Deutschlands größten Flughafen und Banken verbinden viele mit der Stadt am Main. Das war’s dann auch schon. 
International hat Frankfurt einen wesentlichen besseren Ruf. Als „Boom-Town“ wird sie gerne tituliert, als „the next big thing“. Das Londoner Institut Economist Intelligence Unit wählte Frankfurt im August 2016 auf Platz 20 der lebenswertesten Städte der Welt, noch vor Berlin und München. Nur Hamburg liegt weiter vorn. 

Wer zum ersten Mal nach Frankfurt kommt, wird sehr schnell einen Blick auf die Skyline erhaschen. Kurz vor der Einfahrt in den Hauptbahnhof etwa, wenn der Zug den Main überquert öffnet sich der Blick auf die Wolkenkratzer und Bankentürme. Der Commerzbank-Tower, der Messeturm, Silberturm, Maintower … Bei Nacht angestrahlt wirkt Mainhattan immer ein bisschen wie Gotham City.  

Die Frankfurter Skyline: ständiger Begleiter

Der Blick auf die Wolkenkratzer bleibt: Ob vom Museumsufer, der Buchmesse oder hinab vom Dom: Immer wieder spannt sich dieses Hochhauspanorama vor dir auf. 

Eines der schönsten Eckchen ist das Museumsufer mit seinen insgesamt 13 Museen über Kunst, Film, Architektur, Kommunikation und Völkerkunde. Wer wenig Zeit hat, sollte trotzdem einen Abstecher ins Städel-Museum einplanen. 

#endofsummer ????????☀️

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Zum einen gibt es hier immer wieder wechselnde Ausstellungen von Joseph Beuys, Jörg Immendorff oder zuletzt Georg Baselitz. Doch auch in der ständigen Sammlung sind Alten Meister so schön inszeniert, dass sich das Flanieren lohnt – ohne, dass man bei jedem Bild stehen bleiben muss.

Danach noch ein Abstecher in den wirklich lohnenden Shop: Romane über Kunst stehen hier neben Fachbüchern, dazu Design-Geschenke für Schreib- oder Nachttisch, die wirklich etwas her machen. Obacht geben sollte man nur, wenn das Museumsuferfest hier im August stattfindet –  dann strömen Millionen Einheimische und Touristen hier her. 

Ostend: Der Geheimtipp unter den Vierteln

Sehenswert auch das Ostend, das sich in den vergangenen Jahren zu Geheimtipp unter den Vierteln gemacht hat. Anfang des 20. Jahrhundert war es das jüdische Viertel mit der damals größten Synagoge der Stadt – sie wurde aber durch die Nationalsozialisten zerstört. Geprägt hat die Gegend auch der Osthafen, an dem jedes Jahr elf Millionen Tonnen umgeschlagen werden. Wer es richtig urig mag, stärkt sich in einer der umliegenden Kneipen mit etwas richtig Deftigen.

Dass das Ostend ein echtes Arbeiterviertel war, dieser Eindruck verschwindet immer mehr. Hier wird umgebaut und saniert, die Mieten explodieren. Deutlich wird das an der Hanauer Landstraße, die von Autofirmen und vor allem Design-Läden wie Ligne Roset oder Roche Bobois besiedelt ist. Ehemalige Fabrikgebäude sind jetzt Szenelocations, die Europäische Zentralbank, kurz EZB, hat hier ihr neues Hauptquartier gefunden. Ruhe findest du im Ostpark, der auch vielen Anwohnern zum Joggen oder einfach nur Innehalten dient. 

Auch Sachsenhausen boomt

Ähnlich wie das Ostend boomt Sachsenhausen. Die „Eppelwoi“-Kneipen sind längst cosmopolitischen Bars gewichen – vielleicht aber auch eine logische Fortentwicklung, lebten in dem Viertel nach dem 2. Weltkrieg viele GIs. Wer shoppen möchte, ein Essenslokal sucht oder sensationellen Kuchen schlendert zur Schweizer Straße. Hier pulsiert das Leben, auch unter der Woche.  

Jeden Tag sollen nach Schätzungen über 28.000 Menschen durch die doch eher beschauliche Straße flanieren, fallen in die „Senfgalerie“ ein, gucken im Second-Hand-Laden „Matilda“ nach Schäppchen oder bei „Bally Diehl“ nach der neusten Mode. Ein ausgedehnter Spaziergang lohnt sich hier immer. Die großen Ketten gibt es auf der Zeil, der Einkaufsmeile Frankfurts. Wer mehr Individualität such, biegt einfach in die der Stephanstraße gibt es von Bio-Kokos-Matrazen über skandinavische Designgeschäfte, dem immer schönen Einrichtunghaus Habitat bis hin zu coolen Boutiquen alles, was den Geldbeutel leert.

In-Viertel in Mache: Die neue Mitte Frankfurts

Und das nächste In-Viertel ist schon im Werden: Am Römer werden alte Fachwerkhäuser in moderne Wohnungen umgebaut – ohne den alten Stil zu verlieren. Die „neue Mitte Frankfurts“ wie die Stadt das Projekt tituliert wird die Straßen des Viertels sicher verändern. Hier in zwischen Paulskirche und Dom, zwischen Mainufer und der Schirn-Kunsthalle kann man sich zwischen Alt und Neu treiben lassen.

Wer es am Abend lässig ausklingen lassen möchte, geht ins Chez Ima, eines der wenigen israelischen Restaurants der Stadt – auch für Vorspeisen wie Hummus, gebackene Falafel und den Brotsalat lohnt es sich hierher zugehen! Ganz unkompliziert ist die Asia-Kette der Stadt: „MoschMosch“. Das Curry ist Weltklasse und selbst die veganen Speisen sind spannend. Gibt es was zu feiern? Dann ab ins Weinsinn – aber nur mit Reservierung.