München: Städtereise im Frühling | reisereporter.de

10 Tipps für ein Frühlingswochenende in München

In der Bayerischen Landeshauptstadt gibt es viel zu entdecken. Wenn die Tage wieder länger und die Temperaturen wieder milder werden, ist dafür genau die richtige Zeit. Unsere Tipps für ein gelungenes Wochenende.

Hofbräuhaus und Wirtshaus Ayingers am Platzl in der Altstadt in München.
Draußen ein kühles Bier in der Sonne genießen solltest du in München auf jeden Fall. Wir haben noch mehr Tipps für dich.

Foto: imago/imagebroker

1. Herrliche Ausblicke genießen

Um in München Weitblick zu genießen, musst du nie wirklich hoch hinaus. Denn kein Gebäude in der Innenstadt darf die Türme der Frauenkirche überragen – und die sind knapp 100 Meter hoch. So reicht bisweilen schon eine Fahrstuhlfahrt in den fünften Stock, um einen schönen Überblick über die Stadt zu bekommen.

Eine gute Aussicht garantiert auch der Turm des Neuen Rathauses am Marienplatz. Ein besonders angenehmer Höhe-Punkt einer Münchenreise ist die Terrasse des Cafés im Vorhoelzer Forum in der Fakultät für Architektur der Technischen Universität (Arcisstraße 21). Dort gibt es nicht nur sehenswerte Sonnenuntergänge über der Stadt, sondern auch einen leckeren Cappuccino. Auch das Hotel Deutsche Eiche (Reichenbachstraße 13) verfügt über eine wunderbare Dachterrasse. In den fünften Stock geht’s mit dem Lift, der im Erdgeschoss genau gegenüber einer Männersauna hält. 

 

2. Die Stadt kostenlos erleben

München bietet viele schöne Erlebnisse, die du gratis haben kannst: die Kunst, die Isar, den Englischen Garten. Auch einige Exponate des Deutschen Museums kannst du besichtigen, ohne Eintritt zu bezahlen. Im Innenhof des Museums, das gerade renoviert wird (und dessen vollständige Sanierung noch bis 2025 dauern wird), ist außer einem aufgebockten Seenotrettungskreuzer, einigen stählernen Turbinen auch ein kleiderschrankgroßer Stahlblock zu sehen.

Er hat zwei Dellen: eine schmale und eine große. Den schmalen Eindruck hat der Dampfhammer „Fritz“ im Jahr 1906 auf dem glühenden Stahlblock hinterlassen, der tiefe Eindruck, durch den das Metall einfach zu den Seiten weggequetscht wurde, stammt von einer hydraulischen Schmiedepresse.

Das Mullersche Volksbad an der Isar.
Das Mullersche Volksbad an der Isar. Foto: imago/Westend61

 

3. Überall in München Kunst finden

Lange suchen musst du Kunst in München nicht. Du stolperst fast an jeder Straßenecke über irgendein Werk. Ein paar Kunstwerke im öffentlichen Raum, die du gesehen haben solltest: der Walking Man von Jonathan Borofsky an der Leopoldstraße, der Basketballkorb, hoch oben auf dem Dach eines Gebäudes der Technischen Universität („Never Ever“ von Benjamin Bergmann), und natürlich der 18 Tonnen schwere rote Ring von Mauro Staccioli am Alten Botanischen Garten. 

Viel unauffälliger ist ein Werk von Beate Passow und Andreas von Weizsäcker. Sie haben eine Plexiglasscheibe vor einer Pferdefigur installiert. Die Skulptur des Pferdebändigers in der Nähe der Alten Pinakothek wurde im Krieg von einigen Kugeln getroffen. Das Plexiglas vor den Einschusslöchern hebt sie hervor, stellt sie in den Rahmen der Kunst und verdeckt sie gleichzeitig auch, wie ein Verband eine Wunde verdeckt. Es ist ein verwirrend schönes Werk. 2008 ist Andreas von Weizsäcker (der Sohn des früheren Bundespräsidenten) im Alter von 52 Jahren gestorben.

 

4. Einen Barockschock aushalten

Wer die Münchner verstehen will, sollte sich eine Führung durch die Residenz gönnen. Prunk und Pracht empfängt einen hier, Gold und Lack, Spiegel und Porzellan. Im Ganzen: eine Orgie des Ornaments. Von Raum zu Raum schwillt der Reichtum an. Die Zurschaustellung von Reichtum hat hier eine lange Geschichte – und auch heute noch zeigen die Münchner gern, was sie so haben.

 

5. Leute beobachten im Bayrischen Hof

In der Lobby des Hotels Bayerischer Hof, die voller stilvoll gekleideter Menschen ist, steht ein älterer Herr vorm Spiegel und kämmt sich seinen weißen Bart mit einem winzigen schwarzen Kamm. Zwei Japanerinnen stöckeln auf hohen Schuhen durch das Lenbachhaus. Sie haben mehr Blicke füreinander als für die Kunst.

Eine Dame im Pelzmantel schaut durch ihren Begleiter, einen kleinen Herrn im schwarzen Anzug, einfach hindurch. Ein Radfahrer mit grüner Joppe erklärt einem Fremden den Weg. Eine Frau mit möhrenroten Haaren schreitet langsam durch die Pinakothek der Moderne. Auf dem Feuerball ihrer Frisur sitzt ein graues Hütchen. 

Leute beobachten in München macht einfach Spaß.

 

6. Kleines Kino gucken

Das Hotel Bayerischer Hof sei eine Welt für sich, das sagen nicht nur dessen Betreiber. Hier kannst du ein schönes Münchner Wochenende genießen – auch ohne einmal das Haus zu verlassen. Natürlich hat der Luxus, der hier ziemlich unangestrengt geboten wird, seinen Preis. Eine Übernachtung im Doppelzimmer gibt es ab 360 Euro.

Es geht aber auch günstig. Das Hotel verfügt über ein eigenes Kino. 38 Plätze hat es, der Eintritt beträgt 18 Euro. Hier kannst du – bei Bier, Wein, Cocktails oder Cola – aktuelle Filme aller Art gucken. Zur Zeit läuft dort öfter mal „Mein Blind Date mit dem Leben“. Warum auch nicht? Der Film wurde im Bayerischen Hof gedreht.

Günstig übernachten geht in München auch: Zum Beispiel im inhabergeführten Hotel im Hof (Schellingstraße 127) – zwölf Zimmer, viel Ruhe, gutes Frühstück.

 

7. Schwabing entdecken

Zur Sache: Schwabing ist längst keine angesagte Bohème-Gegend mehr. Doch beim Bummel durchs Viertel kannst du dich immer noch leicht an Szenen aus „Zur Sache Schätzchen“ (mit Uschi Glas und Werner Enke) erinnern.

Einen Abglanz früherer Zeiten erheischt, wer beim Fotostudio Roucka (Feilitzschtraße 149) einkauft. Wolfgang Roucka, der „Posterkönig von Schwabing“ hat immer noch ein paar Poster im Programm. Das Porträt von Uschi Obermaier (wilde Mähne, freie Brüste) werde immer noch gern gekauft, sagt er. 

 

8. Gut essen in München

Auffällig ist, dass viele Münchner Restaurants schon am frühen Abend vollbesetzt sind. Und dass die Stadt sehr, sehr viele Möglichkeiten bietet, richtig gut zu essen. Cool ist das „Rocca Riviera“ am Wittelsbacherplatz. Mittags kommen die Damen und Herren aus der benachbarten Siemens-Verwaltung und genehmigen sich ein Salätchen. Sehr zu empfehlen: Loup de Mer auf einem Bett aus warmen Trauben. Angesagter Drink: Gurke-Traube-Apfelsaft. Sehr erfrischend. 

 

9. Shoppen in der Innenstadt

Ganz erstaunlich ist immer wieder, wie in München das Volkstümliche mit dem Schicken harmoniert. In der Schellingstraße (Maxvorstadt) kannst du bei „Holareidulijö“ Second-Hand-Lederhosen erwerben. Nicht schlecht, die Gebrauchten sind ja gemeinhin die besten. Dirndl der etwas anderen Art gibt es bei „Noh Nee“.

Das Geschäft im Glockenbachviertel (Hans-Sachs-Straße 2) bietet „Dirndl à l’Africaine“ an – im tradionell bayerischen Schnitt, aber mit afrikanischen Stoffen. Eine raffinierte Mischung – und typisch für München.

 

10. Lichte Momente suchen

Der Frühling kommt früh in München, hier hat die Sonne schon an Anfang des Jahres erstaunlich viel Kraft. Deshalb sind die Münchner auch schon früh im Freien: In den Biergärten und draußen vor den Cafés.

Aber auch in Innenräumen kannst du erhellende Momente erleben: Modische Leuchten gibt es beim Lichtdesigner und Lampenentwickler Ingo Maurer. In seinem Showroom, Kaiserstrasse 47, zeigt er Produkte, Prototypen und Einzelstücke.

Ein ganz besonderer Lichtblick ist eine Führung durch die Staatsoper. Manchmal nimmt sich der Oberbeleuchter die Zeit und erklärt den Gästen, wie das Einleuchten funktioniert.

Blick auf München mit Frauenkirche und Alpen.
Das schöne München: Im Frühjahr eine Reise wert. Foto: München Tourismus

 

Viele Tipps für Münchenbesucher gibt es übrigens auch bei München Tourismus, Telefon 089/23330234.​

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Der Autor
Ronald Meyer-Arlt, Kulturjournalist, leitet das Kulturressort der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Liebt nicht nur das Kammerspiel, sondern auch das große Welttheater – besonders ... mehr
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