem Pass etwas nicht stimmt ...

Wenn der Verdacht einer Passfälschung besteht, müssen die Passagiere mit auf die Wache. „Dort findet eine Befragung statt, eventuell wird Vergleichsmaterial wie ein Führerschein geprüft“, erklärt Poerschke. Wenn sich der Verdacht der Fälschung bestätigt, wird eine Strafanzeige mit allen polizeilichen Folgemaßnahmen – zum Beispiel Vernehmung, erkennungsdienstliche Behandlung, Sicherstellung – gestellt.“

Hinter manipulierten Pässen steckt nicht immer eine kriminelle Absicht. Poerschke erzählt von einer kuriosen Situation: „Wir haben auch Frauen, die mit ihrem tatsächlichen Alter unzufrieden sind und sich durch Rubbelzahlen auf dem Pass zum Beispiel zehn Jahre jünger machen.“

Klingt lustig, hat jedoch ein Nachspiel. Sprich: Strafanzeige. Und im schlimmsten Fall Ende der Reise. „Denn theoretisch können wir zwar einen Not-Reiseausweis ausstellen, jedoch muss dieser auch vom Ziel-Reiseland akzeptiert werden und die grundsätzlichen Ausstellungs-Voraussetzungen müssen erfüllt sein.“ So muss ein gesicherter Nachweis über die Identität möglich sein, über eine Geburtsurkunde, einen abgelaufenen Ausweis oder eine Nachfrage beim zuständigen Einwohnermeldeamt.

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