Aber, sei beruhigt, auf eine sehr sehr angenehme Art und Weise. Der Sound der argentinischen Hauptstadt ist eine Compilation aus Geräuschfetzen, die vor allem eins sind: L-A-U-T!

Im Herzen dieser Mega City (12,8 Millionen Einwohner), auf der Avenida 9 de Julio, einer der breitesten Straße der Welt (sieben Fahrspuren je Richtung), brüllen die Motoren von täglich bis zu zwei Millionen Autos, Bussen, Motorrädern. Wenn an jeder Ampel (ja, hier auf dieser Super-Super-Piste halten sich fast alle an die Rotlichtphasen) der unendliche Strom kurz zum Erliegen kommt, übernehmen die fliegenden Händler die Hoheit. In der kurzen Rotphase, die noch dadurch  verkürzt wird, das du schon los fährst, wenn die Ampel noch verzweifelt das letzte Leuchten ihres Daseins verströmt, gibt es – Nichts...

…dass es nicht gibt. Hier kannst du alles haben was du meist nicht willst aber manchmal gerade doch brauchst. Blumen, Eis, Cola, Kaugummi, Croissants, Bleistifte, Batterien, Zeitungen, Luftschlangen, Spielzeug,  DVDs, Regenschirme, Sonnencreme, Heiligenbilder …

Obelisco and Avenida 9 de Julio (9 July Avenue), Buenos Aires, Argentina, South America PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: MatthewxWilliams-Ellis 1109-2355Obelisco and Avenida 9 de Julio 9 July Avenue Buenos Aires Argentina South America PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright MatthewxWilliams Ellis 1109  imago/robertharding
Wahrzeichen: Der Obelisk inmitten der Avenida 9 de Julio. Foto: imago/robertharding

Dazu gibt es die, ich nenne sie mal Künstler, die ebenso so lautstark nach Aufmerksamkeit schreien wie die Händler: Kids aus einer Favela, die Fußbälle jonglieren wie ihr unfassbar großes Vorbild Messi.

Junge, drahtige, verfilzte Männer die zu argentinischem HipHop aus dem Ghettoblaster Breakdance auf dem Zebrastreifen zelebrieren. Nicht immer in Ehren gealterte Männer, die dich mal eben malen wollen. Oder einfach nur Scheibenputzer oder Bettler.

Increíble foto de #BuenosAires desde los ojos de @lautaromendez ????????????

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Der Look von Buenos Aires ist Palermo. Ein Stadtviertel, das eigentlich sechs sind. Was hip ist in der Stadt am Rio de la Plata findest du hier. Seit Jahren schon gibt es ein Restaurant von dem in Lima als Volksheld verehrten peruanischem Koch (mit deutscher Frau, Astrid aus Bremen) Gaston Acurio. Und natürlich sehr lässig durchgestylte Lokale für (in der Minderheit) Vegan-Freaks und Meat-Lovers (in der Überzahl).

Chegando mais cedo pra explorar as cores do bairro

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Der Geruch von Buenos Aires ist daher, vor allem, der Geruch nach gegrilltem Fleisch. An fast jeder Ecke, in nahezu jeder Straße gibt es ein Parrilla-Restaurant, in dem Rindfleisch von (meist) glücklichen Kühen gegrillt wird. Mit Holz. Nicht zu reden von den privaten Grills, die es n.a.t.ü.r.l.i.c.h in jedem Garten in den Vororten gibt genauso wie auf jedem Balkon mitten in der Stadt.

Und das sind nicht „Mal eben an der Tanke mitnehmen“-Grills, auf die drei Würste und ein Schaschlik passen. In Argentinien wird das Fleisch in großen Stücken gegart, die erst nach Erreichen der perfekten Konsistenz portioniert werden.

Die Wartezeit vertreibt man sich mit ein paar schnellen Kleinigkeiten wie Chorizo (Bratwurst), Morcilla (Blutwurst) und Molleja ( Bries) vom Grill und einem Glas argentinischen Malbec-Wein. Salut!

Prendiendo el fuego para la cena!! Asado otra vez ay Diooos!! #instargentina #asado #parrillaargentina

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