Du stehst plötzlich inmitten der Musiker des Londoner Symphonie-Orchesters. Sie sitzen wiederum im Studio 1, dem größten von insgesamt drei Aufnahmestudios. Du schaust auf die Wände. Sie sind mit Holzplatten verkleidet. Du drehst dich um, hinter dir sitzen die Bläser vor kleinen Plexiglaswänden. 

Umschauen, reinhören, zusehen

Das Studio, in dem du stehst, ist das berühmteste der Welt. Jeder kennt das Bild von den vier britischen Musikern, die an der Abbey Road den Zebrastreifen überqueren. Das gleichnamige Album der Beatles hat die Abbey Road Studios berühmt gemacht.

Bis heute wird es von den Größen des Musikbusiness noch genutzt: Take That nahmen, Kylie Minogue oder Robbie Williams nehmen hier ihre Alben auf. Die Filmmusik zu Star Wars und Skyfall wurden ebenfalls dort eingespielt. Und nicht zu vergessen: Udo Lindenberg hat hier einen Teil seines Albums „Stärker als die Zeit“ aufgenommen. Als Ottonormalverbraucher hast du zu diesen heiligen Hallen normalerweise keinen Zutritt. Mit einer Virtual-Reality-Brille aber schon. 

Wie jetzt? Vom Sofa aus in die Abbey Road Studios?

Ganz einfach: Um dem London Symphony Orchestra beim Einspielen zuzusehen, musst du lediglich eine Virtual Reality Brille aufsetzen – selbst das Cardboard von Google tut es – und schon bist du in der Abbey Road. Aber auch ohne VR-Gerät erhältst du an jedem anderen Bildschirm Eintritt in diese heiligen Studios. Zwar nicht in voller Intensität, aber dennoch ein guter Vorgeschmack auf das, was in der nächsten Zeit noch so kommen wird.

Immer mehr kulturelle Einrichtungen, Museen oder Tourismusverbände produzieren 360-Grad-Videos. Du kannst hinter die Kulissen des Moulin Rouge blicken, der Entwicklung der kubanischen Tanzkultur folgen oder im Naturkundemuseum Berlin beobachten, wie das Skelett des Giraffatitan zum Leben erwacht. In den Videos schaust du dich vor Ort um: Per Mausklick oder eben ganz easy per VR-Brille und Kopfbewegungen.

 

Noch intensiver, noch tiefgehender: die 360-Grad-Web-Documentary

Aktuell gibt es neben diesen fast schon alltäglichen 360-Grad-Videos auch schon umfassendere Projekte. Das bisher größte VR-Travel-Projekt entstand in der Kooperation von Google mit der Financial Times. Die Web Documentary „Beyond the Map“ ermöglicht einen Stadtrundgang durch Rio. Du folgst einer jungen Brasilianerin von den Stränden der Copacabana, zu der die Stadt überragenden Jesus-Statue, bis in die Favelas – die Armenviertel Rios. Mithilfe solcher Stadtführungen und Museumsbesuche erhältst du fünf Minuten Urlaub im Alltag, Inspirationen für deine nächste Reise und Infos abseits der Touristenstrecken.