Dyne Sue wollte mit drei Freunden Urlaub im Skigebiet am Big Bear Lake östlich von Los Angeles machen. Einen Monat im Voraus buchte sie eine Berghütte bei Airbnb, erhielt eine Zusage, auch für die spätere zusätzliche Anmeldung von zwei Freunden und zwei Hunden. Kurz vor ihrer Ankunft mit dem Auto meldet sich die 25-jährige Jurastudentin bei der Gastgeberin, sie sei gleich da. Was dann passiert, gleicht einem Albtraum. 

Die Gastgeberin will Dyne nicht empfangen. Zunächst schreibt sie: „Wenn du meinst, vier Personen und zwei Hunde bekommen ein Zimmer für 50 Dollar in der Hochsaison, täuscht du dich gewaltig.“ Dyne Sue protestiert, schickt einen Screenshot der Zusage. Doch es kommt noch schlimmer. Die Gastgeberin antwortet: „Ich würde nicht einmal an dich vermieten, wenn du die letzte Person auf Erden wärst. Ein Wort erklärt alles. Asiatin.“ Dyne ist geschockt.  

 

Als wäre der Rassismus-Angriff nicht schon schlimm genug, sind die Wetterverhältnisse durch einen Schneesturm derart schlecht, dass Dyne  und ihre Freunde nicht mehr zurück nach Hause fahren können. Die junge Frau gibt einem Moderator vom TV-Sender KTLA5 ein Interview, das er jetzt auf Youtube veröffentlichte. 

Airbnb bestätigte den rassistischen Vorfall, der Mitte Februar stattfand. Der Account der Gastgeberin wurde gesperrt, Dyne Sue erhielt die vorab gezahlte Miete zurück.

Antidiskriminierungs-Richtlinie bei Airbnb

Seit November 2016 müssen Nutzer auf Airbnb einer Antidiskriminierungs-Richtlinie zustimmen. Wichtige Punkte darin sind: 

Airbnb verbietet es den Nutzern, Gäste aufgrund von Herkunft, Hautfarbe, ethnischer Zugehörigkeit, Nationalität, Religion, sexueller Orientierung, Geschlechtsidentität oder Familienstand abzulehnen. „Bitte vergiss nicht, dass jeder Mensch anders ist, auch wenn du mit einem Gast schlechte Erfahrungen gemacht hast. Es ist nicht fair, einen neuen Gast aufgrund des Verhaltens eines Vorgängers vorzuverurteilen“, heißt es in den Infos zum Thema Antidiskriminierung. 

Gastgeber dürfen einen Gast aufgrund einer tatsächlichen oder empfundenen körperlichen oder geistigen Behinderung nicht ablehnen. Sie können sachlich richtige Infos bereitstellen bezüglich der (mangelnden) Barrierefreiheit, sodass der Gast selbst entscheiden kann, ob die Unterkunft seinen Anforderungen entspricht.

Gäste mit anderem Geschlecht darfst du ablehnen, wenn du Wohnbereiche mit ihnen teilst, also Badezimmer, Küche oder andere Gemeinschaftsräume. Gibt es komplett getrennte Wohnbereiche, darfst du keinen Gast aufgrund seines Geschlechts ablehnen.

Wenn ein Gastgeber gegen die Antidiskriminierungs-Richtlinie verstoßen, behält sich die Plattform vor, ihn auszuschließen. 

Das sind deine Rechte bei Airbnb

Wenn dein Gastgeber kurzfristig storniert, aus welchen Gründen auch immer, kannst du als Gast folgendes tun: „Nach der Buchung bekommen Gäste die Telefonnummer des Kundenservice, an den sie sich wenden können“, sagt ein Sprecher von Airbnb auf reisereporter-Nachfrage. Die Mitarbeiter würden sich dann gemeinsam mit dem Gast um eine alternative Unterbringung kümmern. „Wenn es keine freie Airbnb-Unterkunft mehr in der Nähe gibt, suchen sie nach Alternativen.“

Diskriminierungs-Vorfälle sollten ebenfalls direkt dem Kundenservice gemeldet werden. „Diese Fälle sind zum Glück sehr selten, denn jede Form von Diskriminierung hat bei uns nichts zu suchen“, stellt der Sprecher klar. „Jeder Nutzer muss die Antidiskriminierungs-Richtilinie unterschreiben. Wer dagegen verstößt, wird ausgeschlossen.“

Wenn Gastgeber ein bestimmtes Verhalten in der Unterkunft nicht dulden, zum Beispiel rauchen oder Partys, können sie dies in den Hausregeln festlegen, die mit ihrem Inserat angezeigt werden. Er habe auch die Möglichkeit, von seinem Hausrecht Gebrauch zu machen, „falls der Bogen überspannt werde“, so der Airbnb-Sprecher. Wann dies der Fall sei, sei dem Gastgeber überlassen. „Da gibt es von Airbnb keine klaren Vorgaben.“

Der Vermieter ist über die Gastgebergarantie für Schäden bis zu 800.000 Euro abgesichert, sagt der Sprecher. Diese greife bei größeren Schäden. „Bei kleinen können sich beide selbstständig einig werden, der Gastgeber kann zum Beispiel eine Kaution einbehalten.“ Wenn sich beide nicht einig werden, könne ein Mediator von Airbnb helfen.