Schanghai: 3 Tipps für Ausflüge | reisereporter.de

Schanghai: 3 Ausflugsziele

Die Stadt ist heftig, hektisch und unermesslich groß. Hier drei Vorschläge für kleine Fluchten, damit sie einen nicht ganz und gar auffrisst.

 Die Wasserstadt Zhouzhuang im Westen Schanghais
Ein bisschen wie Venedig: die Wasserstadt Zhouzhuang im Westen Schanghais.

Foto: imago/Photoshot/Construction Photography

1. Botanischer Garten: Der Westen ist grün

In Schanghai war Grün immer ein Fremdwort, mit Ausnahme der schattenspendenden Platanen aus der Kolonialzeit. Dann aber schuf der deutsche Landschaftsarchitekt Christoph Valentien westlich der Stadt einen Garten fürs 21. Jahrhundert. Der „Shanghai Chenshan Botanical Garden“ Eine „Intarsie in der Stadtlandschaft“ sollte es werden, und zugleich eine Art Arche Noah des grünen Planeten, mit Pflanzen aus China und der Welt.

Zur Eröffnung im Rahmen der Expo 2010 war zwangsläufig vieles noch unfertig und nur spärlich begrünt. Doch der Park – im Unterschied zum alten, rudimentären Botanischen Garten als Neuer Botanischer Garten bezeichnet – gedeiht mit jedem Jahr üppiger.

Er bietet auch noch eine weitere Sensation: Relief. Das Jangtse-Delta, ein Gebiet von der Fläche Bulgariens, ist ansonsten gnadenlos flach. Nur hier ragen neun Granitkuppen bis zu hundert Meter hoch aus dem Schwemmland. Zu erreichen über die U-Bahn-Station Sheshan.

(Manmade) Nature in Shanghai? I don't believe... #shanghaiexplorers

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2. Schiffe gucken auf dem Jangtsekiang

Viele glauben, dass Schanghai am Fluss Jangtsekiang liegt. Doch der Huangpu Jiang bildet nur einen kurzen, wirtschaftlich freilich sehr bedeutenden Nebenfluss des mächtigen Stroms. Wer ganz große und ganz viele Schiffe sehen will, muss hinaus nach Wusong, gut zwanzig Kilometer nördlich von Schanghai an der Einmündung des Huangpu im Zentrum des Jangtse-Deltas gelegen.

Auf dem kabbeligen Wasser herrscht dröhnendes Gedränge; schon Marco Polo staunte über den „unvorstellbar intensiven Schiffsverkehr“. Eisgraue Fregatten, tuckernde Fischerkähne, Containerriesen unter Billigflaggen, Holzfrachter, Tragflügelboote – das Getöse und Gewimmel eines Welthafens.

Vor 100 Jahren residierte hier auch die Tung-Chi-Universität (heute Tongji), gegründet als deutsch-chinesische Medizin- und Ingenieurschule. Damals lag sie ganz beschaulich zwischen Reis- und Baumwollfeldern. Aber das ist lange her …

 

3. Klein-Venedig im Delta

Irgendwann geht einem dieser ganze Futurismus gehörig auf den Wecker. Gibt es denn nirgendwo mehr ein Stück gutes altes China? Na ja – nicht so ganz, teils teils, einerseits andererseits ... Aber eine Fahrt nach Zhouzhuang ist auf jeden Fall eine Idee. Obwohl es bis vor kurzem in kaum einem deutschen Reiseführer verzeichnet stand, bildet es doch eine der großen Attraktionen Chinas. Für die Chinesen zumindest, die hier scharenweise das suchen, was sie im ganzen Land weitgehend beseitigt haben: die Welt von gestern.

Ein Netz aus tintenschwarzen Kanälen durchzieht das verschachtelte Städtchen. Eine bezaubernde Chinoiserie mit unzähligen Brücken und Booten, verborgenen Tempeln, Teehäusern und Gärten. Trotz der Besucherströme scheint das Leben unbeirrbar seinen Gang zu gehen. Ein bisschen Freilichtmuseum, ein bisschen Disneyland, und ein bisschen tatsächlich ein Stück gutes altes China.

Ancient Water Village of #Zhouzhuang - Built during the Ming Dynasty.

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