Es war Liebe auf den ersten Blick. Als Dieter Meier (71) 1973 zum ersten Mal nach Argentinien kam, war es um den Schweizer geschehen. Beruflich und privat pendelt der Sänger der Kultband Yello häufig zwischen seinen verschiedenen Wohnsitzen in Zürich, Berlin und Los Angeles.

Doch sechs Monate pro Jahr verbringt Meier in seinem Reich in der Pampa: Hier fühlt er sich frei. Hier tankt er Kraft für die bevorstehende Tournee mit Yello im November, die ihn und seinen Partner Bors Blank durch Deutschland, Schweiz und Österreich führen wird. Zukunftsmusik.

Dieter Meier baut in Argentinien Wein an.
Dieter Meier baut in Argentinien Wein an. Foto: Dieter Meier

Dieter Meier hat vier Estancias

Weilt Meier in Argentinien, bestimmen andere Dinge seinen Rhythmus: Auf seinen vier Estancias, wie die Farmen in Argentinien heißen, baut der Meier Weizen, Soja, Sonnenblumen, Kartoffeln und Wein an und hält riesige Rinderherden. „Die Einsamkeit der Farmen und das unendlich weite Land verleihen ein einmaliges Lebensgefühl.“

Am liebsten sei er auf der Farm Ojo de Agua in der Mitte des Landes. „Die Landschaft ist hügelig wie im Jura und von einer einmaligen Schönheit.“

Dieter Meier unterwegs auf einer seiner Farmen, der Estancia Ojo de Agua.
Dieter Meier unterwegs auf seiner Lieblings-Farm, der Estancia Ojo de Agua, in Argentinien. Foto: Dieter Meier

Zeit und Muse, so Meier, bräuchte es, um Argentinien wirklich kennenzulernen. Denn Argentinien sei kein Land, es sei gefühlt ein Kontinent. „Vom subtropischen Regenwald im Norden bis zur südlichsten Stadt Ushuaia fliegt man gleich lang wie von Berlin nach New York. Wer das nicht scheut, dem bieten sich wunderschöne Naturerlebnisse.

Die Weite des Landes, die Vielfalt der Natur und die Großstädte, aber auch die ursprünglichen Pueblos in den Anden. Die Iguazú-Wasserfälle sind zwar sehr touristisch, aber ein einmaliges Erlebnis,“ sagt Meier.

Weinprobe mit Dieter Meier im Weinbauangebiet Mendoza.
Weinprobe mit Dieter Meier im Weinbauangebiet Mendoza. Foto: Dieter Meier

Eine Woche in Buenos Aires

Die Hauptstadt Buenos Aires mit 8 Millionen Einwohnern spiegelt die Geschichte des Landes nicht nur in der Architektur, sondern auch in den verschiedenen Ethnien, die über die Jahrhunderte in dieses wunderbare Land eingewandert sind. Buenos Aires ist eine Stadt der Kunst, des Kinos, der Literatur und der Musik und ein Spiegel der europäischen Kultur.

Aber auch hier sollte Zeit keine Rolle spielen. Um Buenos Aires auch nur ein wenig kennen zu lernen, braucht es eine Woche. Wanderungen in den Anden bieten fantastische Naturerlebnisse und die Weingebiete um Mendoza produzieren hervorragende Gewächse. Besuche in den Bodegas bei kundiger Führung zeigen das Potential herausragender Weine. Argentinien gilt nicht umsonst als Mekka der Wein-Connaisseurs und Fleisch-Gourmets. Speziell in Buenos Aires gibt es einige hervorragende Restaurants und Bars, die erkundet werden sollten:

Dieter Meier vor dem „Alvear Palace Hotel“ in Buenos Aires.
Dieter Meier vor dem „Alvear Palace Hotel“ in Buenos Aires. Foto: Dieter Meier

„Ich bevorzuge die stille Eleganz der Bar im Alvear Palace Hotel. Selbstverständlich sind die Parillas (Grill-Restaurants) ein Höhepunkt. Das Cabaña Las Lilas in Puerto Madera bietet höchsten Beef-Genuss und eine fantastische Weinkarte. In meinem eigenen kleinen Restaurant 'Ocho once' kocht Gonzalo Bazterrica, der eine einmalige Fusion zwischen französischer Spitzenküche und indianischen Einfluss bietet (nur auf Reservierung, telefonisch unter: 153-614-5719).

In Dieter Meiers Restaurant „Ocho Once“ kocht Gonzalo Bazterrica.
In Dieter Meiers Restaurant „Ocho Once“ kocht Gonzalo Bazterrica. Foto: Dieter Meier

Wer Tradition und Service zu schätzen weiß ist im Alvear Palace Hotel bestens aufgehoben, es ist definitiv eine weltweit anerkannte erste Adresse. Wer es etwas ursprünglicher mag, sollte sich in ein der vielen Estancias einquartieren, die Gästezimmer anbieten. Hier ein sehr authentisches Landleben, fast wie eine Zeitreise zurück ins 19. Jahrhundert. Ansonsten gilt für Buenos Aires wie für andere Großstädte mittlerweile auch: Über AirBnB kann man Wohnungen für jedes Portemonnaie anmieten.“