Das Kolosseum: Verblüffende Fakten | reisereporter.de

Kolosseum: Gladiatorenkämpfe und Artenvielfalt

Das Kolosseum ist eins der beliebtesten Fotomotive von Urlaubern in Rom. Die Geschichte dessen ist aber nichts für zartbesaitete Gemüter. Was Pflanzen in den historischen Gemäuern damit zu tun haben, verrät dir der reisereporter. 

Das Kolosseum in Rom
Das Kolosseum in Rom.

Foto: unsplash.com/Bence Boros

Das Kolosseum wurde um 80 nach Christus fertiggestellt und war fortan Schauplatz für Gladiatorenkämpfe und Tierhetzen. Der Eintritt war für die römische Bevölkerung kostenlos. Heute sind von dem einst vierstöckigen Rundbau nur noch über einen Abschnitt alle Etagen erhalten. Die Steine wurden im Laufe der Jahre nach der Einstellung der Kämpfe für den Bau anderer Gebäude abgetragen. 

1. Faszinierende Pflanzenwelt

Bei einem Besuch des Kolosseums sollest du unbedingt dein Augenmerk auf die zahlreichen Pflanzen richten, die aus allen Ecken und Spalten heraus wachsen. Sie sind zum einen trauriger Beweis dafür, dass die Raubtiere für die Kämpfe immer besonders exotisch sein sollten und deshalb aus allen Gegenden, in die sich das Römische Reich einst erstreckte, eingeschifft wurden. Zum anderen stellt die Vegetation innerhalb des Kolosseums heute einen der an Pflanzenarten vielfältigsten Räume der Welt dar. 

Dank mehrerer botanischer Studien in den vergangenen 150 Jahren konnten insgesamt 684 unterschiedliche Pflanzen katalogisiert werden. Die Pflanzensamen wurden vermutlich mit den wilden Tieren importiert.

Die jüngste Studie, die 2003 durchgeführt wurde, entdeckte jedoch nur noch 242 Pflanzenarten. Das liegt daran, dass mit der intensiven archäologischen Aufarbeitung des Gebäudes auch so gut wie alle Pflanzen aus dem Inneren des Kolosseums entfernt wurden. Im 18. Jahrhundert muss das Kolosseum einem beeindruckenden Stadtgarten geglichen haben.

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2. Mahnmal gegen die Todesstrafe

Seit dem Jahr 1999 wurde das Kolosseum offiziell zu einem Mahnmal gegen die Todesstrafe erklärt. Immer, wenn in einem Land die Todesstrafe abgeschafft oder ein Häftling, dem die Todesstrafe droht, begnadigt wird, wird das Kolosseum nun in goldenen und grünen Farben angestrahlt. Für 48 Stunden wird so einerseits die Abschaffung solcher Gesetze gefeiert – andererseits soll auch stets daran erinnert werden, dass noch immer in 61 Ländern (Stand: März 2017) die Todesstrafe über Menschen verhängt wird. 

 

3. Seeschlacht

Zu Beginn der Geschichte des Kolosseums wurden Kämpfe nicht nur auf dem staubigen Boden durchgeführt, sondern auch auf hoher See. Also fast. Denn sie fanden trotzdem im Kolosseum statt, das extra für solche Seeschlachten auf eine Höhe von bis zu 150 Zentimeter geflutet wurde. Das ist natürlich noch lange nicht tief genug, um echte Kriegsschiffe darin fahren zu lassen. Deshalb wurden der Legende nach Schiffe mit extra flachem Bug gebaut, die zudem noch auf einer Art Bootswagen arretiert wurden und darauf über den Boden des Kolosseums fuhren. Als der Boden des Kolosseums später unterkellert wurde, waren solche Seeschlachten allerdings nicht mehr möglich, da das Wasser sonst die Käfige und Kerker überflutet hätte. 

 

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Die Autorin
Seit sie für ein halbes Jahr in Japan war, ist sie jede freie Minute unterwegs. Ob Wochenendausflug an die Nordsee zum Surfen, Fahrradtour durch Schweden und Estland, Kletterurlaub ... mehr
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