Das Auswärtige Amt rät Reisenden dazu, besonders aufmerksam zu sein und Menschenansammlungen sowie politische Veranstaltungen zu meiden. „Es ist keinesfalls auszuschließen, dass terroristische Gruppierungen auch weiterhin versuchen werden, Anschläge, insbesondere in den großen Metropolen, durchzuführen. Diese können sich auch gezielt gegen Ausländer richten.“, heißt es. Es gibt aber keine generelle Reisewarnung vom Auswärtigen Amt (Stand: 6. April 2017). 

Von Reisen in das Grenzgebiet der Türkei zu Syrien und Irak, vor allem in die Städte Diyarbakır, Cizre, Silopi, Idil, Yüksekova und Nusaybin sowie generell in die Provinzen Mardin, Şırnak und Hakkâri rät es jedoch dringend ab. 

Persönlicher Eindruck von Julia Jerg aka Jey Jetter

Nach fünf Jahren Reisen nonstop ist es für mich nichts Neues mehr, wie das Image eines Landes oft langjährige Schäden von schlimmen Ereignissen (in der Türkei zum Beispiel der Anschlag auf einen Club an Silvester und am 10. Dezember 2016 vor einem Fußballstadion) tragen kann. Meine Reisen führten mich durch Länder wie Honduras und Kolumbien, bei denen mir Freunde und Bekannte vorab von einem Besuch abrieten. Wie auch in der Türkei war ich von der Herzlichkeit der Menschen vor Ort jedes Mal überwältigt.

Das Traurige an den meist angsteinflößenden Berichterstattungen ist, dass sie sehr punktuell sind und nicht die ganze Wahrheit widerspiegeln können. Die Menschen vor Ort müssen auch nach einem Anschlag ihrem normalen Leben nachgehen. Dies ist aber viel beschwerlicher als vorher, vor allem, wenn sie vom Tourismus leben.

So wie für Benyamün, den Besitzer des Hotels im zentralen Stadtteil Sultan Ahmet, in dem wir wohnten. Er erzählte uns, er würde sich wünschen, dass die Menschen außerhalb der Türkei mehr über die tatsächliche Lage im Land erfahren würden. Er sagte, dass die Menschen lediglich versuchten, ihre Familien zu ernähren und ein gutes Leben zu führen. Benyamün freut sich, dass er durch sein kleines Hotel einen Draht zur Außenwelt gewonnen hat und zumindest dadurch seinen Teil zur Völkerverständigung beitragen kann.