Machst du regelmäßig Urlaub?
Simon Böer: 
Da ich beruflich oft intensiv eingespannt bin, nutze ich meine Freizeit, um abseits vom Alltag besondere Momente zu erleben. Regelmäßig findet das jobbedingt nicht statt, aber diese Auszeiten sind mir heilig und ich nutze spontane Gelegenheiten. 

Machst du Urlaub mit der Familie, Freunden oder allein?
Ich liebe es, mit meiner Frau und den Kindern unterwegs zu sein. Wenn das logistisch nicht machbar ist, bin ich auch schon mal alleine oder mit einem Freund unterwegs. Aber nach spätestens drei Tagen vermisse ich meine Liebsten zu sehr. 

Wie lange machst du Urlaub?
Das kommt drauf an. Gerne so lange wie nur möglich. Meist wird das leider durch die Schulpflicht der Kinder begrenzt und findet in den Schulferien statt. Wir nutzen aber auch gerne mal verlängerte Wochenenden zu Urlaubsausflügen.

Simon Böer im Maggia-Tal in Italien.
Wanderung durchs Maggia-Tal: Simon Böer nutzt seine knapp bemessene Freizeit am liebsten, um auf Reisen zu gehen. Foto: privat

Wo fährst du am liebsten hin?
Neben Neuseeland und weiten Teilen Asiens bleibt das Highlight ganz klar Südafrika. Kapstadt und seine Umgebung haben mich und meine Familie nachhaltig verzaubert.

Und warum?
Kapstadt besticht durch den wilden Mix von Urbanität und Natur. Dazu muss man sagen, dass wir alle begeisterte Surfer sind, und da bietet Capetown spannende Gelegenheiten. Wir haben hier sehr interessante Menschen kennengelernt, mit denen uns bis heute viel verbindet. Außerdem lieben wir es, gut zu essen. Die südafrikanische Küche ist exquisiter „Surf & Turf“, wie ich ihn bis dato noch nicht erlebt hatte. Von der Vielfalt der Weine gar nicht zu sprechen. Wenn man sich etwas weiter ins Hinterland bewegt, findet man gänzlich unberührte Natur von umwerfender, kraftvoller Schönheit.

Simone Böer mit seiner Ehefrau Anne in Lindau am Bodensee.
Simon Böer und seine Frau Anne im Herbsturlaub. Erste Station: Lindau am Bodensee. Foto: privat

Was sind deine Reise-Tipps?
„Go with the flow“ ist stets unsere Losung. Sich wirklich auf den Moment, die vielleicht andere Kultur und Lebensauffassung einzulassen, über den Tellerrand zu schauen – das ist unser Antrieb und gilt weltweit. Und: es muss nicht immer ein Fernziel sein. Klar, bei Kapstadt gerate ich ins Schwärmen, was viel mit wiederkehrenden persönlichen Erfahrungen und unserer Hochzeitsreise dorthin zu tun hat. Wir sind aber ebenso gern in Europa unterwegs. Und auch in heimischen Sphären – ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass viele Deutsche ihr wunderschönes Land nur in Ansätzen kennen. Übrigens: Ein Buchtipp für Jung und Alt an dieser Stelle ist Janoschs „Oh, wie schön ist Panama“.

Welches Reisemittel ist Ihnen das liebste?
Wir lieben es, mit unserem Wohnmobil unterwegs zu sein. Mit unserem Hymer erleben wir das Reisen an sich nochmal unmittelbarer und intensiver. Für mich ist es ein echter Klassiker und irgendwie ein Inbegriff von Freiheit. Ohnehin sind wir eher Reisende als Pauschalurlauber. Natürlich haben wir Letzteres auch schon genossen, aber im Herzen gehören wir „on the road“. Das gleichnamige Buch von Jack Kerouac hat mich in jungen Jahren schon nachhaltig beeindruckt.

Man lernt Land und Leute anders kennen, ist irgendwie näher dran. In meiner Jugend war ich viel mit dem Rucksack unterwegs, was mit Kindern auf Dauer ein wenig zu strapaziös sein kann. Das Gefühl, sich einfach der Straße entlang treiben – und überraschen zu lassen, bleibt mit dem Wohnmobil erhalten und man genießt zugleich den Komfort, sein „Heim“ mit dabei zu haben. Wir möchten diese Art zu reisen nicht mehr missen.

Simon Böer am Lago Maggiore
Wie von der Wetter-App versprochen: Sonne pur am Lago Maggiore. Foto: privat

Unser Herbstferientrip war zum Beispiel eine sehr sponante Entscheidung. Wir sind wortwörtlich dem guten Wetter nachgefahren. Zuerst zog es uns also an den Bodensee: Einchecken auf dem „Park-Camping Lindau am See“, Sonnenuntergang erleben und am nächsten Tag dann die Insel erkunden. Als auch hier die Regenwolken aufzogen, fuhren wir weiter über Österreich in die Schweiz.

Eigentlich wollten wir weiter zum Gardasee, aber unsere Wetter-App navigierte uns zum einzigen Sonnenmekka: dem Lago Maggiore. Von dem traumhaften Campingplatz in Tenero aus unternahmen wir Wanderungen durchs Maggia-Tal und genossen die verlängerten Sonnenstunden.