Eigentlich solltest du dich mehr um deine Essgewohnheiten sorgen, als darum, dass du durch Terrorismus stirbst. Denn aller Wahrscheinlichkeit nach stirbt „nur“ einer von 25 Millionen Menschen bei einem Terroranschlag an Bord eines Flugzeugs. Statistisch betrachtet stirbt aber einer von 4.404 Menschen daran, dass er an seinem Essen erstickt. Das hat eine Statistik der amerikanischen Firma MedHelp gezeigt. Das Unternehmen arbeitet mit Ärzten und Krankenhäusern zusammen und entwickelt aus Forschungsergebnissen Gesundheit-Apps. 

Also eigentlich sollten uns terroristisch motivierte Anschläge nicht vom Reisen abhalten. Aber Angst ist ein mächtiges, irrationales Gefühl. Und die Zahlen sind emotionslose Statistiken. Mithilfe einiger Apps verschaffst du dir selbst ein besseres Gefühl.

Informiere dich mithilfe von Apps über dein Reiseziel

Das Auswärtige Amt hat eine App, das US-Außenministerium auch und auch das schwedische Privatunternehmen GWS, die unter anderem mit der deutschen Sicherheitsfirma Kötter kooperieren, haben jeweils eine App zur Reisesicherheit entwickelt.

„Sicher reisen“ des Auswärtigen Amts

Die App ist kostenlos und sowohl im App-Store als auch für Android erhältlich. Du findest darin Tipps zur Vorbereitung, für Notfälle sowie die Adressen der deutschen Vertretungen im Ausland und die Vertretungen deines Reiseziels in Deutschland. Die Reise- und Sicherheitshinweise werden fortlaufend aktualisiert. Außerdem bietet die App eine Ortungs- und Nachrichtenfunktion. So kannst du deinen Lieben zu Hause via SMS schnell Bescheid geben, dass du okay bist – falls das doch nötig werden könnte. 

Mithilfe einer Nachricht, die von einem Smartphone versendet wird, werden die Angehörigen und Freund schnell informiert.
Mithilfe der App „Sicher reisen“ des Auswärtigen Amts lassen sich die Familie und die Freunde zu Hause schnell informieren. Außerdem bietet sie umfassende Informationen zum Urlaubsziel, wie etwa Sicherheitshinweise. Foto: Ariane Fries

„Smart Traveler“ des Außenministeriums der Vereinigten Staaten

„Smart Traveler“ wird von dem Außenministerium der Vereinigten Staaten angeboten. Sie ist wie die deutsche Variante kostenlos. Auch hier bekommst du die grundlegenden Informationen zu deinem Reiseziel sowie Sicherheits- und Reisewarnungen. Letzteres kannst du dir via Push-Nachricht auch direkt auf deinem Sperrbildschirm anzeigen lassen. Aber Achtung: Die Daten basieren auf dem Sicherheitsempfinden der Amis. Das ist nicht gleichzusetzen mit dem europäischen Grundverständnis. 

Ein kleines Plus im Vergleich zur deutschen Variante sind die ausführlichen Länderinformationen. Du hast die Möglichkeit, dir Infos zu Gesetzen, Visa-Anforderungen oder der medizinischen Versorgung anzeigen zu lassen. Allerdings sind alle Infos auf Englisch.

„Safeture“ von GWS

Für „Safeture“ musst du leider zahlen. Du kannst Pässe für zwei Wochen (3,99 Euro), einen Monat (4,99 Euro), vier Monate (11,99 Euro) oder ein Jahr (21,99 Euro) kaufen. Die App beschränkt sich anders als „Smart Traveler“ und „Sicher reisen“ nicht nur auf Reisewarnungen und Sicherheitshinweise. Sie beinhaltet außerdem Warnungen zu lokalen Gefahrensituationen, gefährlichen Krankheiten und nationalen Notständen. Extreme Wetterbedingungen, Naturkatastrophen, politische Unruhen und auch Flugbetriebs- und Verkehrsstörungen gehören ebenfalls zum Info-Portfolio der App. 

Wie auch bei „Sicher reisen“ besteht die Möglichkeit deine Familie und Freunde über deinen Standort zu informieren. Zusätzlich hast du die Möglichkeit, dass du dich tracken lassen kannst – also, dass bestimmte von dir zugelassene Personen via derselben App prüfen können, wo du bist, sowie dein Bewegungsprofil in Echtzeit abrufen. 
Die private Firma GWS steht für „Global Warning System“ und hat seinen Unternehmenssitz in Schweden. In Deutschland kooperiert GWS mit Kötter Services – einer der führenden Firma in Sicherheitsfragen.

Seine Daten bekommt „Safeture“ nach eigenen Angaben von Behörden, seismologischen Instituten und Wetterdiensten, lokale Nachrichtendienste und von den Auswärtigen Ämtern. Allerdings ist diese App nicht auf Deutsch erhältlich.

Infos der Reiseveranstalter

Du kannst dich aber natürlich auch immer bei deinem Reiseveranstalter informieren, wenn du eine Pauschalreise gebucht hast. Klar, wirtschaftliche Interessen veranlassen ihn eventuell dazu, Sicherheitsrisiken nicht offen zu kommunizieren. Aber er muss dir auf jeden Fall sagen, durch welches Gebiet der Transfer vom Flughafen zum Hotel führt. Anhand dessen fällt es dir eventuell leichter, die Gefahr einzuschätzen.

Die Internetseite Global Terrorism Database

Bei der Datenbank Global Terrorism Database der Universität Maryland in den USA kannst du genau nachsehen, ob es in deinem Reiseziel terroristische Anschläge gab, welcher Art sie waren und wie viele dabei verletzt beziehungsweise getötet wurden. Aber Achtung: Der Name der Internetseite täuscht ein wenig. Hier werden nicht nur terroristisch motivierte Anschläge aufgeführt, sondern Anschläge generell. So ist zum Beispiel der Anschlag auf die damalige Kölner Bürgermeisterkandidaten (und heutige Bürgermeisterin) Henriette Reker am 17. Oktober 2015 ebenfalls aufgeführt. 

Und zuletzt hilft ein Mantra zumindest für das subjektive Empfinden: Mach dich nicht verrückt!