Hier, an der Absatz-Spitze des italienischen Stiefels, werden einige Leute über 100 Jahre alt. „Meine Frau Pina ist in Specchia geboren und findet Menschen dieses Alters absolut normal. In der Sackgasse Corte dei Fiori – dem Blumengässchen – leben mindestens drei Menschen über hundert“, sagt Pütz. 

So reiste Pütz mit Frau und Sohn ins südlichste Italien. Mit den 100-Jährigen kam er dort schnell in Kontakt. „Die 100-jährigen Damen waren quietschfidel und ich konnte wunderbare Gespräche führen.“ Sie rieten ihm auch, den örtlichen Friedhof zu besuchen.

„In vielen Gegenden Apuliens werden die Menschen nicht in der Erde, sondern überirdisch in gemauerten Kammern, in die jeweils nur ein Sarg passt, bestattet“, sagt Pütz. „Teilweise mussten wir auf eine Leiter steigen, um zu sehen, wer in der obersten Reihe liegt. Jedes Fach ist mit einem Bild des Verstorbenen versehen.“ 

Torre Vado: Konkurrenz für die Karibik

„Aber das war nicht das einzige, was mich an Specchia faszinierte“, sagt er. „Es gibt dort einen etwa 20 Kilometer langgezogenen Sandstrand unmittelbar am Ort Torre Vado, der mit jedem in der Karibik konkurrieren kann.“ Beim Sonnenuntergang sollten Urlauber aber in San Gregorio sein, sagt Pütz. „Da gibt es sehr gute Restaurants, die für wenig Geld exzellente Speisen bieten.“ 

Neben Badeurlaub eignet sich Apulien auch für die Kultur, beispielsweise das Örtchen Leuca, ganz am südöstlichsten Zipfel des Landes. „Was mich besonders anregte, war die Atmosphäre dieses mittelalterlichen Städtchens, in dem sich seit 400 Jahren kaum etwas geändert hat. Die Mauern der Gebäude sind mindestens einen Meter dick und tragen dadurch auch Kreuzgewölbe, die sonst nur in alten Kirchen zu finden sind“, sagt Pütz.

Besonders empfehlenswert sei die örtliche Kathedrale. Doch die Villen und der Marktplatz haben ihn verzaubert: „Der Film 'Don Camillo und Peppone’ könnte ohne große Kulisse dort gedreht werden.“

Genieße Kultur in der Region Lecce

Die Region Lecce strotzt nur so vor Veranstaltungen: Open-Air-Konzerte, Theateraufführungen, Tarantella-Tänze, Jazzabende. „Viele der Kulturdarbietungen sind kostenlos“, sagt Pütz. Dazu finden im mittelalterlichen Castell Kunstausstellungen statt.

Pütz: „Und jede Woche findet in Leuca ein großer Markt hiesigen Gemüsen und Früchten statt, auf dem man auch das beste Olivenöl, Liköre und Kleider und Schuhe erwerben kann – oft verbunden mit einem Flohmarkt.“

Als Übernachtungsmöglichkeit empfiehlt Pütz, der selbst in Apulien eine Ferienwohnung besitzt, ein Apartment vor Ort zu mieten. „Das Beste an der Sache: Apartments und Hotels sind erschwinglich. Ich meine, ein Besuch lohnt sich allemal – jenseits aller hektischen Touristenhochburgen.“