Den Daumen rauszuhalten oder auf Car-Sharing-Portalen eine Mitahrgelegenheit zu buchen, anstatt mit dem eigenen Auto loszufahren – das ist heute leichter denn je. Dank Foren, Netzwerken, Googlemaps und mobilem Internet ist es mittlerweile keine Hürde mehr, eine gemeinsame Fahrt zu organisieren. Doch leider haben beide Reisemöglichkeiten einen schlechten Ruf – der nicht einmal stimmt. Schon in den 80er Jahren hat eine Studie widerlegt, dass das Trampen gefährlich ist. Stattdessen wurde darauf hingewiesen, dass Kampagnen der Polizeibehörden, die den Autofahrer als Sexualstraftäter darstellten, erst dem Trampen dieses Image überhaupt verpassten.

Stimmt nicht: Trampen ist gefährlich

„Hast du denn nicht Angst?“ – diese Frage ist das größte Vorurteil, mit dem Trampende und Mitfahrende konfrontiert werden. Die Frage richtet sich vor allem an Frauen, die allein unterwegs sind. Egal, ob sie sich eine Mitfahrgelegenheit über ein Online-Portal gebucht haben oder an Raststätten und Straßenrändern den Daumen raushalten. Tatsächlich zeigt die Erfahrung auch, dass du als Frau, die alleine reist, tatsächlich am schnellsten vorankommst. Aber gefährlich ist es wirklich nicht. Vielmehr ist es jedes Mal eine spannende und unterhaltsame Erfahrung.

Stimmt: Frauen kommen beim Trampen schneller voran

Ein weiterer Fakt ist auch, dass Frauen am ehesten von Männern mitgenommen werden. Sprichst du auf einer Tankstelle ein Pärchen an, das gemeinsam reist, kannst du darauf wetten, dass dich der Mann an seine Partnerin verweist, mit der Erklärung: „Da musst du die Chefin fragen …“. Aber auch generell gilt, dass Frauen eher mitgenommen werden. Das wird dir jeder erfahrene Tramper so bestätigen. Es gibt allerdings eine kleine Ausnahme: Spitzenreiter beim Trampen sind nämlich Gesellen auf Wanderschaft. Die nimmt eigentlich jeder mit.

Noch ein Grund, warum du durchaus besser allein vorankommst, ist, dass Lkw-Fahrer meist nur eine weitere Person mitnehmen dürfen. Versicherungsgründe. Allerdings eignet sich das Mitfahren im Lkw auch nicht für längere Strecken – da dürftest du bei durchschnittlich 80 Stundenkilometern schnell unruhig werden.

Was du unbedingt zum Trampen mitnehmen solltest, ist eine detaillierte Straßenkarte, wo die Autobahnraststätten eingezeichnet sind. Denn hier findest du am ehesten deinen nächsten Fahrer. Wie du aus deiner Heimatstadt am besten hinauskommst, erfährst du meist im Internet in entsprechenden Foren. Was deine Chancen, zügig einen Fahrer zu finden, weitaus verringert ist, wenn du mit Bierflasche in der Hand oder rauchend am Straßenrand stehst. Da fahren die meisten lieber weiter oder lehnen auf Nachfrage ab.

Nun brauchst du dich nur noch selbst überwinden und dich nicht unwohl dabei fühlen, wenn du die Leute an der Tankstelle ansprichst, ob sie dich mitnehmen würden. Meistens musst du auch gar nicht viele Fahrer ansprechen, weil die meisten, wenn sie direkt gefragt werden, nicht Nein sagen. 

Planbar und unterhaltsam: die Mitfahrgelegenheit

Wenn du eher der Planungstyp bist, dann sind Mitfahrgelegenheiten das Richtige für dich. Klar, auch hier gibt es schwarze Schafe, die gern als erstes zitiert werden: Jemand sagt kurzfristig ab, ein anderer rast mit 180 im zwanzig Jahre alten Volvo 940 über die Autobahn oder du triffst auf den geldgierigen Corsa-Fahrer, der vier Mitfahrer in seine Tuning-Kiste verlädt. 

Trotzdem gilt: Trampen oder Mitfahren ist umweltfreundlich, günstiger als Bahnfahren und durchaus unterhaltsam. Denn die Autos sind meist mit vier oder fünf Personen besetzt, sodass du auch mehr Menschen kennenlernst als beim Trampen. Die Berichte von regelmäßigen Mitfahrern reichen von neu gefundenen Freundschaften bis zur Überraschungsfahrt im Oldtimer bei offenem Verdeck und ohne Sicherheitsgurte.