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Carinas Konfrontations-Therapie auf der „Mein Schiff 2“

Es gibt wohl über keine Art des Reisens so viele Klischees wie über das Kreuzfahren. Carina, unsere „reisereporterin 2018“, kennt sie alle – ohne je auf einem Kreuzfahrtschiff gewesen zu sein. Zeit für eine Konfrontationstherapie.

Carina, unsere „reisereporterin 2018“, auf ihrer „Therapie-Hängematte“ auf dem Balkon ihrer Kabine auf der „Mein Schiff 2“.

Foto: Maria Menzel

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Eines vorweg: Die Wahrscheinlichkeit, dass ich selbst eine Kreuzfahrt gebucht hätten, ist sehr gering – zumindest vor meinem 60. Lebensjahr. Das liegt sicherlich auch am Preis, vor allem aber an der Gewohnheit. Rucksack statt Rollkoffer, Abenteuer statt All-inclusive, Entdecken statt Entspannen. Richtiges Studentenreisen eben.

Aber abgesehen davon, dass dieses Jahr in dem wir als „reisereporter 2018“ mit und für euch die Welt erkunden dürfen, sowieso ein außergewöhnliches ist, werde ich am Ende dieser Adria-Tournee zu Wasser auf der „Mein Schiff 2“ von TUI Cruises um eine große Erfahrung reicher zu sein – die ich selbst wohl erst sehr spät, vielleicht nie gemacht hätte.

Traurige Gesichter: Carina und Edu am Flughafen. Foto: Maria Menzel

Aber fangen wir von vorn an. Damit, dass Edu und ich die Reise diesmal nicht gemeinsam antreten können, weil ein ganzer Schwung von Prüfungen unmittelbar bevorsteht, von dem für ihn als Brasilianer sein Studentenvisum abhängt.

Mittelmeerkreuzfahrt mit der „Mein Schiff 2“ startet in Valletta

Ich gehe also allein an Bord, in der maltesischen Hauptstadt, der kleinsten Hauptstadt, diesjährigen Kulturhauptstadt Europas und einem „reisereporter Top Place 2018“: Valletta, das mit gut 6000 Einwohnern eher ein Kulturhauptdorf ist. Ein Küstenparadies aus Sandsteinfassaden, bunten Balkonen und Meerblicken. Linksverkehr, rote Telefonzellen, durch die schachbrettartig angelegten Gassen klingt eine Mixtur aus Französisch, Arabisch und Englisch – Maltesisch, ein Produkt der langen Kolonialgeschichte, die erst 1964 mit der Unabhängigkeit von Großbritannien endete.

Das ist Valletta: Linksverkehr, rote Telefonzellen, schachbrettartig angelegte Gassen. Foto: Maike Geißler

Und als ich abends an Deck der auslaufenden „Mein Schiff 2“ stehe und den Lichtern der Stadt nachschaue, bin ich verzaubert, weil Valletta mich glücklich und entspannt von dannen ziehen lässt – ohne „Man hätte ja noch“, ohne ein „Viel zu kurz“. Klein aber oho – für eine Stadt.

Auch die „Mein Schiff 2“ ist klein – mit 956 Kabinen und knapp 2.000 Passagieren zumindest das kleinste Schiff der TUI-Flotte. Für mich ist es groß genug, um nicht nur einmal von einem Sicherheitsmann zu meiner Kabine zurückbegleitet werden zu müssen.

In Valletta ging Carina an Bord der „Mein Schiff 2“. Vor ihrer ersten Kreuzfahrt war sie ganz schön aufgeregt und freute sich riesig auf das vor ihr liegende Abenteuer.

Foto: Maria Menzel

Bevor es auf große Fahrt ging, hatte Carina noch Zeit die Altstadt von Valletta zu erkunden.

Foto: Maria Menzel

Für eine leckere Stärkung gibt es in Valletta Pastizzi. Das sind traditionelle, maltesische Blätterteigtaschen gefüllt mit Ricotta oder Erbsenpüree.

Foto: Maria Menzel

An Bord des riesigen Kreuzfahrtschiffes zu gehen, war für Carina dann ein sehr aufregender Moment. Vom Balkon ihrer Veranda-Kabine hatte sie noch einmal eine tolle Sicht auf die Stadt.

Foto: Maria Menzel

Auf ihrem Balkon hatte Carina sogar eine eigene Hängematte.

Foto: Maria Menzel

Der erste Tag der Kreuzfahrt war ein Seetag. Carina nutzte ihn, um das große Schiff zu erkunden. Auf den Pool-Decks war am meisten los.

Foto: Maria Menzel

Beim Bauch-Peine-Po-Kurs kam Carina ganz schön ins Schwitzen, hatte aber auch jede Menge Spaß.

Foto: Maria Menzel

Die Pools auf dem Kreuzfahrtschiff waren sehr beliebt. Auch Carina genoss das erfrischende Bad darin sehr.

Foto: Maria Menzel

Am Abend von Carinas erstem Tag auf dem Schiff fand eine große Willkommensshow mit Tänzern und Sängern statt.

Foto: Maria Menzel

Ihren ersten Landgang erlebte Carina in Dubrovnik.

Foto: Maria Menzel

Die alten Gebäude und die Stadtmauer von Dubrovnik geben der Stadt ein mittelalterliches Flair. Sie war deshalb schon Kulisse für Filme und Serien wie „Robin Hood“, „Star Wars“ oder „Game of Thrones“. Carina fühlte sich wie ins Mittelalter versetzt.

Foto: Maria Menzel

Weil es in der Innenstadt von Dubrovnik sehr voll war, freute sich Carina, dass sie bei einer Kajak-Tour die Möglichkeit hatte, die Stadt noch vom Meer aus zu sehen.

Foto: Maria Menzel

Am Abend fand dann noch eine „White Party“ auf dem Schiff statt. Fast alle Gäste waren weiß angezogen. Carina unterhielt sich mit dem Schiffsdirektor.

Foto: Maria Menzel

Über Nacht ging es von Dubrovnik aus weiter ins italienische Bari in der Region Apulien.

Foto: Maria Menzel

Carina probierte dort die leckere apulische Spezialität Tarallini, gebackene Teigkringel aus Weizenmehl, Weißwein und Olivenöl.

Foto: Maria Menzel

In Bari findet das Leben auf den Straßen statt. Carina schaute den apulischen Frauen dabei zu, wie sie direkt vor ihren Häusern Orecchiette herstellten, Nudeln in Muschelfrom, die ebenfalls eine Spezialität der Region sind.

Foto: Maria Menzel

Carinas Highlight war der Action-reichste Tag der Kreuzfahrt. In Split in Kroatien ging sie auf Canyoning-Tour. Dabei gilt es von Felsvorsprüngen ins Wasser zu springen, über Felsbrocken zu klettern und zu schwimmen.

Foto: Maria Menzel

So entspannt ging es auf der Canyoning-Tour nur selten zu.

Foto: Maria Menzel

Am Abend des anstrengenden Tages war Carina ganz schön froh über die Hängematte auf ihrem Balkon.

Foto: Maria Menzel

Den zweiten Seetag ihrer Kreuzfahrt nutzte Carina, um an einem Sushi-Kurs teilzunehmen. Der Profi zeigte wie es funktioniert.

Foto: Maria Menzel

Auch Carinas selbstgemachtes Sushi sah ziemlich lecker lecker aus...

Foto: Maria Menzel

...und schmeckte hervorragend!

Foto: Maria Menzel

Am zweiten Seetag hatte Carina auch Zeit, Eduardo ausführlich von ihren Erlebnissen auf dem Schiff zu berichten.

Foto: Maria Menzel

In Koper in Slowenien, der letzten Station ihrer Kreuzfahrt, erkundete Carina die Altstadt mit ihren vielen kleinen Handwerksläden und lauschte der Musik eines Straßenmusikers.

Foto: Maria Menzel

Am Nachmittag erkundete Carina noch die Postojna-Höhlen, das zweitgrößte begehbare Tropfsteinhöhlensystem der Welt.

Foto: Maria Menzel

Auf dem Weg zurück zum Schiff machte Carina noch einen Abstecher bei der Predjamski-Burg. Sie liegt zwischen Felsen im Grünen. Carina würde gerne einmal zurück nach Koper kommen, um in der tollen Landschaft zu wandern.

Foto: Maria Menzel

Slownien ist bekannt für seinen Wein. Bei der Predjamski-Burg probierte Carina ein Gläschen davon.

Foto: Maria Menzel

Am Abend hieß es nach einer abwechslungsreichen Reise Abschied nehmen für Carina.

Foto: Maria Menzel

Doppelbett, Balkon und Hängematte auf Deck zehn. Fisch, Gemüse und süße Abschlüsse verteilt auf fünf Gänge. Ich auf Wolke sieben – umgeben vom Meer und einer ungeheuer charmanten Crew, die jeden potenziellen Anflug von Langeweile im Keim erstickt.

Auf dem Tagesprogramm stehen Mal- und Bauch-Beine-Po-Kurse, Saunaaufgüsse und Obstschnitzen, Vorträge über Kroatien und Slowenien, Musical-Shows im bordeigenen Theater, Tanzpartys auf dem Pooldeck und eine Körperfettanalyse für 25 Euro, die ich mir bei allem grundsätzlichen Interesse im Urlaub spare.

Überhaupt gibt es nicht nur alles, sondern alles auch inklusive – was mich zugegebenermaßen schnell überfordert...

Stattdessen melde ich mich für einen Sushi-Workshop an und während Henk Brechtel, Executive Chef de Cuisine auf der „Mein Schiff 2“, höchstpersönlich erklärt, auf welche Seite der Reis auf das Algenblatt aufgelegt wird, wird mein Sektglas vom Oberkellner konstant auf Maximalfüllung gehalten.

Beim Sushi-Workshop auf der „Mein Schiff 2“ lernte Carina, wie man den Fisch richtig einrollt. Foto: Maria Menzel

Überhaupt gibt es nicht nur alles, sondern alles auch inklusive – was mich zugegebenermaßen schnell überfordert. Ich wechsle vom Buffet-Restaurant zu à la carte und fünf Gängen, jeden Abend. Klingt dekadent – und ist es auch. Vor allem aber erhöht es die Chance, dass ich nach dieser Woche nicht mit Übergewicht von Bord gehe.

Pralles Programm: Die Tagesausflüge auf der Mittelmeer-Kreuzfahrt

Apropos: Von (nicht über) Bord gehen wir in fünf Städten und drei Ländern – in der kroatischen Game-of-Thrones-Kulisse Dubrovnik, im italienischen Bilderbuchaltstädtchen Bari, im slowenischen Trüffel- und Tropfsteinhöhlen-Paradies Koper, wo man für einen Euro schon ein wirklich gutes Glas slowenischen Wein bekommt. Und schließlich in der italienischen Kaffeehauptstadt Triest, von wo aus die 2.000 Passagiere am Ende die Heimreise antreten werden.

Nach der zweiten, tatsächlich sehr schönen Altstadt, brauche ich allerdings etwas Abwechslung – Action. Nächster Stop: die kroatische Hafenstadt Split.

Zwei Teilnahmebedingungen stehen in der Beschreibung für den Canyoning-Landausflug: keine Höhenangst und eine gute körperliche Verfassung. Und das scheinen alle mehr als ernst genommen zu haben: Keiner der Teilnehmer ist älter als 30 Jahre, sportlich sowieso.

Nach 45 Minuten Fahrt steigen wir aus dem Bus und hinein in eine zweite Haut aus Neopren: Shorts, Latzhose, Jacke, Schuhe, Schwimmweste, Helm. Draußen 35 Grad, im Anzug kocht man im eigenen Saft – elegant ist anders. Und spätestens nach dem schweißtreibenden Abstieg kann ich es kaum erwarten, mich ins kühle Wasser der Cetina zu stürzen.

In Split gab's Action für Carina: Canyoning im Fluss Cetina. Foto: Menzel

Zweieinhalb Kilometer schwimmen, springen und klettern wir den Fluss unter Anleitung und mit Hilfe unseres Guides Tony hinunter. Wasser, Adrenalin, Blaue Flecken: Auch das ist Kreuzfahren – wenn man will.

Und am Ende dieses Tages schmecken die fünf Gänge inklusive 37-Sorten-Käsebuffet noch ein bisschen besser als sonst, ist der Ausblick vom Kabinenbalkon noch ein bisschen malerischer, fühlt sich das Bett, in das ich mich am späten Abend schließlich fallen lasse, noch ein bisschen weicher an.

Und in meiner heiteren Erschöpfung finde ich Gefallen an dem Gedanken, einfach die Augen zu schließen und ohne meine sieben Sachen packen zu müssen morgen früh an einem anderen Ort ein neues kleines oder großes Abenteuer erleben zu dürfen. Vielleicht sollten Edu und ich doch mal auf eine Kreuzfahrt sparen – dann aber eine gemeinsame.

Foto: TUI; reisereporter; freepik.com

Der Autor
Edu & Carina