Wer das thüringische Altenburg besucht, kommt am imposanten Renaissanceschloss – Originalschauplatz des sächsischen Prinzenraubes von 1455 – einfach nicht vorbei. Der gewaltige Bau thront auf dem Burgberg über der Stadt.

Familien sind hier gut aufgehoben, können zum Beispiel das 360-Grad-Panorama des Künstlers Anthony Lowe über Mitteldeutschland im Flaschenturm bestaunen oder auf dem Wendelgang den Aufstieg auf den 32 Meter hohen Hausmannsturm wagen. Bis zum 26. November 2017 wird im Residenzschloss zudem die Sonderaustellung „Georg Spalatin – Martin Luthers Weggefährte in Altenburg“ gezeigt.

Blick aufs Schloss Altenburg
Das Schloss Altenburg ist ein ehemaliges Residenzschloss der Herzöge von Sachsen-Altenburg. Foto: Mario Jahn

Besonders zu empfehlen ist das Schloss- und Spielkartenmuseum in der einstigen Adelsresidenz. Immer donnerstags und sonntags (im wöchentlichen Wechsel) dürfen Gäste in der interaktiven Kartenmacherwerkstatt an historischen Gerätschaften zudem selbst Hand anlegen und Spielkarten drucken.

Im großen Stil produziert werden diese seit 1832 – in der Spielkartenfabrik Altenburg in der Leipziger Straße. Der erste Kartenmacher, der in der Stadt weilte, wird allerdings schon im Jahr 1509 erwähnt.

Skat als deutsches Kulturgut

Doch Altenburg blickt nicht nur auf eine 500 Jahre alte Tradition der Spielkartenherstellung zurück, das Städtchen ist auch die Wiege des populären Skatspiels. Als Geburtsort, so die Legende, gilt wohl Schloss Poschwitz, einst Herrensitz von Hans Carl Leopold von der Gabelentz, der in einer heiteren Gelehrtenrunde das Spiel (eine Mischform aus Schafkopf, L’Hombre und Tarock) miterfunden haben soll. Wer allerdings im Schloss auf Spurensuche gehen will, wird enttäuscht. Öffentlich zugänglich ist das bröckelnde Rittergut heute nicht mehr.

Idyllisch: Das Schloss Poschwitz steht im gleichnamigen Stadtteil in Altenburg.
Der Legende nach wurde Skat auf Schloss Poschwitz erfunden. Foto: Mario Jahn

Von der Gabelentz führte stets Buch über seine Gewinne und Verluste beim Skat. Der älteste Eintrag stammt vom 4. September 1813, der erste Nachweis des Strategiespiels, das in den darauffolgenden Jahrzehnten seinen Siegeszug antrat. Immer weitere Varianten und Sonderregeln verbreiteten sich – ein einheitlicher Standard musste her. Seit 1927 wacht über die Einhaltung des Normenwerkes das deutsche, seit 2001 das internationale Skatgericht als höchstes Entscheidungsgremium bei Streitigkeiten mit Sitz in Altenburg. 

Bei einem Stadtbesuch sollte ein Abstecher zum Skatbrunnen im Brühl nicht fehlen. Es heißt, wer seine Karten mit dem Wasser des Brunnens tauft, hat immer Glück im Spiel. Verbunden sind die wichtigsten Stationen der Skat-Historie übrigens über einen Spielkarten-Erlebnispfad, zu erkennen an den bunten Symbolen am Wegesrand. Ja, in Altenburg dreht sich irgendwie alles um Bube, Dame, König, Ass.

Alle wichtigen Adressen auf einem Blick:

Residenzschloss Altenburg | Schloss 2-4 | 04600 Altenburg | Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 9.30 bis 17 Uhr, letzter Einlass 16.30 Uhr

Internationales Skatgericht | Hotel am Rossplan | Am Rossplan 8 | 04600 Altenburg

Skatbrunnen | Brühl | 04600 Altenburg

Spielkartenfabrik Altenburg | Leipziger Straße 7 | 04600 Altenburg

Schloss Poschwitz | Lindenweg 3 | 04600 Windischleuba

Lust auf einen Ausflug nach Osthüringen? Tolle Reiseangebote und deine Unterkunft kannst du auf der Internetseite der Tourismusinformation Altenburger Land buchen. Hier findest du auch alle Jahrestermine und die Angebote zu Führungen, Musik, Tanz, Schauspiel, Märkten, Festen und Museen