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Karneval: Die Welt ist jeck!

Du glaubst, mehr Eskalation als im Rheinland geht nicht? Nun ja. Andernorts bewerfen sich die Menschen an Karneval mit Orangen ...

Farbenfroher Karneval: Die Parade auf dem „Grand Canal“ in Venedig.
Farbenfroher Karneval: Die Parade auf dem „Grand Canal“ in Venedig.

Foto: imago/Independent Photo Agency

1. Italienische Orangenschlacht

Im Örtchen Ivrea in der Provinz Turin findet zu Karneval eine riesige Orangenschlacht statt. Warum? Es wird der Aufstand zwischen Volk und den Königstruppen Napoleons nachgestellt. Im Jahr 1808 schlossen die napoleonischen Herrscher die verschiedenen Karnevalsfeste zu einem zusammen. Höhepunkt ist der historische Umzug mit der Orangenschlacht, der „battaglia delle arance“. Dabei bewerfen sich die als Ritter verkleideten  Bewohner mit Tausenden Orangen.

 

2. Schlammschlacht

In Cangyuan ist Karneval eine ziemlich dreckige Angelegenheit. Mitglieder der ethnischen Wa-Gruppe machen eine große Schlammschlacht. Das ist eine jahrhundertealte Tradition. Sie soll den Teufel erschrecken und Glück bringen.  

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3. Die Glöckner der Opatija-Riviera

Diese Karnevalstradition aus Kroatien ist Immaterielles Kulturerbe der Unesco und weithin zu hören: Von Mitte Januar bis Aschermittwoch herrscht in Kvarner an der Adriaküste Ausnahmezustand. Die Zvončari (deutsch: Glöckner) ziehen durch die Straßen. Sie haben an ihren Gürteln Glocken befestigt, dazu führen sie rituelle Tänze auf. Dieses Fruchtbarkeitsritual soll den Winter austreiben.

Mitmachen dürfen nur volljährige Männer aus der Umgebung. Die Zvončari kommen aus acht Dörfern, für jedes gibt’s ein eigenes Kostüm: Halubajski und Grobnički Zvončari tragen grimmige Tiermasken, Rukavački und Zvonejski Zvoncari sind mit Blumen geschmückt, Munski und Žejanski Zvončari tragen große Kreppbandhüte. Highlight ist die internationale Karnevals-Parade, dieses Jahr am 26. Februar 2017 in Rijeka. 

#maskare2016 #zvoncari

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4. Hexenverbrennung in Österreich

Im Großen Walsertal und im Montafon in Vorarlberg und im Allgäu endet der Fasching mit der Verbrennung der Winterhexe. Am Funkensonntag (der erste Sonntag nach Fastnacht), so will es ein uralter Frühlingsbrauch, werden so die Dämonen des Winters vertrieben und die Wärme begrüßt. 

5. Räubertanz in Polen

Vor allem in ländlichen Bereichen in Polen erlebst du authentische Traditionen. Beim Karneval in den Bergen bei den Góralen im Süden von Polen tanzen die Bewohner in ihrer Feiertagstracht den Räubertanz, den Taniec Zbójnicki. Das soll an die wilde Vergangenheit erinnern, als die Góralen Nomaden-Hirten waren. 

 

6. Belgien: Die „Gilles“ sind los!

Der Karneval des kleinen Städtchens Binche (2017 vom 26. Februar bis 28. Februar) in Belgien ist Unesco-Weltkulturerbe. Die wichtigste Figur des bunten Treibens sind die etwa 1.000 „Gilles“. Die dürfen nie ohne Begleitung eines Trommelspielers unterwegs sein, sich nie in der Öffentlichkeit hinsetzen und nie betrunken sein.

Du erkennst einen Gille an seinem Kostüm: Er trägt ein Gewand mit den belgischen Farben (schwarz, rot, gold), einem überdimensionalen Hut mit Straußenfedern, einem Schellengürtel, Holzpantinen, einem Korb mit Blutorangen und der an „Mardi Gras“ (Faschingsdienstag) getragenen Wachsmaske. Übrigens werden auch in Binche die Orangen geworfen (siehe Punkt 1) ...

Im Ort Binche in Belgien sind die „Gilles“ an Karneval unterwegs.
Im Ort Binche in Belgien sind die „Gilles“ an Karneval unterwegs. Foto: imago/Belga

7. Venedig

Der historische „Carnevale di Venezia“  ist ein Spektakel und bekannt für prunkvolle Masken, Tierkämpfe, Herkulesspiele und Feuerwerk. Die ganze Stadt ist unterwegs, die Gassen und Boote sind bunt geschmückt und erleuchtet. Ursprünglich, bis 1797 feierte Venedig so jedes Jahr den Sieg über die Stadt Aquileia im Jahr 1162. 

Die venezianischen Kostüme sind ein echter Hingucker: Häufig tragen die Karnevalisten Halbmasken, die nur einen Teil des Gesichtes bedecken. Jedes Jahr wird das schönste Kostüm gekürt. Im Jahr 2017 findet der Karneval vom 18. Februar bis 28. Februar statt. Eröffnet wird er mit dem traditionellen Engelsflug („Volo dell'Angelo“):

 

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