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So sieht die erste Starbucks-Filiale in Italien aus

So manch einer sieht es als Affront gegen die italienische Kultur: Nach langem Zögern expandiert Starbucks ins Mutterland der Kaffeespezialitäten. Der reisereporter zeigt die neue Filiale in Mailand.

Modern, großzügig und viel Kupfer: So sieht die erste italienische Starbucks-Filiale in Mailand aus.

Foto: Starbucks/MG PHOTOGRAPHY LLC

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Pizza, Pasta, Wein und Kaffee: Italienische Speisen und Getränke sind seit jeher Exportschlager. Auch das US-Unternehmen Starbucks setzt seit 1971 auf italienische Kaffeeerzeugnisse – wenn auch mit einer Vielzahl an amerikanisierten Geschmacksrichtungen, Extrazutaten und Toppings.

Im Jahr 2017 zählte der Cafériese laut eigenen Angaben weltweit 27.339 eigene Geschäfte und Franchise-Filialen in 77 Ländern. Nur einen wichtigen Markt ließ der Konzern bisher unberührt: Bis vor Kurzem gab es in Italien keine einzige Filiale. Warum eigentlich?

Keine Begeisterung seitens der Italiener

Bisher schienen zwischen den unterschiedlichen Vorstellungen von Kaffeekultur unüberbrückbare Differenzen zu liegen. Während in den immer gleich aussehenden Starbucks-Geschäften im Dauerbetrieb aromatisierte Getränke in Pappbechern ausgeschenkt werden, genießt der Italiener seinen frisch gemahlenen und aufgebrühten Kaffee meist schwarz ohne Schnickschnack in gemütlichem Ambiente.

Als Starbucks im Frühjahr die Expansion nach Italien bekannt gab, waren die ersten Reaktionen der Italiener entsprechend zurückhaltend.

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Dass das US-Konzept im Süden Europas also nicht die besten Chancen hat, konnten sich die Chefs ausmalen. „Wir haben uns die Zeit genommen, um sicherzugehen, dass unser Eintritt in den italienischen Markt durchdacht und respektvoll wird“, sagte Starbucks-Gründer Howard Schultz in einer Mitteilung des Unternehmens. 

Neue Grünanlagen für skeptische Mailänder

Und tatsächlich: Die erste Filiale, die im September in Mailand eröffnet wurde, hat mit dem einheitlichen Aussehen der meisten Starbucks-Filialen nicht viel gemein.
Eine riesige Röstmaschine steht im neuen Starbucks-Café. Foto: Starbucks
Stattdessen betrittst du eine luxuriös eingerichtete Rösterei in einem alten Postgebäude auf 2.300 Quadratmetern. Und für die Gebäckzufuhr sorgt eine eigene Bäckerei.

Auch von außen prunkvoll: Die frisch eröffnete Starbucks-Filiale in Mailand. Foto: Starbucks/MG PHOTOGRAPHY LLC

Um sich mit der Stadt bereits im Vorfeld gutzustellen, griff Schultz übrigens ganz schön tief in die Tasche. Wie das italienische Gastronomieportal „mangiaebevi“ berichtet, finanzierte das Unternehmen eine aufwendige Neugestaltung des Domvorplatzes – inklusive Hortensien, Palmen- und Bananenpflanzen.

Ob Italiener und Touristen den Anblick der neuen Grünanlagen künftig mit einem Kaffee to go von Starbucks genießen werden? Das bleibt abzuwarten. Sicher ist, dass die Starbucks-Eroberung von Italien gerade erst begonnen hat.

Die Autorin
Mila Krull