Es ist das größte Ökosystem der Welt, wurde zum Weltnaturerbe erklärt und als eines der sieben Weltwunder der Natur bezeichnet – doch jetzt könnte das Great Barrier Reef sterben.

Schuld ist die sogenannte Korallenbleiche, die vor allem durch eine zu hohe Wassertemperatur entsteht. Dabei stoßen Korallen die Algen, die ihnen die Farbe geben, ab und können absterben.

Bei einer Bestandsaufnahme stellten Wissenschaftler fest, dass aktuell rund 1.500 Kilometer der 2.300 Kilometer des Riffs die Schäden zeigen. Während 2016 vor allem die nördlichen Gebiete betroffen waren, verblasst nun auch der mittlere Teil. Lediglich der südliche Abschnitt ist noch gesund.

Diese Karte zeigt, wie sehr sich das Korallensterben ausbreitet.
Die Karte zeigt deutlich, wie weit die Ausbreitung des Korallensterbens voranschreitet. Foto: James Cook University Australia

Nachdem sich das Problem bereits im vergangenen Jahr in Teilen des Riffs ausgebreitet hatte und die farbenfrohen Korallen verblassten, prophezeien Wissenschaftler der James Cook Universität Australien jetzt „null Aussicht“ auf Rettung. Zumindest für die Teile, die bereits das zweite Mal innerhalb eines Jahres betroffen sind.

Die Korallenbleiche breitet sich weiter aus.
Deutlich zu erkennen: Die Korallenbleiche breitet sich weiter aus. Foto: Ed Roberts

„Es dauert mindestens ein Jahrzehnt für die vollständige Erholung – selbst der am schnellsten wachsenden Korallen“, erklärt Meeresbiologe Dr. James Kerry. Das könnte das Ende für große Teile des Great Barrier Reefs bedeuten.

Die Korallenbleiche breitet sich aus.
Bei der Korallenbleibe stoßen Korallen die Algen ab, die ihnen die Farbe geben. Foto: Bette Willis

Schuld an dem Desaster ist die Erderwärmung und der damit verbundene Temperaturanstieg in den Ozeanen, ist sich Prof. Terry Hughes, der die Korallenriff-Studien leitet, sicher: „Das Riff kämpft gegen mehrere Einflüsse. Die akuteste ist aber ohne Frage die globale Erwärmung!“ Deshalb, so der Experte, müsse die CO2-Ausschüttung weiter verringert werden.