Schnell durch den Security Check-In | reisereporter.de

Schneller durch die Sicherheitskontrolle am Airport

Sicherheitskontrolle am Flughafen: Die Schlangen sind oft eeeeewig lang. Wir verraten dir, wie du zum perfekten Passagier wirst und Zeit sparst.

Hinweisschilder Sicherheitskontrolle am Flughafen Hamburg.
Sicherheitskontrolle am Flughafen Hamburg. Mit unseren Tipps geht's schneller.

Foto: imago/Waldmüller

Du hast es eilig. Das Boarding für deinen Flug beginnt gleich und du stehst noch immer in der Schlange vor der Sicherheits- und Handgepäckkontrolle. Der Mann vorne links hat zu viel Flüssigkeiten dabei und muss umpacken. Die Frau in der rechten Schlange kramt ewig in ihrem Koffer, bis sie den Laptop hervorkramt und extra aufs Band legt. Nervig! Du hast doch keine Zeit mehr…

Ralf Oberndörfer, Leiter der Luftsicherheitsstelle der Regierung von Oberbayern, hat einige Tipps, wie es schneller geht. Und er hat auch die ein oder andere Anekdote parat.

Kleidung: Weniger ist (meist) mehr

Deine Jacke solltest du bereits vorm Security Check-In ausziehen und aufs Band legen, ebenso Mützen und Caps. Religiöse Kopfbedeckungen dürfen aufbehalten werden, es finden dann alternative Kontrollen statt.

Insgesamt gilt: „Je weniger direkt am Körper getragen wird, desto besser“, sagt Oberndörfer. Dies habe sich jedoch der ein oder andere Fluggast ein wenig zu sehr zu Herzen genommen, erzählt er von einem Extremfall: „Wir hatten mal eine Frau in der Sicherheitskontrolle, die einen plüschigen Mantel trug. Die Beamten baten sie darum, ihn für die Kontrolle auszuziehen. Nun, darunter trug sie jedoch nur Dessous und lief so durch die Kontrolle.“ Die Kollegen seien „verwundert“ gewesen, hätten aber nicht näher nachgefragt. Auch ganz Nackte habe es schon gegeben.

Pro-Tipp: Verzichte auf Schnickschnack – Uhren, Ohrringe oder Armbänder. Pack sie am besten in den Koffer, du kannst sie später noch genug tragen. Denn Accessoires lösten oftmals den Metalldetektor aus, das macht ein erneutes Scannen nötig. Insgesamt sollten Passagiere darauf achten, „möglichst wenig Metall am Körper zu tragen.“

 

Flüssigkeiten: Maximum beachten

Die Flüssigkeitsbehälter, die du im Handgepäck transportierst, dürfen nicht mehr als 100 Milliliter fassen. Alle Behälter müssen in einem durchsichtigen, wieder verschließbaren Plastikbeutel mit einem Fassungsvermögen von maximal einem Liter verstaut sein. „Diese Regelung gilt nicht nur für Flüssigkeiten, sondern auch für gelartige Substanzen wie Haargel, Handcreme oder auch Nahrungsmittel wie Nutella, Marmelade oder Honig“, sagt Ralf Oberndörfer.

Zusätzlich mitgenommen werden dürfen, wenn du mit deinem Nachwuchs fliegst, Babynahrung für den Flug, diätische oder medizinisch begründete Flüssigkeiten wie Insulin. „Hilfreich ist eine Bestätigung vom Arzt“, so Oberndörfer.

Pro-Tipp: Den Plastikbeutel direkt separat vorlegen. Ansonsten kommen Nachfragen und du musst ihn rausholen. „Das sind zwar nur ein paar Sekunden, aber aufaddiert bei Tausenden Passagieren pro Tag bedeutet das natürlich einen höheren Zeitaufwand“, sagt Oberndörfer. 

 

Koffer richtig packen

Regel Nummer 1: Du solltest wissen, was du im Handgepäck hast. Selbstverständlich, meinst du? Nein, ist es nicht. „Es kommt immer wieder vor, dass ein Messer, eine Wasserflasche oder Ähnliches im Handgepäck-Koffer ist, von dem der Fluggast nichts weiß“, sagt Oberndörfer. „Es ist vielleicht mal in die Seitentasche gerutscht oder er hat nicht mehr dran gedacht, es eingepackt zu haben.“  In so einem Fall dauert die Kontrolle unnötig lange. Also besser vorher genau kontrollieren, was im Koffer ist.

Regel Nummer 2: Elektronische Geräte sollten funktionstüchtig sein, der Akku geladen. Bei einer möglichen Funktionskontrolle ist das wichtig. Plus bei elektronischen Geräten: Pack Laptops, Pads oder Handys direkt separat in eine Kiste für die Kontrolle. Das spart Zeit. 

Regel Nummer 3:  „Der Koffer sollte locker gepackt sein“, sagt Oberndörfer. Spart Zeit und Nerven. Bitte nicht so sehr stopfen, dass bei einer möglichen Kontrollöffnung alles herumfliegt und der Koffer nur mit Mühe wieder zuzubekommen ist. 

Verbotene Gegenstände

Dass Messer mit einer Klingenlänge von über sechs Zentimetern nicht ins Handgepäck dürfen, war dir vermutlich klar. Hier kommen ein paar mehr Gegenstände, die (überraschenderweise) nicht ins Handgepäck dürfen: Benzinfeuerzeuge, Hanteln und ähnliche Sportgeräte, Schraubenzieher und ähnliche Werkzeuge, Scheren mit einer Klingenlänge über sechs Zentimetern, Lange Nagelfeilen, Heringe fürs Zelt.

„Es tauchen wirklich die verrücktesten Gegenstände auf“, erzählt Oberndörfer. „Ein Fluggast hatte mal eine komplette Kloschüssel mit, die er in seinem Ferienhaus einbauen wollte.“   

 

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Ausgesonderte Gegenstände

Was passiert eigentlich mit den Gegenständen, die nicht ins Handgepäck dürfen und aussortiert werden?

„Da bleibt ein ganz schönes Sammelsurium übrig“, sagt Oberndörfer. Pro Jahr seien das am Flughafen München beispielsweise an die 100.000 Gegenstände, die „als Tatwaffe geeignet wären“. Diese gehen zunächst an die Luftsicherheitsstelle der Regierung von Oberbayern. Nach einer Kontrolle werden sie dann vom Flughafenbetreiber entsorgt.

Auch Flüssigkeiten und ähnliche Substanzen bleiben massig stehen. „Das sind etwa 500 bis 750 Kilogramm pro Tag“, so Oberndörfer. Die Flüssigkeiten werden vom Flughafenbetreiber entsorgt. Der Flughafen München arbeitet mit der Caritas Freising zusammen. Mitarbeiter sortieren die Pfandflaschen aus, der Erlös geht an das Hilfswerk. Nach Angaben des Flughafens waren im Jahr 2015 etwa 90.000 Pfandflaschen (zwei Drittel PET, ein Drittel Glasflaschen) aussortiert worden.

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