Mount Rushmore: 9 Fakten, die du noch nicht kennst

Der Mount Rushmore ist ein steinernes Monument im Nordwesten der USA, das die Köpfe von vier US-Präsidenten zeigt. Doch das Denkmal sollte eigentlich ganz anders aussehen. Und die geheime Kammer gibt es wirklich.

Das „Mount Rushmore National Memorial"
Das „Mount Rushmore National Memorial“ zeigt die US-Präsidenten Washington, Jefferson, Roosevelt und Lincoln (v.l.).

Foto: unsplash.com/Ronda Darby

1. Nationalhelden statt Präsidenten

Ursprünglich sollten nicht die vier US-Präsidenten George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt und Abraham Lincoln in den Berg gehauen werden. Nach Angaben des National Park Service war die Idee von Historiker Doane Robinson, Nationalhelden abzubilden, die die Geschichte Amerikas durch ihr Handeln beeinflusst hatten: Lewis und Clark (führten die erste Expedition bis zur Westküste Amerikas an), Red Cloud (indianischer Häuptling) und Buffalo Bill (Bisonjäger und Kundschafter).

2. Optische Täuschung

Theodore Roosevelt trägt keine Brille. Es wurden nur die Umrisse des Nasenzwickers in den Stein gehauen, wodurch es aber so aussieht, als ob er eine Brille tragen würde. Dass sein Porträt im Stein zudem etwas weiter hinten in einer Ecke gelegen ist, verstärkt diesen Effekt durch die Schatten, die auf sein Gesicht fallen. 

 

3. Die geheime Kammer

Der Bildhauer Gutzon Burglom, der zusammen mit mehreren hundert Helfern die Köpfe der vier US-Präsidenten in den Mount Rushmore meißelte, hatte große Visionen. Das sichtbare Monument reichte ihm nicht aus – er wollte noch ein weiteres Kunstwerk im Inneren des Bergs schaffen: eine reich geschmückte Kammer hinter gläsernen Türen, in der die wichtigsten Dokumente der US-amerikanischen Verfassung aufbewahrt werden: Die „Hall of Records“.

Vor seinem Tod kam Burglom allerdings nicht dazu, seinen Traum umzusetzen. Weshalb die geheime Kammer, deren Eingang hinter dem Kopf von Lincoln verborgen liegt, heute kein wirkliches Prunkstück ist. Stattdessen ist die Kammer ein rechteckiger Raum, in dem ein Tresor Abschriften der Schriftstücke aufbewahrt. Der Zugang zur Kammer sieht aus wie der Eingang zu einer pharaonischen Grabstätte. Ein Touristenmagnet kann die „Hall of Records“ nicht werden, da der Weg dahin gefährlich und das Hinaufklettern verboten ist.

 

4. Das fünfte Gesicht

Es wurde mehrfach versucht, das Gesicht einer fünften Person in den Mount Rushmore meißeln zu lassen. Einerseits setzte sich die Frauenrechtlerin Rose Arnold Powell vergebens dafür ein, dass die Pionierin im Kampf für das Wahlrecht der Frauen, Susan B. Anthony, im Fels verewigt werden sollte.

Andere Interessengruppen hätten gern Ronald Reagens Gesicht in Stein gehauen gesehen. Der beste Vorschlag für den Fünften im Bunde ist aber, Elvis Presley im Fels zu integrieren. Sein Beitrag zur amerikanischen Musikgeschichte ist schließlich unumstritten.

 

5. Die perfekte Aussicht

Du suchst den besten Platz für dein Selfie mit dem Mount Rushmore im Hintergrund? Dann folge besser nicht den Massen zum offiziellen Aussichtspunkt „Grand View Terrace“, sondern mach eine Wanderung über den „Presidential Trail“. 

Der Rundwanderweg verläuft vor dem Mount Rushmore und führt dich näher an den steinernen Porträts vorbei, heißt es auch auf der Website des National Park Service. Es gibt mehrere tolle Punkte, von denen du dich und die vier US-Präsidenten aus verschiedenen Perspektiven fotografieren kannst.

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6. Ein Monument der gebrochenen Versprechen

Das beeindruckende Monument des Mount Rushmores ist leider auch Schauplatz der Unterdrückung der indigenen Bevölkerung Amerikas. Denn der Gebirgszug der Black Hills, in dem sich das Denkmal befindet, gilt als heilig für den Stamm der Lakota-Sioux. Den ansässigen Indianern wurde das Areal auch 1868 vertraglich zugesprochen – jedoch setzten sich die US-Behörden über diese Abmachung hinweg und wählten den Mount Rushmore dennoch als Standort für die riesigen Porträts aus. 

7. Die Antwort der Indianer

Fast zehn Mal so groß ist die Antwort der Indianer auf das nationale Denkmal der USA. Das „Crazy Horse Memorial“ zeigt den gleichnamigen Indianer-Häuptling auf einem Pferd reitend und die Hand nach Osten streckend. Doch bisher ist nur der Kopf von Crazy Horse fertiggestellt und die weiteren Arbeiten am Denkmal gehen nur langsam voran. Finanziert wird es von der Crazy Horse Memorial Stiftung.

Allerdings wird das Projekt von vielen Indianern kritisiert, da der Indianer-Häuptling sich eigentlich nie abbilden oder fotografieren lassen wollte. Dass sein riesiges, angebliches Ebenbild nun in Stein gehauen wird, würde ihm missfallen, argumentieren die Gegner des Denkmals. 

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8. Ein unvollendetes Werk

Eigentlich sollte den vier steinernen Köpfen der US-Präsidenten noch deren Oberkörper hinzugefügt werden. Doch der leitende Bildhauer verstarb vor der Fertigstellung und als auch die Zuschüsse vom Staat ausblieben, wurde das Kunstwerk für vollendet erklärt.

9. Google Maps kennt den Weg nicht

Bei der Anreise zum Mount Rushmore solltest du nicht unbedingt Google Maps vertrauen, da dich dessen Navigation womöglich zu einem falschen Ort bringt. Das ist wohl schon einigen Besuchern passiert, die statt der Aussicht auf den Berg, plötzlich den methodistischen Campingplatz „Storm Mountain Center“ vor sich sahen. Dieser liegt etwa 13 Meilen vom eigentlichen Denkmal entfernt ... 

 

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Die Autorin
Seit sie für ein halbes Jahr in Japan war, ist sie jede freie Minute unterwegs. Ob Wochenendausflug an die Nordsee zum Surfen, Fahrradtour durch Schweden und Estland, Kletterurlaub ... mehr
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