Sensationen, die enttäuschen: Teil 2 | reisereporter.de

Sensationen, die enttäuschen reloaded

Keine Lust auf Enttäuschungen: Zweiter Teil der Reihe „Da war ich schon, lohnt sich nicht“.

Sensationen, die enttäuschen.
Schlechte Laune im Urlaub? Erfahre schon vorher, was zur Enttäuschung wird.

Foto: pixabay.com/Fotocollage: Sarah Wahnelt

Mona Lisa, Glockenspiel auf dem Marienplatz in München und Angkor Wat: Diese Sensationen halten nicht, was sie versprechen. Auf der Facebook-Seite der Leipziger Volkszeitung haben uns die Leser verraten, welche Sehenswürdigkeiten sie außerdem für völlig überschätzt halten:

Manneken Pis in Brüssel

Große Erwartungen an diese Bronzestatue sind fehl am Platz. Obwohl sich die Stadt Brüssel mit dieser großen Sehenswürdigkeit rühmt, ist sie tatsächlich nur 61 Zentimeter groß. Jeder zweite Erfahrungsbericht beginnt daher mit den Worten „Ich wäre fast vorbeigelaufen, so winzig ...“

Manneken Pis

Völkerschlachtdenkmal

Das Völkerschlachtdenkmal im Südosten Leipzigs erinnert an die entscheidende Schlacht der Befreiungskriege, die 1813 auf den umliegenden Feldern und Äckern stattfand. Das begehbare Denkmal ist 91 Meter hoch und weithin sichtbar. Für 6 Euro kannst du im Inneren ein kleine Ausstellung besuchen und die Aussichtsplattform begehen, von der aus ein Ausblick über Leipzig und Umland auf dich wartet.

Allerdings ist die Ausstellung nur dürftig aufgearbeitet. Wenn dich aber gerade die geschichtlichen Details interessieren, dann solltest du donnerstags um 14 Uhr an einer Führung teilnehmen, um Wissenswertes über die Skulpturen und die Architektur zu erfahren. 

Völkerschlachtdenkmal

Nationalpark Krka, Kroatien

Der kroatische Nationalpark Krka ist vor allem für seine zahlreichen Wasserfälle bekannt. Es gibt acht große Wasserfälle und noch einige kleinere. Der „Skradinski Buk“ zählt zu den schönsten – und das ist leider kein Geheimnis. Folglich kann die romantische Vorstellung von einem Bad im Wasserfall durchaus auch darin enden, dass du dich neben zig anderen Touristen in Badekleidung wiederfindest und jede Spur von Romantik verflogen ist.

Wenn du es auf deiner Kroatien-Tour etwas ruhiger haben willst, fahr lieber in den nahegelegenen Nationalpark Plitvicer Seen. Hier gibt es auch zahlreiche Seen und traumhafte Wasserfälle zu bestaunen. Zudem ist das Gebiet wesentlich größer, sodass sich die Besucher angenehm auf die Fläche verteilen.

Krka Nationalpark

Schloss Neuschwanstein

Das Schloss Neuschwanstein in Bayern ist für viele ausländische Touristen das Abbild Deutschlands. Von der Marienbrücke aus hast du den besten Blick auf das Schmuckstück: Erhaben thront das Traum-Schloss über dem Nadelwald. Ein Besuch des Schlosses an sich lohnt sich aber nicht unbedingt, da es natürlich zu jeder Jahreszeit ein Touristen-Magnet ist und dadurch lange Wartezeiten entstehen können.

Unser Wander-Tipp: Nimm die Tegelbergbahn, wander von der Bergstation aus zur Marienbrücke, mach ein Postkarten-Foto, steige durch die Pöllatschlucht zur Gipsmühle und entlang der Pöllat wieder zur Tegelbergbahn ab.

Schloss Neuschwanstein

Loch Ness in Schottland

Der berühmteste See Schottlands? Klar, Loch Ness. Aber der schönste und sehenswerteste ist er leider nicht. Nessie hin oder her – wer nicht auf Seeungeheuer-Jagd gehen will, kann sich die Anreise sparen. Aber keine Sorge, es gibt durchaus schottische Lochs, die du gesehen haben solltest. Angelfreunden empfehlen wir den Loch Awe. Landschaftsfotografen, Wander- und Whisky-Liebhabern legen wir den Loch Lomond ans Herz – den schönsten See Schottlands. 

Loch Ness

Niagara Falls

Die Niagarafälle mögen zwar einen Besuch wert sein, aber die angrenzende Stadt Niagara Falls lohnt sich überhaupt nicht. Also: Maximal einen Tagestrip einplanen und nach dem Foto der Wasserfälle direkt weiterfahren. Die Übernachtung im Hotelzimmer kannst du dir definitiv sparen und deine Zeit in den USA oder Kanada (je nach dem, von welcher Seite du kommst) kannst du definitiv besser nutzen.

Niagara Falls

Pyramiden von Gizeh

Es ist das letzte erhaltene der sieben Weltwunder der Antike: die Pyramiden von Gizeh. Hört sich nach einer Sensation an. Aber vor Ort sind die meisten Besucher enttäuscht. Nicht unbedingt, weil sie etwas anderes erwartet hatten, sondern weil das Drumherum einfach nicht stimmt. Ägyptische Händler versuchen ständig, ihre Ware an den Touristen zu bringen und die Kameltreiber umzingeln potentielle Kunden. Auch das Wachpersonal in den Pyramiden gilt als unfreundlich und schroff. Jeder Versuch, dich auf das historische Flair einzulassen, wird also mit hoher Wahrscheinlichkeit scheitern.

Pyramiden von Gizeh

Book of Kells, Dublin

Das Book of Kells ist ein sehr gut erhaltenes Buch, das heute das beste Beispiel für die insulare Buchmalerei darstellt. Schön anzusehen sind die Seiten allemal, doch aufgrund der Konservierung, kannst du natürlich nur die zwei aufgeschlagenen Seiten bei deinem Besuch bestaunen. Außerdem ist hier langes Anstehen garantiert (außer, du bestellst online). Das kann enttäuschen. Umso beeindruckender ist dafür die Umgebung: das Trinity College Dublin und deren alte Bibliothek, wo sich das Book of Kells befindet.

Book of Kells

Foto-Lizenzen: CC BY 2.0; CC BY-ND 2.0; CC BY-SA 2.0

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Die Autorin
Seit sie für ein halbes Jahr in Japan war, ist sie jede freie Minute unterwegs. Ob Wochenendausflug an die Nordsee zum Surfen, Fahrradtour durch Schweden und Estland, Kletterurlaub ... mehr
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