Papua-Neuguinea: Urlaub in der Natur | reisereporter.de

Papua-Neuguinea: Das ist noch echte Wildnis

Papua-Neuguinea gehört zu den letzten echten Wildnisgebieten unseres Planeten. Wer sich auf die 18 Flugstunden lange Reise macht, der fliegt in eine längst vergessene Welt des Ursprünglichen und Unangetasteten.

Einheimische Kinder plantschen in einer blauen Lagune vor Mioko Island
Paradiesisch: Plantschen in einer blauen Lagune vor Mioko Island.

Foto: Günter Fermski

Luxus. Was ist Luxus? „Ein verschwenderischer, zum Vergnügen betriebener Aufwand“, steht als Definition dafür im Duden. Kayleigh Colbran interpretiert den Begriff anders. „Natur, Zusammenhalt, Tradition, Abenteuer“, sagt sie. Die Australierin ist Mitte 40; aus der westlichen Welt hat sie sich 2012 verabschiedet.

Auf Logeia Island, einer kleinen Insel in Papua-Neuguinea, die du nach 90 Minuten Bootsfahrt erreichst, hat sie sich mit Dorfbewohnern ihr eigenes Luxusparadies gebaut: das kleine Resort Nuli Sapi – bestehend aus vier Wasserbungalows mit Dächern aus Palmenblättern. 

Das Resort Nuli Sapi
Das Resort Nuli Sapi wurde unter die Top 10 der besten Öko-Unterkünfte weltweit gewählt. Foto: Günter Fermski

Kayleigh Colbran hat den westlichen Luxus gegen einen anderen Luxus eingetauscht: den der Freiheit, der Natur, der Unbekümmertheit. Gegen einen Ort, an dem Steinzeit und Moderne aufeinanderprallen. WLAN gibt es in Nuli Sapi, das unlängst von Lonely-Planet-Autoren in die Top 10 der besten Öko-Unterkünfte weltweit gewählt worden ist, nicht. Dafür einen Wecker der Natur, ein Guten-Morgen-Konzert der Wasservögel. Die Zeit scheint hier stehengeblieben zu sein – wie überall in Papua-Neuguinea.

Und es gibt Isaiah Mwado. Isaiah ist ein gemütlicher Insulaner. Abends erzählt er gern Geschichten unter dem Licht einer Petroleumlampe beim Blick auf den Ozean. Von Kämpfen im Hochland, weit entfernt von den friedlichen Küstengebieten. Von Totenkopfhöhlen, die du fußläufig erreichen und besichtigen kannst. Von Muschelgeld; einer Währung, die hier tatsächlich noch heute bei besonderen Anlässen wie Hochzeiten verwendet wird. Und von meterlangen Mantarochen. „Wir werden morgen mit dem Boot fahren. Ich weiß, wo wir sie um 12 Uhr sehen werden“, behauptet er. 

Schnorcheln mit riesigen Mantarochen

Es gibt nicht viele Orte auf der Erde, an denen du mit Mantarochen, deren vampirartige Flügel mehr als doppelt so groß wie Menschen sind, schnorcheln kannst. In der Milne Bay im Südosten Papua-Neuguineas, zwischen den beiden Inseln Dekadeka und Gonubarabara, kannst du es.

Papua-Neuguinea gehört zu den letzten echten Wildnisgebieten unseres Planeten. Nur 20.000 Menschen pro Jahr besuchen diesen geheimnisvollen und unberührten Flecken Erde mit seinen 600 kleinen Inseln, an dem Touristen zu Entdeckern werden.

Unberührte Natur: Regenwälder, Korallenriffe, Vulkane

Papua-Neuguinea – das ist ein Land für Taucher und Naturliebhaber. Unberührte Korallenriffe und Sandstrände treffen auf Vulkane, 4.000 Meter hohe Berggipfel und dichte tropische Regenwälder mit 38 Paradiesvogelarten. Wer sich auf die 18 Flugstunden lange Reise macht, der fliegt in eine längst vergessene Welt des Ursprünglichen und Unangetasteten. Der Reichtum der Menschen hier ist ihre Natur. Und ihr Zusammenleben.

Blick in unberührte Natur
Blick in unberührte Natur Foto: Günter Fermski

Wir erleben auf Mioko Island Kinder, die nach den Händen der Ankommenden greifen, sie zum Wettschwimmen und Wetttauchen herausfordern. Sie leben in Hüttendörfern, ihr Spielplatz ist ein Strand mit weißem Sand unter Kokospalmen. Papua-Neuguinea wirkt auf Besucher spektakulär einfach. Und dadurch: einfach spektakulär. 

526 Flughäfen, 20 mit befestigter Landebahn

Mehr als sieben Millionen Menschen leben in Papua-Neuguinea, dem drittgrößten Inselstaat der Welt – mehr als 800 Sprachen und Dialekte sprechen sie. Touristen werden in den Dörfern herzlich empfangen; und sie können jede Menge lernen: über Sitten, Rituale, Tänze.

526 Flughäfen gibt es, nur etwas mehr als 20 haben eine befestigte Landebahn. Weil es nur wenige Straßen gibt, ist das Flugzeug nun einmal das Transportmittel Nummer eins. Nicht überall gibt es fließend Wasser. Handys und WhatsApp sind aber weit verbreitet. Papua-Neuguinea – das ist auch ein Land der Gegensätze.

Wenn Reisende vorbeikommen, zeigen die Kinder auch gern mal einen ihrer Stammestänze
Wenn Reisende vorbeikommen, zeigen die Kinder auch gern mal einen ihrer Stammestänze. Foto: Günter Fermski

Wir sind auf Fergusson Island, einer Vulkaninsel, die man nach dreistündiger ruppiger Seefahrt erreicht. Der junge Mann, der uns in Empfang nimmt, heißt Schubert. Kinder in Baströcken tanzen, ihre Eltern servieren frisch gefangenen Fisch mit Yamswurzel in Kokossauce. Schubert erzählt, dass er Geister beschwören könne.

Konzentriert steht er da und redet leise etwas vor sich hin; seine Mutter könne dies noch viel besser als er. „Wir versuchen die Kräfte der Natur zu beschwören“, erzählt Schubert, der diesen außergewöhnlichen Vornamen trägt, weil sein Vater Anhänger klassischer Musik ist. Geister, Zeremonien, Kräfte der Natur – alles Hokuspokus? Nicht für Schubert und die Insulaner.

Papua-Neuguinea – das ist Land des Spirituellen, der Magie, des Glaubens, der Körperbemalungen, Masken und Tänze. Vor allem aber ist es eines: ein Land mit vielen Gesichtern, in dem Touristen zu Entdeckern werden.

Papua-Neuguinea: Tipps zur Anreise & Unterkunft

Anreise:
Singapore Airlines bietet Flüge von Frankfurt am Main, München und Düsseldorf nach Singapur an. Tickets sind ab 829 Euro buchbar. Von Singapur aus erreichen Reisende den Jackson’s International Airport der Hauptstadt Port Moresby mit der Fluggesellschaft Air Niugini.

Unterkünfte:
Das nur per Boot erreichbare Tauchresort Tawali auf einer Anhöhe im Urwald besticht durch eine sensationelle Aussicht auf die Küste der Milne Bay. 

Die vier Wasserbungalows des Nuli Sapi Resort wurden unlängst von Lonely-Planet-Autoren in die Top 10 der besten Öko-Unterkünfte weltweit gewählt. Das Resort bietet Manta-Touren mit anschließendem Grillen auf einer unbewohnten Insel an. E-Mail: nulisapi@gmail.com.

Das Kokopo Beach Bungalow Resort bietet unter anderem Tagestouren zu den Duke-of-York-Inseln an. Tipp: Ein abendlicher Besuch bei Feuertänzern, die die Geister der umliegenden Vulkane beschwören. In der Hauptstadt Port Moresby gehören die beiden Luxushotels Grand Papua Hotel (ideal für Tagestouren in der Stadt) und Airways (mit großem Spa-Bereich) zu den besten Adressen.

Kommentare
Erhalte täglich Reisegeschichten, folge uns auf Facebook:
#Trending
Zur
Startseite