Wenn auf der Insel des ewigen Frühlings die fünfte Jahreszeit ausbricht, wird Tag und Nacht gefeiert – wohin das Auge blickt und was das Zeug hält. 

In Noria, dem Ausgehviertel der Hauptstadt Santa Cruz de Teneriffa, ist dann buchstäblich die Hölle los. Hunderttausende Feierwütige bevölkern die Straßen, bizarre Clowns verhöhnen Politiker, spärlich bekleidete Tänzerinnen heizen zu Samba-Rhythmen ein und von den in monatelanger Arbeit vorbereiteten Umzugswagen fliegen Kamelle und Kondome in die Zuschauer-Menge.

Die Karnevalskönigin ist oft so aufwendig ausstaffiert, dass ihr Kostüm und der meterhohe Kopfschmuck von Sponsoren finanziert werden muss.  

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Der Aschermittwoch heißt hier „entierro de la sardina“, die Beerdigung der Sardine, wird häufiger auch mal bis zum Wochenende verschoben und mit dem Verbrennen eines riesigen mit Böllern gefüllten Pappmaché-Fisches gefeiert. Wenn am Sonntag dann irgendwann Ruhe in Santa Cruz einkehrt, ist noch lange nicht Schluss. Denn dann zieht die Karnevals-Karawane einfach weiter über den Rest der Insel und dreht noch einmal richtig auf.

Im Norden tritt dann seit Jahrzehnten in Puerto de la Cruz das Düsseldorfer Prinzenpaar auf und verfolgt ein Spektakel der besonderen Art: Mascarita ponte tacón – der Stöckelschuhlauf der Männer, die in High Heels zum Gaudi der zahlreichen Zuschauer einen Parcours zwischen der Plaza de Europa und dem Hafen überwinden müssen. Doch auch jenseits der beiden Karnevalshochburgen wird auf Teneriffa in jedem Dorf mit Umzügen, Schönheits-Wettbewerben und Kinderkarneval gefeiert, so lange es die Kondition zulässt. 

Kanrevalsumzug mit fantasievollen Kostümen in Teneriffa.
Ein großer Umzug mit fantasievollen Kostümen gehört natürlich zum Karneval in Teneriffa. Foto: imago/UIG