Von Bettenburgen und den Auswüchsen des Massentourismus blieb die eigenwillige Insel bislang verschont. Wer hier hin fliegt, weiß, was er sucht: Urlaub mit Charakter.

1731 fanden auf Lanzarote die größten Vulkanausbrüche der Neuzeit statt: Sechs Jahre lang überzogen rund 100 Vulkane die früher grüne Landschaft mit glühender Lava und Asche, deren schwarze Spuren die Insel heute so unverwechselbar und faszinierend machen. 

Die meisten Häuser sind nicht höher als eine Palme

Dass Lanzarotes ursprünglicher Charme erhalten wurde, hat die Kanareninsel vor allem ihrem berühmtesten Sohn zu verdanken: César Manrique. Der große Maler, Bildhauer und Umweltschützer setzte sich dafür ein, dass auf der Insel das Gleichgewicht zwischen Tourismus und Ökologie erhalten blieb. Die meisten Häuser sind nicht höher als eine Palme und traditionell weiß getüncht, es gibt, ganz untypisch für Spanien, kaum Werbung am Straßenrand und viele Strom- und Telefonkabel wurden unterirdisch verlegt. 

Kaum ein Haus höher als eine Palme: Das Fischerdorf El Golfo bei Sonnenuntergang auf Lanzarote.
Kaum ein Haus höher als eine Palme: Das Fischerdorf El Golfo bei Sonnenuntergang auf Lanzarote. Foto: imago/imagebroker

Zu Manriques architektonischem Erbe zählen unter anderem die von ihm gestalteten Lavahöhlen Cueva de los Verdes und Jameos del Aqua. Ein lohnendes Ausflugsziel ist auch sein Wohnhaus in der Nähe von Tahiche: Fünf miteinander verbundene Lavablasen wurden als Wohn-, Schlafzimmer und Atelier genutzt.

29 Grad im August, 20 Grad im Dezember

Die milden Temperaturen – im Schnitt 29 Grad im August und 20 Grad im Dezember – machen Lanzarote zum 365-Tage-Reiseziel. Doch wer es einrichten kann, sollte im Frühling buchen. Denn dann strahlt die sonst so schwarze Lavainsel durch die Unzahl an blühenden Pflanzen in sattem Grün. Fast die Hälfte der Landschaft steht heute unter Naturschutz, 1993 wurde Lanzarote als erste Insel weltweit von der Unesco vollständig zum Biospähren-Reservat erklärt.

Obwohl die Insel nur 60 Kilometer lang und 20 Kilometer breit ist, ist die Landschaft extrem abwechslungsreich. Der Westen wird von den typischen Asche- und Lavafeldern dominiert, die Inselmitte ist für das einzigartige Weinanbaugebiet La Geria berühmt und der Süden wird vor allem wegen seiner mitunter karibischen Goldstrände geschätzt. Apropos Strände: Die gibt es auf Lanzarote fast in jeder Größe, Form und Farbe. Von feinsandigen Postkarten-Buchten über schwarzen Sandabschnitte bis zu Felsen-Pools, in deren sonnengeheiztem Wasser du schwimmen kannst, ohne dich um die tosende Brandung zu sorgen.

Strand auf Lanzarote mit Vulkanbergen im Hintergrund.
Strand auf Lanzarote mit Vulkanbergen im Hintergrund. Foto: pixabay.com/Barni1