7 Gründe, warum wir Kopenhagen lieben

... und warum du die Stadt auch lieben wirst.

Bunte Häuser am Kanal von Christianshavn in Kopenhagen
Bunte Häuser am Kanal von Christianshavn in Kopenhagen

Foto: imago/imagebroker

Eine Hauptstadt, aber keine Metropole: Kopenhagen strahlt mit seinen bunten Häuserfassaden, Schlössern, dem vielen Grün und zahllosen Fahrrädern urbane Gemütlichkeit aus.

Jeder Bezirk hat seinen eigenen Charakter: Das rebellische Christiania, das familienfreundliche Amager, die Altstadt voller Cafés und Restaurants, das schicke Frederiksberg, das Migrantenviertel Nørrebro mit seinen Hipster-Bars und das Rotlicht-Viertel Vesterbro.

Kopenhagen ist kein Ort für Touristen, sondern für die Einheimischen. Zum maritimen Flair der auf mehrere Inseln verteilten Stadt kommen eine extrem vielfältiges kulturelles Angebot und hervorragende Einkaufsmöglichkeiten, etwa in der Shoppingmeile Strøget.

Kein Wunder, dass Kopenhagen bei den weltweiten Rankings der Städte mit der höchsten Lebensqualität regelmäßig auf den vordersten Plätzen liegt. Hier sind sieben Gründe, warum wir uns in die dänische Hauptstadt verliebt haben.

1. Die vielen Fahrräder

Auf die Frage nach der fahrradfreundlichsten Stadt der Welt gibt es nur zwei mögliche Antworten: Amsterdam oder Kopenhagen. In der dänischen Metropole lässt sich studieren, wie schön Radfahren in einer Großstadt sein kann. Kopenhagen ist konsequent auf Radfahrer zugeschnitten, hier gibt es mehr Fahrräder als Einwohner.

Überall können Räder gemietet werden, es gibt erhöhte Radwege, die im übrigen deutlich breiter als in Deutschland sind und mehr Parkplätze für Fahrräder als für Autos. Die Dänen lieben ihre Fahrräder, die hier mehr sind als nur eine Alternative zum Auto. Viele Fahrräder sind individuell umgebaut, häufig, um auch Lasten oder mehrere Personen transportieren zu können.

Fast die Hälfte der Berufstätigen und Studenten in der Stadt bewegen sich per Rad zum Arbeitsplatz oder zur Uni. Zum Vergleich: In Hamburg macht das nur jeder Achte.

Fahrräder vor einer Wohnanlage für Seeleute im Stadtteil Nyborder in Kopenhagen.
Fahrräder vor einer Wohnanlage für Seeleute im Stadtteil Nyborder in Kopenhagen. Foto: imago/Peter Widmann

2. Die malerischen Kanäle

Vom Wasser aus betrachtet zeigt Kopenhagen sich von seiner attraktivsten Seite. Die Stadt ist von einem Netz von Kanälen durchzogen, das im 18. und 19. Jahrhundert angelegt wurde, als der Seehandel den Reichtum der Bürger begründete.

Die alten Schoner und Klipper sind längst verschwunden, doch die Kanäle prägen weiter das Stadtbild. In Christianshavn machen teure Yachten und Hausboote fest, Ausflugsschiffe fahren an den luxuriösen Townhäusern am Ufer entlang. Im Sommer sind abends alle Plätze auf den Terrassen der Restaurants am Wasser gefüllt, während das Licht der Stadt sich in den Kanälen spiegelt.

Die Dämmerung ist auch die beste Zeit für eine Kanalrundfahrt, die bei keinem Kopenhagen-Besuch fehlen sollte. Eine Stunde reicht bereits, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten vom Wasser aus anzuschauen. Wer mehr Zeit mitbringt, kann auch Bootstouren mit Picknick oder Diner-Cruises buchen. 

The atmosphere along the streets of Nyhavn is buzzing, it is somewhere you can spend hours at ????????

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3. Das anarchische Christiania

Man liebt ihn oder man hasst ihn: Kopenhagens „Freistaat“ Christiania wurde 1971 von einer Gruppe Hippies auf einem 345 Hektar großen ehemaligen Militärgelände gegründet. Seitdem werden hier weder Miete noch Steuern gezahlt. Das alternative Viertel ist so etwas wie eine Stadt in der Stadt.

Es gibt hier eine eigene Schule, Lebensmittelläden, Kunstgalerien, einen Jazz Club und einen Fahrradladen. Dazwischen liegen kleine Grünflächen, vegetarische Cafés, Restaurants und exzentrische Märkte. Seit Jahrzehnten versammeln sich in Christiania Künstler, Lebenskünstler, Musiker und Gestrandete. Für dänische Liberale ist das Viertel Ausdruck von Toleranz und Gemeinsinn, Konservative verweisen auf die anhaltenden Probleme mit Drogen und Kriminalität.

In der Vergangenheit gab es mehrere Versuche, Christiania aufzulösen. Angesichts der exklusiven City-Lage und rundherum ständig steigender Immobilienpreise ist der Ausgang des Hippie-Experimentes ungewiss. Deshalb: Besuch Christiania, solange es diese einzigartige Kommune noch gibt.

Straße in der alternativen Wohnsiedlung Christiana in Kopenhagen
Kopenhagens „Freistaat“ Christiania wurde 1971 von einer Gruppe Hippies auf einem 345 Hektar großen ehemaligen Militärgelände gegründet. Foto: imago/Gerhard Leber

4. Die neue Nordische Küche

2010 begann die Zeitenwende in Europas Gastro-Szene. Bis dahin galt ausgezeichnete Küche fast ausschließlich als französisch, italienisch oder spanisch. Aber skandinavisches Essen? Dann wurde Rene Redzepis „Noma“ in Kopenhagen zum besten Restaurant der Welt gewählt – und plötzlich war die Neue Nordische Küche buchstäblich in aller Munde.

Im Zwei-Sterne-Haus „Noma“ war es zuletzt fast unmöglich, kurzfristig einen Tisch zu reservieren, doch in Kopenhagen gibt es inzwischen eine Vielzahl von Restaurants, die hervorragende regionale Küche bieten. Etwa das „Paté Paté“ im hippen Meat Packing District in Vesterbro, das „1.th“ ein Apartment-Restaurant, das hervorragendes Essen mit Live-Performance verbindet und „Stedsans“, in dem als Menü unter anderem sechs Platten mit einer Zusammenstellung der besten Zutaten der Saison serviert werden. 

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5. Der nostalgische Tivoli

Fast jeder Däne verbindet persönliche Erinnerungen an den Tivoli, den 1843 mitten in der Stadt gegründeten Vergnügungspark. Hier sind Familien mit Babys genauso unterwegs wie Teenager oder Rentner, die sich an die Erlebnisse ihrer Kindheit erinnern möchten, was hier nicht schwer fällt.

Denn im Gegensatz zu vielen anderen Vergnügungsparks hat der Tivoli sich sein nostalgisches Flair erhalten. Das liegt zum einen an den historischen Karussells und dem klassischen Riesenrad, zum anderen an der besonderen Atmosphäre des Parks mit seinem Theater von 1874 und den vielen Bühnen, auf denen Künstler und Musiker vor allem im Sommer auftreten. Besonders lohnenswert ist der Tivoli nach Einbruch der Dunkelheit, wenn die vielen Fahrgeschäfte und Laternen den Park in ein zauberhaftes Licht tauchen und Besucher sich ein wenig wie Alice im Wunderland fühlen.

Tivoli Vergnügungspark bei Nacht in Kopenhagen
Im Gegensatz zu vielen anderen Vergnügungsparks hat sich der Tivoli sein nostalgisches Flair erhalten. Foto: imago/Peter Widmann

6. Der herrliche Stadtstrand

Bei der dänischen Hauptstadt denkt man nicht unbedingt gleich an Sand und Meer – doch mit dem Amager Strand hat Kopenhagen einen der schönsten Stadtstrände Europas zu bieten. Wenige Kilometer südlich vom Zentrum gibt es in einer geschützten Bucht 4,6 Kilometer Küste mit weißem Sand vor sanften mit Seegras bewachsenen Dünen.

Vor allem im Sommer zieht es die Kopenhagener an den Stadtstrand am Öresund, der eigentlich eine künstliche Insel ist. Hier gibt es neben Badespaß ein vielfältiges Freizeitangebot. Neben Kajaks und Tretbooten kannst du hier auch Surfboards mieten, Tauchstunden nehmen, Basketball und Beachvolleyball spielen oder Minigolf spielen. 

Andas hav och får andra perspektiv av samma sund #därpåandrasidan

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7. Der hippe Meatpacking District

Was in Manhattan funktioniert hat, funktioniert auch in Dänemarks Hauptstadt: In einer Gegend, in der Kühllastwagen vor Fleischmärkten warten und beladen werden, boomt plötzlich das Nachtleben. Der Meatpacking District, dänisch: Kødbyen, gilt als der derzeit angesagteste Stadtteil Kopenhagens. Zuerst waren es coole Clubs und Bars, dann kamen die hippen Restaurants.

In dem Quartier hinter den Gleisen des Kopenhagener Hauptbahnhofs hat sich in den letzten zehn Jahren eine ganz eigene Kreativszene angesiedelt. Neben Restaurants („BioMio“, „Gorilla“, „Fleisch“) und Bars („Jolene“, „WarPigs“, „Mesteren & Lærlingen“ ) sind das kleine Firmen, Studios und Architekturbüros. Am Wochenende findet der Kødbyens Mad & Market statt, wo Händler an rund 70 Ständen wechselnde frische Produkte und Gerichte zu fairen Preisen anbieten. 

 

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Die Autorin
Schon mit 15 Jahren flog Bruntje Thielke für zwei Monate nach Nicaragua, wo sie unter abenteuerlichen Verhältnissen bei einer 11-köpfigen Familie wohnte. Die Reisefreude und Abente ... mehr
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