Der Zwergstaat an der Côte d’Azur ist tatsächlich weit mehr als das Klischee: Er ist charmant und bietet unerwartete Einblicke in seine Geschichte und Kultur, die natürlich dann und wann auch mit prominenten Namen verbunden sind.

Die teuerste Kurve

George Lucas kommt jedes Jahr zum Formel-1-Rennen. Gemeinsam mit seinen Kindern bewohnt er jedes Mal die Suite, von der aus er wohl einen der besten Blicke auf die Rennstrecke hat: Direkt vor dem „Fairmont Hotel“ schlängelt sich die scharfe Loews-Kurve entlang, bevor die Autos in einen der berüchtigten Tunnel Monacos rasen. 30.000 Euro zahlt der Filmproduzent für vier Nächte. Eines der wohl teuersten Mittagessen können Formel-1-Fans im „Hôtel de Paris“ einnehmen: Für 800 Euro pro Person wird auf der Terrasse ein Lunch serviert. Tischgespräche wird es dann aber wahrscheinlich nicht geben – die Rennwagen machen ordentlich Lärm, wenn sie vorbeirasen.

 

Der größte Weinkeller

Hier darf fast niemand hinein: Zwölf Meter unter der Erde befindet sich zwischen den Luxushotels Hermitage und Hôtel de Paris einer der wohl größten Weinkeller Europas. Bis zu 650.000 Flaschen der teuersten Weine lagern hier. Flaschen, die ab 1.200 Euro kosten, sind keine Seltenheit, berichtet Guillaume Jahan de Lestang, Pressechef der Société des bains de mer de Monaco, einer staatlich kontrollierten Firma. Die vertritt die Spielbank sowie das Hôtel de Paris oder Hermitage. 

„Die Flaschen werden ausschließlich im Restaurant geöffnet“, erläutert er. Denn die meisten sind so wertvoll, dass sie bei einem Weiterverkauf ein Vielfaches ihres Preises erzielen könnten. 20 Sommeliers arbeiten in den Kellern, in der die Temperatur konstant bei zwölf Grad Celsius liegt. Die älteste Flasche, ein Rotwein, stammt aus dem Jahr 1835. Im Zweiten Weltkrieg lagerten die Monegassen ihre besten Weine in einem hinteren Gewölbe und stapelten meterweise Leergut vor den Eingang. Die Deutschen räumten ein paar Reihen leerer Flaschen weg – und gaben dann auf. Die wertvollsten Tropfen fanden sie nicht.

Die kleinste Brauerei

Es schmeckt durchaus: Zwar ist das Bier, das in Monaco gebraut wird, nicht norddeutsch-herb, aber frisch allemal. Seit dem 1. August 2008 wird in einem Hinterzimmer der Brasserie de Monaco am Hafen Bier gebraut. Seitdem sind 500.000 Hektoliter verkauft worden. Es gibt drei Sorten: ein Helles mit vier Prozent, ein Blondes mit fünf und ein Dunkles mit fünfeinhalb Prozent Alkohol. Zur Hochzeit von Fürst Albert und Charlène wurde sogar ein rosafarbenes Bier angesetzt. Drinnen sind die normalen Zutaten wie Wasser, Hopfen und Malz. Dazu kannst du in der Brasserie auf Großbildschirmen Fußballspiele verfolgen und dir eine leckere Focaccia schmecken lassen.

Das schönste Museum

Es ist nicht nur eines der schönsten Häuser Monacos, es ist auch eines der wunderbarsten Museen: das Musée océanographique de Monaco, das ein Institut für Meereskunde und ein Aquarium beherbergt. Eine Attraktion ist ein Becken im Erdgeschoss: Dort ziehen kleine Haie ihre Bahnen. Es ist erlaubt, die Handflächen aufs Wasser zu legen, sodass die Haie sie berühren können.

Ein wenig Nervenkitzel ist dabei: So mancher, der wirklich von einem der Knochenfische angeschwommen wird, zieht die Hand wieder zurück. Im oberen Geschoss ist nicht nur die Galerie sehenswert. Auch ein Blick von oben durch den Raum lohnt sich: Von der Decke hängen nämlich Fischskelette, durch die du quasi hindurchschaust.

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Das stylischste Schwimmbad

Karl Lagerfeld wohnt gleich in der Nachbarschaft. Er kommt genau wie die Fürstenfamilie ab und zu ins Hotel Métropole, das schwer einsehbar in der Nachbarschaft zum Kasino zu finden ist. Das Luxushotel hat nicht nur ein Restaurant des „Jahrhundertkochs“ Joël Robuchon, sondern auch ein besonderes Schwimmbad – Lagerfeld hat es entworfen.

Im Winter ist es Hotelgästen vorbehalten, im Sommer, wenn das Dach entfernt ist, kannst du am Pool auch essen. Das Métropole gilt auch nach mehr als einem Jahrzehnt als Geheimtipp. Während du im Hôtel de Paris absteigst, um gesehen zu werden, tust du dies im Métropole eben aus dem gegenteiligen Grund.

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Die exklusivste Autoausstellung

Natürlich kommst du auch nach Monaco, um Autos der Luxusklasse zu sehen. Wer sich nicht vor dem Kasino die Beine in den Bauch stehen möchte, besucht die Monaco Top Cars Collection. Die Wagen gehörten keinem Geringeren als Fürst Rainier, der eine Schwäche für schöne Sportwagen hatte. Wer in dieses Museum kommt, sieht sie alle auf einen Blick: Rolls-Royce, Bentley, Porsche, Ferrari, Formel-1-Rennwagen. Werte in Millionenhöhe, frisch geputzt und mit strahlendem Lack, so, als wäre die Zeit stehen geblieben. Sehr charmant: Auch einige Kutschen sind dabei.

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Unterwegs in Monaco

Monaco ist auf und in Hügel und Felsen gebaut. Du solltest gut zu Fuß sein und nichts gegen Rolltreppen und Fahrstühle haben – denn davon gibt es in dem Fürstentum mehr als 65. Wenn du kreuz und quer durchs Fürstentum möchtest oder zum Felsen „La Rocher“ – auf ihm steht das Schloss der Grimaldis, auch die Altstadt liegt dort –, dann kauf dir am besten ein Busticket. Eine Fahrt kostet 1,50 Euro, wenn du die Karte im Internet bestellst, ein Tagesticket 5 Euro. Die Busse fahren alle zehn Minuten. Es gibt fünf Linien, die die Stadtteile verbinden. Du kannst auch mit dem Direktbus vom Flughafen Nizza nach Monaco fahren. Ein einfaches Ticket kostet 20 Euro.

Das Kasino

Die Spielbank von Monaco ist eine der schönsten der Welt: 1858 wurde der Grundstein gelegt. Wer einmal außen herumgeht, wird sich wundern, dass der Hintereingang des Gebäudes mit seinen schmiedeeisernen Balkonen fast wie ein Bahnhof aussieht. Und damit liegt er ganz richtig: Die Bahn hielt direkt hinter dem Kasino, Besucher, die zum Spielen kamen, mussten nur noch aussteigen. Heute ist nur noch die Vordertür offen. Ein Anzug wird erwartet, bei den Frauen ist ein angemessenes Kleid Pflicht.

Der Einsatz reicht von fünf bis 2.000 Euro pro Jeton. Monaco ist bekannt für seine „High Rollers“, die Millionenbeträge verspielen. Monegassen ist es übrigens verboten, das Kasino zum Vergnügen zu betreten – zu ihrem Schutz. Selbst Fürst Albert war noch nie privat dort. Öffnungszeiten im eigentlichen Sinn gibt es nicht: Ab 14 Uhr kann gespielt werden. Geschlossen wird, wenn der letzte Gast geht.

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