Eiffelturm: 11 Fakten, die du noch nicht kennst

Das schmiedeeiserne Wahrzeichen von Paris ist nicht zu übersehen. Aber eigentlich sollte der Eiffelturm schon vor langer Zeit wieder abgebaut werden. Und Achtung: Ein Foto vom Eiffelturm im Netz zu posten, kann strafbar sein.

Der Eiffelturm am Abend bei Paris
Der Eiffelturm am Abend überstrahlt Paris.

Foto: pixabay.com/27707

Der Eiffelturm wurde für die Weltausstellung 1889 in Paris gebaut, die zugleich am 100. Jahrestag der Französischen Revolution stattfand. Für so einen Anlass musste auch ein pompöser Neubau her.

Warum also nicht gleich ein Bauwerk errichten, das damals das höchste der Welt sein würde? Heute prägt der Turm das Bild der Stadt. Aber vor rund 130 Jahren konnten sich nur wenige Pariser mit dem Plan anfreunden, dass ein riesiger Strommast ab sofort die Stadt der Liebe „verunstalten“ würde.

1. Proteste gegen den Bau

Vor allem die Künstler-Elite Frankreichs fand an dem Projekt des Eiffelturms einen perfekten Gegenstand, um sich in einem offenen Brief dagegen auszusprechen. Unterzeichner der 1887 in der Zeitschrift „Les Temps“ abgedruckten Protestschrift, waren unter anderem Alexandre Dumas der Jüngere und Guy de Maupassant:

„Wir, Schriftsteller, Maler, Bildhauer, Architekten und leidenschaftliche Liebhaber der bis jetzt noch intakten Schönheit von Paris, protestieren hiermit mit all unserer Kraft und aus all unserer Empörung, im Namen des falsch verstandenen französischen Geschmacks, im Namen der Kunst und der bedrohten französischen Geschichte, gegen die Errichtung des nutzlosen und monströsen Eiffelturms im Herzen unserer Hauptstadt [...]“

 

2. Achtung: Urheberrecht von Fotos der Lichtshow

Vorsicht beim Fotografieren der allabendlichen Lichtshow, denn wenn du ein Foto des beleuchteten Eiffelturms bei Instagram, Facebook oder deinem Reiseblog zu kommerziellen Zwecken postest, machst du dich strafbar. Zumindest, wenn du nicht vorher die Rechte am Bild bei der Firma „Sete“, der Betreibergesellschaft der Beleuchtung, gekauft hast.

 

3. Der Eiffelturm in Barcelona?

Ein Jahr vor der Pariser Weltausstellung fand die Messe in Barcelona statt. Auch hierfür sollten Vorschläge für Bauwerke eingereicht werden. Eiffel reichte einen Entwurf des Turms ein – dieser wurde jedoch abgelehnt, weil 300 Meter Eisen einfach nicht in das Stadtbild gepasst hätten.

Allerdings ähnelte der damalige Entwurf auch eher einem riesigen Laternenmast, weil viele Verzierungen erst mit der Einreichung beim französischen Weltausstellungs-Komitee hinzugefügt wurden.

 

4. Der Eiffelturm im Venedig-Rot

Kaum vorstellbar, aber während der Weltausstellung war der Eiffelturm in edlem Venedig-Rot angestrichen. Seitdem wurde er schon mit einigen Farbtöne der Palette versehen: von Gelb, Orange, hellem Rot bis hin zum aktuellen „Eiffelturmbraun“.

Der Eiffelturm muss alle sieben Jahre wegen Rostfraß neu gestrichen werden. Allein das Anstreichen dauert eineinhalb Jahre. Außerdem wird die Spitze des Turms heller gestrichen und wird nach unten hin immer dunkler – dadurch entsteht vom Boden aus gesehen ein gleichmäßiges Farbbild. 

#toureiffel

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5. Basejump vom Eiffelturm

Basejumping, also das Springen von hohen Gebäuden oder Bergen mit einem Fallschirm oder in einem Wingsuit, gilt als Extremsportart und birgt viele Gefahren für unerfahrene Springer. Der wohl frühste Basejump eines kühnen französischen Schneiders fand von der ersten Plattform statt – und endete leider tödlich.

Der Schneider Franz Reichelt war scheinbar so überzeugt von seiner Fallschirm-Konstruktion, dass er jegliche Zweifel seitens der anwesenden Journalisten abwies und sich nach kurzem Zögern dennoch die 57 Meter nach unten stürzte.

6. Kein Aufzug für Nationalsozialisten

Als 1940 die Nationalsozialisten Paris besetzten, durchtrennten die Franzosen kurz vorher noch die Kabel für die Aufzüge, sodass das Pariser Wahrzeichen von nun an nur noch über die Treppen erklommen werden konnte. Hitler selbst nahm den Weg auf den Eiffelturm übrigens nie auf sich, sodass heute gesagt wird, dass Hitler zwar Frankreich erobert habe, aber nie den Eiffelturm.

7. Das private Apartment in der Turmspitze

Wenn du genügend Zeit hast, um die höchste Plattform des Eiffelturms zu besuchen, kannst du auch einen Blick in die ehemals privaten Räumlichkeiten von Gustave Eiffel werfen. Die Räume zeigen authentisches Mobiliar aus dem späten 19. Jahrhundert sowie eine kleine Wachsfiguren-Szenerie, die auch tatsächlich stattgefunden hat: Erfinder Thomas Alva Edison ist zu Besuch und überreicht Eiffel ein Grammophon.

 

8. Zu viel Ehre für Gustave Eiffel?

Der Namenspate des Eiffelturms kann kaum als sein Architekt bezeichnet werden. Denn die vierbeinige Grundkonstruktion ist das Werk der in Eiffels Büro angestellten Ingenieure Koechlin und Nouguier. Der Architekt Stephen Sauvestre war es schließlich, der die heutige Form des Eiffelturms bestimmte: Er fügte dem Entwurf den Bogen hinzu und formte die Spitze zu einer Art Laterne. Eiffel war aber immerhin derjenige, der das Projekt leitete und auch die Arbeit daran aufrechterhielt.

9. Bauwerk auf Zeit

Der Eiffelturm war ursprünglich nicht für die Ewigkeit gedacht. Er sollte eigentlich nach 20 Jahren wieder abgebaut werden. Dass er nun schon seit fast 130 Jahren in Paris steht, war nicht geplant. Das wirft die Frage auf, ob die Ingenieure den Entwurf für ein Jahrhundertbauwerk womöglich anders konzipiert hätten? Vorschläge kannst du zum Beispiel bei Reddit einreichen.

10. Das letzte Konzert der Piaf

Am 25. September 1962 gab Édith Piaf auf der ersten Etage im Eiffelturm das letzte Konzert vor ihrem Tod. Anlass war die Weltpremiere des Films „Der längste Tag“. Kurz darauf erlag die französische Sängerin ihrer Krebserkrankung.

 

11. Die Höhe variiert

Gemäß dem Grundsatz, „Metall dehnt sich bei Temperaturerhöhung aus“, schwankt auch die Höhe des Eiffelturms mit einem Unterschied von bis zu 18 Zentimetern. Die offizielle Größe beträgt 324 Meter. Die passende Temperaturangabe dazu fehlt jedoch.

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Die Autorin
Seit sie für ein halbes Jahr in Japan war, ist sie jede freie Minute unterwegs. Ob Wochenendausflug an die Nordsee zum Surfen, Fahrradtour durch Schweden und Estland, Kletterurlaub ... mehr
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